Donnersbergkreis Das „Anhängsel“ von Alsenbrück-Langmeil

Mit unserem vergangenen Luftbild-Rätsel haben sich manche Teilnehmer nach eigener Aussage ganz schön schwer getan. Kein Wunder – hat doch der abgebildete Hof eher den Charakter eines „Straßenzugs“ (Claus Becker, Christian Kreutz), einer „Wohnstraße“ (Gerhard und Sylvia Hager) oder eines „Anhängsels an das Wohngebiet“ (Volker Langguth-Wasem). Daher entsteht „mehr der Eindruck eines geschlossenen Dorfes denn eines Hofes“, wie Alois Barth betont. Dennoch hat der Winnweilerer die Lösung „auf den ersten Blick“ gewusst: Gesucht hatten wir den zu Alsenbrück-Langmeil gehörenden Wäschbacherhof.
Da die Doppelgemeinde wiederum ein Ortsteil von Winnweiler ist, stellt Letzteres streng genommen die politische Heimat des Hofes dar. Was Claus Becker aus Mauchenheim zu der süffisanten Bemerkung veranlasst hat: „Winnweiler, das diesen geschichtsträchtigen Ort erbeutet hat, wird mir verzeihen, dass ich sie mit keiner Silbe erwähnt habe.“ Rein geografisch hat der Wäschbacherhof ohnehin keinen Bezug zur Muttergemeinde. Die Konstellation des Luftbildes hat Alois Barth schön beschrieben: „Von rechts kommt die nach Imsbach führende Straße. Der von ihr abbiegende Weg, der in der linken oberen Bildhälfte zu sehen ist, führt nach Alsenbrück. Der vom anderen Ende des Hofes (im Bild unten) wegführende Weg geht Richtung Röderhof.“ Markant sei auch das Gesamtbild des Hofes mit der relativ geraden und ebenen Straße, die am Ende nach links abbiegt und etwas ansteigt. Weiterhin verweist Barth darauf, dass „der hinten (im Bild unten) gelegene Teil wohl der ursprüngliche Wäschbacherhof sein dürfte. Die Straße dahin wurde dann von Langmeil kommend ab der Einmündung der Kreisstraße zunehmend bebaut.“ Dies habe zu einem „fast zusammengewachsenen Ortsbild geführt“. Anderen hat das Rätsel größere Probleme bereitet. Das verwundert auch nicht – ist doch der Wäschbacherhof den meisten allenfalls vom Vorbeifahren auf der Landesstraße zwischen Imsbach und Langmeil bekannt. „Man bemerkt es kaum, weil man eigentlich nur wenige Häuser wahrnimmt“, betont Werner Moster aus Bisterschied. Joachim Rösch aus Münchweiler sieht „das Erkennen etwas erschwert durch das Abschneiden der L 392 an der linken Bildseite“, während Volker Langguth-Wasem aus Sankt Alban auf den Sackgassen-Charakter verweist: „Dort muss man wenden, die Straße geht nicht weiter.“ Rudi Nagel aus Rockenhausen räumt ein: „Selten musste ich so lange suchen“ – in den mehr als sechs Jahrzehnten seines Lebens habe er „die Wäsch zwei- oder dreimal gesehen“. Dabei hat der Hof einiges zu bieten, wie Horst Böhmer hervorhebt. So sei dieser Bestandteil des „Donnersberger Bauernpfades“ – ein 16 Kilometer langer Rundweg mit Info- und Schautafeln zu den geologischen und landwirtschaftlichen Besonderheiten der Gegend um Winnweiler. „Auf dem Hof berührt er ein altes Backhaus, in dem zu besonderen Anlässen der Backofen angeheizt und Brot wie anno dazumal gebacken wird“, so Böhmer. Schließlich verbindet er mit dem Wäschbacherhof den „Wämmes-Club“. Der nur aus Männern bestehende Verein habe sich die Kulturpflege zum Ziel gesetzt und sei bei vielen Aktivitäten – von der Kerwe bis zur Fasnacht – im Ort präsent. Er sei nach dem Uznamen der Langmeiler benannt, die als „Wammese“ bezeichnet werden. Böhmer: „Wammese waren die vornehmen Leute der Umgebung, denen man nachsagte, sie seien immer in ihren festlichen Garderoben auf der Straße gewesen.“ Demzufolge müsste der Wäschbacherhof also eine Hochburg der feineren Gesellschaft sein. Da sage noch einer, er sei nur ein „Anhängsel“ von Alsenbrück-Langmeil ... (kra)