Rockenhausen RHEINPFALZ Plus Artikel „Café Rok“ soll neuer Treffpunkt in der Innenstadt werden

Familienbetrieb: Salah Abdullah (links) arbeitet im Café mit Tochter Beyza zusammen.
Familienbetrieb: Salah Abdullah (links) arbeitet im Café mit Tochter Beyza zusammen.

In einen der größten Leerstände in Rockenhausen ist wieder Leben eingekehrt. In der Waldbergstraße sind Backwaren und hausgemachte Süßspeisen im Angebot.

Fast 15 Jahre war das ehemalige Café Janson in der Waldbergstraße geschlossen, war zuletzt viele Jahre eine der Stellen in der Innenstadt, die das Problem zunehmender Leerstände in Rockenhausen besonders deutlich machten. Seit ein paar Wochen ist aber wieder Leben hinter den großen Fenstern des Cafés. Mehr noch: Es wird auch die alte Café-Tradition auf neue Art und Weise fortgeführt. Nun als „Café Rok“, mit anderen Schwerpunkten auf der Speisekarte, aber einem Hintergrund, der wiederum sehr gut zum Vorgänger-Café passt.

Familienbetrieb mit mehreren Standbeinen

Schließlich betreibt Salah Abdullah ebenfalls ein echtes Familienunternehmen. Der Deutsch-Iraker führt das Café, seine Tochter und seine Ehefrau arbeiten mit. Zudem werden auch die schon länger in Rockenhausen etablierten „Paschas Grill“ und „Pascha-Kebap-Haus“ von Mitgliedern der Familie Abdullah betrieben. Seit 25 Jahren lebt Salah Abdullah in Deutschland. Mit dem Café hat er sich nun einen Wunsch erfüllt, auch wenn er den Laden eigentlich gar nicht selbst betreiben wollte. Nachdem er das frühere Café Janson gekauft hatte, war der Gedanke eigentlich der, die Räumlichkeiten zu modernisieren und dann einen geeigneten Pächter zu finden. „Man findet heutzutage aber einfach nur noch schwer wirkliche Interessenten“, sagt er. So setzte sich schließlich die Idee durch, das Café doch selbst zu betreiben. „Und das vor allem deshalb, weil es mir großen Spaß macht“, sagt Salah Abdullah.

Bis zur Eröffnung gab es jedoch reichlich Arbeit. Seit April arbeitete er an der Modernisierung, vor allem in der alten Backstube, die nach Aussage Abdullahs nicht mehr zeitgemäß gewesen sei. Vorgänger Thomas Janson hatte das Café zuletzt 1999 einem Umbau unterzogen und es bis 2010 geführt – seitdem nagte der Zahn der Zeit an Backstube und Café. Runderneuert eröffnete das „Café Rok“ dann Anfang Oktober seine Türen. „Das Interesse ist von Anfang an sehr groß. Es sind schon viele Leute gekommen“, sagt Abdullah. Tatsächlich sind die Plätze am Vormittag und Nachmittag gut besetzt. „Besonders der Kaffee und unsere hausgemachten Süßspeisen sind sehr beliebt“, sagt er. Dort, wo früher vor allem Backwaren entstanden sind, entstehen heutzutage Baklava und andere orientalische Süßspeisen, die im Café angeboten werden. Die Backwaren werden indes ebenfalls regional hergestellt. Abdullah bezieht Brot und Brötchen aus der Pulvermühle in Lohnsfeld.

Senioren als Zielgruppe, aber auch junge Familien

Die Karte bietet das, was man von einem Café erwartet. Neben verschiedenen Kaffee- und Teevariationen gibt es eine Frühstückskarte mit verschiedenen Menüs und eben das, was die Theke so hergibt. Damit will Abdullah gleichermaßen die Zielgruppe erreichen, die schnell etwas zu essen für die Pause oder den Weg mitnehmen will und auch diejenigen, die das Café als Treffpunkt ansteuern. Besonders Letzteres ist ihm ein großes Anliegen. „Ich beobachte, dass wir hier in Deutschland viele ältere Menschen haben, die viel alleine sind. Da sind Cafés als Möglichkeit für ein Treffen untereinander besonders wichtig“, sagt er. Entsprechend froh sei er, dass er genau das bereits bei seinen Gästen bemerkt habe. Den Gedanken greift auch Bürgermeister Michael Vettermann auf. „Es ist sehr wichtig und gut für unsere Innenstadt, dass das Café nun wieder mit Leben gefüllt ist“, sagt er. Auch wenn weiterhin einige Leerstände bleiben und Lösungen für diese nicht unbedingt leicht zu finden sind – mit dem Café fällt zumindest ein Problempunkt nun weg.

Salah Abdullah hofft, mit seinem Angebot in Rockenhausen viele Menschen anzusprechen. Auch Familien. Mit einer Kinderecke, gefüllt mit Luftballons, und einem Wickelbereich will er gezielt auch junge Familien mit kleinen Kindern ansprechen. Als Ort, an dem sich junge Eltern ebenso treffen können und willkommen fühlen, wie eben auch ältere Generationen.

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