Donnersbergkreis Das Gewerbegebiet ist endlich „voll“
Lange Zeit hat das vor rund 30 Jahren erschlossene Börrstadter Industrie- und Gewerbegebiet brach gelegen. 2009 ist dann auf neun des insgesamt rund zehn Hektar umfassenden Geländes eine Photovoltaikanlage in Betrieb genommen worden. Künftig werden nun auch die restlichen Flächen genutzt: Die Winnweilerer Firma ISP Massivbau – in den Bereichen Immobilien-Bau und -Sanierung tätig – hat ein 9000 Quadratmeter großes Areal von der Ortsgemeinde gekauft und wird ihren Sitz an die Landesstraße 401 beim Theresienhof verlagern. Neben dem Verwaltungsgebäude soll dort auch ein Musterhaus-Park entstehen.
Eigentümer und Geschäftsführer Izja Spahiu hat das Unternehmen vor 14 Jahren gegründet. Ein Schwerpunkt: ISP realisiert schlüsselfertige Gebäude – von Ein-, Reihen- oder Mehrfamilienhäusern über Wohnanlagen und Bürogebäude bis hin zu gewerblichen Bauwerken. Aber auch Um- und Altbausanierung, Putz- und Stuckarbeiten, verschiedene Arten von Fassadendämmungen – beispielsweise das Wärmeverbundsystem – sowie Dachdeckerarbeiten und anderes mehr gehören zum Leistungsspektrum der Firma. Diese beschäftigt momentan in der Winnweilerer Dr.-Wilhelm-Erb-Straße 15 Mitarbeiter. „Grundsätzlich wären wir auch gerne dort geblieben, hatten aber an diesem Standort keine Möglichkeiten zur Erweiterung“, sagte Spahiu im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Auch an anderer Stelle in der Ortsgemeinde hätten keine geeigneten Flächen zur Verfügung gestanden. Attraktiv sei das Börrstadter Gewerbegebiet nicht zuletzt aufgrund der guten Anbindung: „Wir sind in zirka sieben Minuten in Winnweiler auf der Autobahn, zur Anschlussstelle bei Dreisen ist man nicht länger unterwegs“, so Spahiu, den sein Bruder Liridon und seine Ehefrau Hyrije bei der Führung von ISP unterstützen. Auf Nachfrage teilte er mit, dass in das Projekt bei Börrstadt rund 1,2 Millionen Euro investiert werden. Er sei froh, mit dem Baudienstleister in der Gegend bleiben zu können, so der Firmenchef: „Unser Unternehmen ist in der Region groß geworden – und unsere Familien wohnen hier. Ein wichtiger Grund, uns entsprechend zu etablieren. Da wir alle Baugewerke anbieten, wollen wir zudem nahe am Kunden sein“, betont Spahiu. ISP hofft nun auf eine rasche Baugenehmigung, um die neue Zentrale samt einer rund 400 Quadratmeter großen Lagerhalle über Sommer errichten zu können. Beide sollen möglichst bis Herbst fertig gestellt sein. Bei dem Verwaltungsgebäude handelt es sich laut Spahiu um einen zweistöckigen Bau. Auf einer Fläche von 350 Quadratmetern ist im Erdgeschoss eine Ausstellung von ISP-Produkten vorgesehen, in der oberen Etage sind die Büroräume angesiedelt. Noch nicht im Detail geplant sei der Musterhaus-Park. Klar ist allerdings, dass auch hier ein Querschnitt der Angebotspalette präsentiert werden soll. Mit dem Umzug mache sein Unternehmen „den nächsten Entwicklungsschritt“, so Spahiu. Nach seinen Worten ist ISP bundesweit tätig. Gerade im süddeutschen Raum sei die Nachfrage so groß, dass man vor einem Monat eine zweite Niederlassung mit fünf weiteren Mitarbeitern in Ulm eröffnet habe. „80 Kilometer bis Stuttgart, 120 bis München – die Lage ist optimal“, sagte Spahiu. Er sei glücklich über den Verkauf des neben dem Baumarkt Humbert gelegenen Grundstücks, sagte der Börrstadter Ortsbürgermeister Martin Fattler: „Es war uns schon lange ein Anliegen, das Gewerbegebiet zu entwickeln. Der Gemeinderat steht voll hinter dem Projekt.“ Der Winnweilerer Verbandsbürgermeister Rudolf Jacob zeigte sich ebenfalls erfreut über den Vertragsabschluss: „Mit der Firma ISP Massivbau konnten wir ein uns gut bekanntes Unternehmen – das ansonsten seinen Firmensitz in einen anderen Orts gelegt hätte – in der Verbandsgemeinde halten.“ Spahiu dankte ausdrücklich den Verantwortlichen der Ortsgemeinde Börrstadt sowie der VG in Person von Jacob „für die Kooperation und Unterstützung“.