Talentschuppen
Dörrmoschel: Bei Reiterin Charlotte Bischoff ist Vielseitigkeit Trumpf
Im Jahr 2021 qualifizierte sich Charlotte Bischoff im Springreiten zum ersten Mal für die deutsche Meisterschaft in Darmstadt-Kranichstein, ein Jahr darauf dann auch für die DM in Verden. Das war ein großer Erfolg für die heute 15-Jährige aus Dörrmoschel. In diesem Jahr legte sie wieder nach – und qualifizierte sich in der Dressur mit dem 16-jährigen Fuchswallach Bendix für die deutschen Meisterschaften in München.
„Charlotte hat schon immer viel darauf Wert gelegt, dass mit ihren Springpferden auch dressurmäßig gearbeitet wird“, erklärt Vater und Trainer Sven Bischoff. Das Talent der Tochter blieb daher Olaf Geißler, dem Jugendwart des Rheinland-Pfälzischen Pferdesportverbands, nicht verborgen. Er war es, der den Kontakt zur Reiterfamilie Löcher aus Maxdorf herstellte, die Charlotte Bischoff kurzerhand den Fuchswallach Bendix zur Verfügung stellte. Im Winter 2022 zog das Dressurpferd im Dörrmoschler Stall ein.
Schon wieder zur Sichtung nach Warendorf
„Ich bin Familie Löcher sehr dankbar, so eine Chance zu bekommen und dass sie an mich geglaubt haben“, sagt Charlotte Bischoff. „Über die Wintermonate konnten wir uns aufeinander einstellen. Wir haben wirklich viel trainiert, und es hat sich gelohnt“, strahlt die 15-Jährige.
Ab dem Frühjahr ging es dann steil nach oben. Im Juni konnte sie ihren ersten Sieg in der Klasse L einfahren. Bei den Landesmeisterschaften in Pirmasens ritt sie das erste Mal auf dem großen Viereck und konnte hier die Finalprüfung gewinnen. Bei diesen Meisterschaften gewann sie die Silbermedaille.
Aufgrund dieses Erfolges wurde sie zum Sichtungslehrgang nach Warendorf ins Bundesleistungszentrum der Reiter geschickt. „Nach Warendorf zu dürfen, ist immer sehr aufregend“, berichtet die 15-Jährige stolz. „Im Springen durfte ich schon hin. Und jetzt auch in der Dressur, das sind tolle Erfahrungen.“ Am ersten Tag wurde dort mit Bundestrainer Hans-Heinrich Meyer zu Strohen trainiert. An zwei weiteren Tagen wurden Sichtungen geritten. „Das bedeutet, eine Aufgabe vorzureiten“, erklärt Bischoff. „Danach gab es immer noch eine Videobesprechung, bei der besprochen wurde, was wir besser machen können.“ In Warendorf wurde Bischoff für die deutschen Meisterschaften in München nominiert, die sie dann als absoluter Dressursport-Neuling im Mittelfeld abschließen konnte. „Es war unglaublich, im Olympiastadion in München reiten zu dürfen.“
Doppel-Pfalzmeisterin der Junioren
Bei den anschließenden Pfalzmeisterschaften in Zeiskam startete sie im Springen und in der Dressur der Junioren. „Im Juniorenbereich war ich die Jüngste, trotzdem lief es sehr gut“, freut sich Bischoff. „Meine Pferde waren an allen drei Tagen super drauf.“ Bischoff konnte mit Bendix in der L-Dressur zwei von drei Wertungen gewinnen, und mit dem 13-jährigen Holsteiner Casscon ritt sie drei Null-runden im L-Springen. „Als das letzte Hindernis am Finaltag kam und ich noch keinen Fehler hatte, war ich sehr aufgeregt“, erinnert sie sich noch genau. „Casscon sprang aber wie selbstverständlich drüber, das war ein tolles Gefühl“, sagt sie. Damit wurde Bischoff Doppel-Pfalzmeisterin in der Dressur und im Springen. „Ich bin sehr stolz auf meine Pferde. Sie geben alles für mich.“
Für kommende Jahr lautet Bischoffs Ziel, im M-Bereich in der Dressur sowie im Springen anzukommen. Ein Traum wäre es für sie, Ende der nächsten Saison im Springen sogar in die höchste Klasse reinschnuppern zu können. „Aber da schaue ich, wie es sich entwickelt. Es gehören bei dem Sport ja immer zwei dazu“, lacht die Neuntklässlerin der IGS Rockenhausen. Dafür trainiert sie im Winter viel. „Aber ich gehe auch gern ausreiten und genieße einfach die turnierfreie Zeit mit meinen Pferden.“ Viel Freizeit bleibt ihr neben ihren Pferden und der Schule ohnehin nicht. „Wenn dann doch mal Luft ist, treffe ich mich am liebsten mit meinen Freundinnen“, sagt sie.