Donnersbergkreis Coronavirus: Welche Maßnahmen Apotheken im Donnersbergkreis ergreifen

An der Löwenapotheke in Kirchheimbolanden werden die Kunden derzeit über die Notdienstklappe bedient. Zum Schutz der Mitarbeiter
An der Löwenapotheke in Kirchheimbolanden werden die Kunden derzeit über die Notdienstklappe bedient. Zum Schutz der Mitarbeiter, wie Inhaber Marc Muchow sagt.

Das Thema Coronavirus und die Vorkehrungen – es hat in den vergangenen beiden Tagen im Donnersbergkreis kräftig Fahrt aufgenommen. Auch bei Apotheken in der Region. Manche haben sich zu speziellen Schutzmaßnahmen entschieden.

„Wir wollen natürlich weiterhin für die Leute da sein. Gerade in dieser Zeit“, betonte gestern Marc Muchow, nicht nur Kirchheimbolandens Stadtbürgermeister, sondern auch Inhaber der Löwen- sowie Donnersberg-Apotheke in der Kreisstadt. Zum Schutz der Mitarbeiter habe man sich jedoch darauf verständigt, die Besucher zunächst einmal nur über die Notdienstklappe zu bedienen. „Unsere Mitarbeiter sind normalerweise in direktem Kontakt mit Kunden. Auf diesem Wege spricht man sich nicht direkt ins Gesicht“, erläuterte Muchow die Maßnahme.

Glastür einen Spalt geöffnet

Am späten Donnerstagnachmittag bildete sich vor der Marktapotheke in Göllheim eine kleine Schlange. Die zweiflügelige Automatikglastür war nur einen Spalt geöffnet, durch den die Kunden bedient wurden. Eine Beratung konnte unter diesen Bedingungen nicht stattfinden. Ein Aushang wies darauf hin, dass dieser „Spalt-Zustand“ vorläufig andauern solle. Am Freitagmorgen war die Tür dann wieder geöffnet. Es gab ein neues Schild: „Menschen mit Fieber dürfen die Apotheke nicht betreten, alle müssen voneinander Abstand halten und es dürfen sich höchstens fünf Kunden im Raum aufhalten.“ Was darüber hinausgeht, müsse draußen warten.

Keine einheitlichen Vorgaben

Auf Anfrage der RHEINPFALZ teilte Frank Eickmann, Pressesprecher des Landesapothekerverbands (LAV) in Mainz, mit: Soweit ihm bekannt sei, gebe es keine einheitlichen Vorgaben für Apotheker. Jeder könne selbst entscheiden, wie er sich verhalten und sich sowie seine Mitarbeiter schützen will. Da sich in Apotheken gewöhnlich mehrere Menschen aufhalten, die gesundheitlich beeinträchtigt sind, sei es wichtig, Vorkehrungen zu treffen. „Erkrankte Angestellte lassen sich dort nicht ohne Weiteres ersetzen, es müssen Fachkräfte sein, deren Aufgabe es ist, die Versorgung der Kunden sicherzustellen“, so der Sprecher. Er wisse, dass einige Kollegen nur über die Notdienstklappe bedienen.

Bitte möglichst viel Abstand

Ullrich Geib, Inhaber der Adler- und der Schloss-Apotheke in Rockenhausen, sieht zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Veranlassung, am normalen Betrieb etwas zu ändern. Auch hier habe man ein Schild aufgestellt mit der Bitte an die Kunden, möglichst viel Abstand zueinander zu halten. Natürlich werde er aber die aktuelle Entwicklung beobachten und gegebenenfalls über weitere Maßnahmen nachdenken, teilte Geib der RHEINPFALZ mit.

Kund mit „akuten Beschwerden“ sollen klingeln

Bei der Schloss-Apotheke in Gaugrehweiler sieht man bislang ebenfalls keine Veranlassung, den regulären Betrieb einzuschränken. Es werde lediglich mit einem Schild am Eingang darauf hingewiesen, dass Kunden mit „akuten Beschwerden“ möglichst nicht den Verkaufsraum betreten sollen. Sie können stattdessen klingeln und werden dann von den Mitarbeitern an der Tür bedient. Ohnehin sei der Andrang in der ländlichen Gegend vermutlich geringer als in einer städtischen Apotheke, was auch die Infektionsgefahr etwas mildere.

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