KIRCHHEIMBOLANDEN
Breitbandausbau: Mehr als 180 Hausanschlüsse bislang fertig
Anfang März 2020 war der über Jahre vorbereitete, von Bund und Land üppig bezuschusste Breitbandausbau für zuvor un- oder unterversorgte Bereiche in Unkenbach in die heiße Bauphase geschickt worden. Bis Ende 2022 wird dieser Ausbau über den gesamten Donnersbergkreis hinwegrollen, allerdings mit unterschiedlicher Intensität je nach bereits vorhandenem Ausbaustand. Berücksichtigt werden Bereiche mit einem Versorgungsstand von weniger als 30 MBit, es geht dabei um rund 2000 Hausanschlüsse und 100 Betriebe sowie Schulen im Landkreis, die mit direkten Glasfaseranschlüssen danach in die Gigabit-Liga aufsteigen können.
Nicht einfach ist es, den Baufortschritt zusammenzufassen, denn es sind ganz unterschiedliche Schritte, die gleichzeitig vollzogen werden. Die Überlandverkabelung ist das eine, der innerörtliche Tiefbau das andere, das Kompliziertere und Aufwendigere. „Das läuft parallel. Die Überlandbagger fahren, und innerorts wird dann genau bestimmt, wo das Kabel dort verlegt wird, wird gefragt: Wer ist betroffen, welche Grundstückseigentümer machen mit?“, beschreibt Reiner Bauer, in dessen Stabsstelle Wirtschaftsförderung und Standortentwicklung im Kreishaus die Fäden zusammenlaufen.
55 Kilometer Tiefbau erledigt
Abgeschlossen ist der Tiefbau bislang in Alsenz, Sitters, Unkenbach, Bremricherhof, Gutenbacherhof und Hanauerhof. 181 Hausanschlüsse waren bis Stand Mittwoch im Zuge dieses Ausbaus fertig. Aktuell wühlen sich die Bagger durch Mörsfeld, Kriegsfeld, Bennhausen, Gerbach und Obermoschel. Insgesamt 55 Kilometer Tiefbau wurden nach Bauers Angaben bislang abgearbeitet, innerorts und zwischen den Orten. Damit ist gut ein Viertel der geplanten Tiefbauarbeiten erledigt, insgesamt sind 207 Kilometer zu absolvieren.
Vielerorts sei die Abstimmung mit Behörden und Versorgungsträgern im Gange. In manchen Orten – wie etwa in Bennhausen – holten die Pfalzwerke bei dieser Gelegenheit die noch vorhandenen Dachständer herunter und verlegten die Stromkabel in die Erde, hier und da werde auch ein Stück Straßenbeleuchtung mitgemacht, verweist Bauer auf die Absicht, den erforderlichen Tiefbau möglichst umfassend zu nutzen. Da sei die Kooperation gut. In Unkenbach, das als erster Ort „dran war“, zeige man sich sehr zufrieden mit dem Ablauf und der Kommunikation mit den Firmen, das habe ihm Ortsbürgermeister Frank Müller bestätigt.
Arbeiten im Plan
Dem sogenannten Meilensteinplan zum vorgesehenen Bauablauf, der auf der Homepage der Kreisverwaltung einsehbar ist, sei das Projekt im Hinblick auf die anvisierten Baustarts ein wenig voraus, wobei von Baustart dann die Rede sei, wenn das Kabel die Ortsgrenze erreicht habe. In einzelnen Orten könne es mal klemmen, aber strukturellen Verzug gebe es aus seiner Sicht keinen, so Bauer.
Die Beteiligung der Bürger sei sehr gut. Reibungspunkte oder gar Widerstände habe er nicht wahrgenommen, wohl aber, dass etliche weitere Interessierte sich über die feststehenden Adresspunkte hinaus, die bei den Vorabsondierungen als unterversorgt ermittelt worden waren, noch zusätzlich beteiligen wollten. „Da haben wir noch einige Nachmeldungen, die noch mitmachen wollen und können. Das wird positiv und als Chance wahrgenommen. Denn wer jetzt den Ausbau an sich vorübergehen lässt, der muss warten und dann selbst Geld in die Hand nehmen, weil es dann nicht mehr kostenfrei funktioniert“, erläutert der Standortentwickler.
Mittlerweile zeigen mehr Anbieter Interesse
Dass inzwischen weitere Anbieter mit Ausbauangeboten auftreten, sieht Bauer positiv. Relevant sei da die Deutsche Glasfaser, die allerdings noch nicht konkret ausbaut. Es sei erfreulich, dass mehrere Anbieter an Adresspunkten Interesse zeigten, wo das bei der Markterkundung vor vier Jahren nachweislich nicht der Fall gewesen war. „Das war ja die Zugangsvoraussetzung für unser Programm, dass dort kein anderer Anbieter eigenwirtschaftlich etwas machen wollte.“ Grundsätzlich sei es gut, wenn die Anbieterzahl größer werde, auch im Hinblick auf die Entwicklung von Neubaugebieten.
Die weiteren Schritte führen das Projekt in die Verbandsgemeinde Göllheim und danach in die VG Winnweiler, da seien die verwaltungstechnischen und rechtlichen Vorklärungen im Gange. In diesen bereits weitgehend gut versorgten Gegenden gehe es lediglich um einzelne Außenbereiche, an die man mit dem Kabelpflug direkt heranfahren könne, und nicht mehr um innerörtlichen Ausbau – mit Ausnahme natürlich der Schulen.
Nächste Schritte in Sicht
Der Breitbandausbau soll nicht bei diesem laufenden Projekt stehen bleiben. Mit den Verbandsgemeinden sei der Kreis am Einstieg in eine Masterplanung, um die Mehrheit der Anschlüsse über den unterversorgten Bereich hinaus ebenfalls in den Gigabitbereich zu bringen. Da werde es darum gehen, anstehende Tiefbaumaßnahmen so zu koordinieren, dass der Glasfaserausbau weitergeführt werde.
In Sichtweite sei auch ein „Graue-Flecken-Ausbau“, bei dem es um Förderprogramme geht für solche Bereiche, die etwas besser versorgt sind als die im jetzigen Ausbau. „Das wird sicher eine Aufgabe, die uns noch Jahre beschäftigen wird“, sagt Bauer. Es gebe monatliche Treffen mit den Verbandsgemeinden und den Ausbauunternehmen, bei denen über solche künftigen Schritte schon gesprochen werde. Die Förderanträge werden dafür von den Verbandsgemeinden gestellt.