Donnersbergkreis Da staunen selbst die Sammler

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Die verheerenden Folgen der Flut im Moscheltal haben zu einer Premiere geführt: Erstmals haben die regionalen Organisationen von Rotary-Club und Lions-Club eine gemeinsame Spenden-Sammelaktion ins Leben gerufen. Und dies mit durchschlagendem Erfolg: Runde 111.000 Euro sind dabei zusammengekommen. „Hätte ich nie für möglich gehalten“, bekennt Manfred Schäfer aus Alsenz, der die Initialzündung geliefert hatte. Die Summe soll auf vielfältige Weise Opfern des Hochwassers zugute kommen, so versichern Schäfer und seine Mitstreiter.

Manfred Schäfer

hat in den vergangenen Tagen, Wochen, Monaten wahrlich Klinken geputzt. „Dabei wollte ich ja eigentlich gar nicht wie der ,gute Onkel’ daher kommen“, sagt der Unternehmer aus Alsenz lachend. Doch ihm habe schon einiges daran gelegen, auch mal persönlich vorstellig zu werden, sich hier und dort umzusehen, wo Hilfe nötig sei. „Schließlich geht es um viel Geld.“ Und da sei ja schon Rechenschaft abzulegen, müsse auf sorgsame Verwendung geachtet werden. Seit Jahrzehnten ist Schäfer politisch und sozial engagiert, zählt zudem auch als Mitglied zum Rotary-Club in Kirchheimbolanden. Die Organisation hat sich unter anderem auf die Fahne geschrieben, Hilfe zu leisten, wo Not herrscht. Nah dran an den Ereignissen des Hochwassers im vergangenen Jahr, war Schäfer tätig geworden. Zahlreiche Gespräche mit Präsidenten und Mitgliedern der insgesamt je zehn Rotary- und Lions-Clubs aus der näheren und weiteren Region hat er geführt. Und er hat die Mitglieder überzeugt, dass man doch mal gemeinsam, mit vereinten Kräften helfen könne. Dass dabei unterm Strich eine sechsstellige Summe stehen sollte, hat Manfred Schäfer nach eigenem Bekunden nie und nimmer erwartet. In Reihen des eigenen Clubs in Kirchheimbolanden hatte der Alsenzer zunächst einmal vorgeschlagen, eine größere Summe locker zu machen, um direkt helfen zu können. Der Erlös aus dem Christkindlmarkt floss gleich mal dem Inhaber eines Schaustellerbetriebes zu, dessen Karussell bei der Kerwe in Waldgrehweiler schweren Schaden genommen hatte. Jener Schausteller habe sonst nirgends Unterstützung gefunden. Dann machte sich Schäfer daran, die Sache auszuweiten. Über den Präsidenten des Lions Club Winnweiler, Hans Werner Schröck, knüpfte er Kontakt zu dessen Organisation. Und siehe: Plötzlich gingen Spenden von übers Land verstreuten Clubs – von Mainz über Bad Kreuznach bis Kaiserslautern und Kusel – ein. Sogar Mittel aus Hilfefonds der deutschen Dachorganisation der Lions seien beigesteuert worden. Und einen weiterer Großspender abseits der Clubs fand Schäfer obendrein: Der Deutsche Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein (Dekra) am Stammsitz Stuttgart habe einen erklecklichen Beitrag geleistet, hebt der Alsenzer hervor. Werner Eicher vom Landstuhler Lions Club fungiert momentan als sogenannter Distrikt Chairmann. Er ist damit Repräsentant, Vorsitzender, Sprecher des Regionalverbunds der Lions. Eicher sei es möglich gewesen, weitere Kontakte herzustellen, bundesweit um Unterstützung zu werben, freut sich Schäfer über die Kooperation. „Eigentlich sind wir ja, so könnte man sagen, fast Konkurrenten“, sagt Schäfer mit Blick auf das Verhältnis der beiden Organisationen. So etwas wie Rivalität aber habe es da erfreulicherweise nie gegeben. Ein großer Teil der Spendensumme ging übrigens direkt auf das Konto der „Donnersberger Initiative für Menschen in Not“. Zusätzlich wurde Geld direkt an Gemeinden geleitet, die es zur Bewältigung der Flutschäden bei öffentlichen Einrichtungen verwenden durften. Als eine sensible Aufgaben und „große Verpflichtung im persönlichen wie auch politischen Leben“ bezeichnete es Manfred Schäfer, Geld an einzelne Geschädigte weiterzugeben. Da sei es schwierig, so etwas wie „Gerechtigkeit“ walten zu lassen. Und doch fand der Alsenzer einen Weg: Ihm sei wichtig gewesen, auch Freiberufler und Gewerbetreibende zu unterstützen, die von den Unwetterereignissen gebeutelt worden seien. Menschen also, die keine Spendengelder aus dem großen Topf hätten erhalten können, weil bei diesem Fonds das Augenmerk eben auf der Beseitigung der Wohnraumschäden gelegen habe. Nicht nur, weil er als Selbstständiger um die Situation wisse, sei ihm dies wichtig gewesen, sagt Schäfer. In dem ein oder anderen Betrieb sei das komplette technische Inventar zerstört worden. Es musste alles neu angeschafft werden, „andere haben sogar aufgegeben“, erinnert Schäfer an Schicksale. Darüber hinaus aber habe man auch besonders stark betroffenen Personen geholfen – solchen, die trotz Zuwendungen aus dem Spendentopf Schwierigkeiten hatten, die Renovierung zu finanzieren. Dabei aber habe man sich auf kleinere Beträge beschränken müssen. Mehr als 40 Mal hat Schäfer bei Geschädigten geklopft und geklingelt. Bei den Besuchen hatte er stets Begleiter. Arno Mohr, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Alsenz-Obermoschel, war häufig mit von der Partie. Auch Ortsbürgermeister schlossen sich an, um vor Ort die manchmal sehr schwierige Situation zu erörtern, der sich die Betroffenen haben stellen müssen. Ein ums andere Mal sei es am Wichtigsten gewesen, den Leuten mal zuzusprechen, sagt Schäfer. Der jüngste Besuch führte Schäfer, Mohr und den Landstuhler Lions-Club-Repräsentanten Eicher zur Hundepension „Landsbergen“ in Obermoschel. Betreiberin Julia Preußer und ihr Ehemann hätten vor nicht allzu langer Zeit ein Anwesen erworben und besagte Hundepension aufgebaut. Das neue Angebot sei auch gut aufgenommen worden. Preußers aber wurden vom Hochwasser des direkt neben dem Gebäude verlaufenden Moschelbachs – wie alle anderen auch – völlig überrascht. Ergebnis war, dass sie just nach Abschluss der Renovierungsarbeiten gerade wieder von vorn anfangen. (cha)

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