Donnersbergkreis Boogie und „viel Schönes“
DIELKIRCHEN. Alexander von Wangenheim, am „Majik-Dienstag“ zu Gast in Dielkirchen, hatte nicht nur den angekündigten Boogie, sondern auch, wie er es immer wieder treffend beschrieb, viel „Schönes“ im Repertoire. Gemeint sind in diesem Fall Liebeslieder. Und tatsächlich, einige der schönsten. Der Pianist war schon häufig zu Gast bei Ken Legendre in der früheren Majik Lounge in Bad Kreuznach.
Der gebürtige Wiesbadener überragt mit seinen 2,05 Metern jeden umstehenden Gast an diesem Abend. Kurz zuvor hatte er noch seine „Erkennungsmelodie“ zum Besten gegeben, „Short People“. „Als hätte Randy Newman es für mich geschrieben“, meinte der Musiker verschmitzt. Am Anfang des Konzerts schien das Publikum noch nicht so mutig zu sein, man summte leise vor sich hin. Dies änderte sich abrupt, als bei „Piano Man“ Ken Legendre nach vorne stürmte und stimmgewaltig die Strophen ohne Mikrofon schmetterte. Schon beim nächsten Lied „Easy“ von „Faith No More“ trauten sich die Textsicheren im Publikum, lauter zu singen. Bei „Jeans on“ hält kaum noch jemanden still. Fast alle stimmen mit ein. „Ich habe gehört, dass die Dielkirchenerinnen und Dielkirchener gerne mitsingen“, meint Alexander von Wangenheim anerkennend und spricht zuerst die Damen an. „Wir sind Naturtalente!“, bestätigt daraufhin eine Frau aus dem Publikum. Keine Frage: Dass die Gäste singen können, beweisen sie an diesem Abend immer wieder gerne. Auch für „Völkerverständigung“ setzt sich der Pianist leidenschaftlich ein: So ist es ihm eine Herzensangelegenheit, eine „Brücke“ zwischen Wiesbaden und Mainz zu schlagen. Symbolisch natürlich – versteht sich wohl von selbst – in einem Lied, dem selbstgeschriebenen „Brüggeblues“, in dem er sich selbst als Pontifex beschreibt, der Harmonie zwischen den Nachbarn vermitteln möchte. Der ruhige und gelassene Wiesbadener mit seiner angenehmen tiefen Stimme sorgte in seinem Konzert mit einem feinen und nuancierten Humor für angenehm heitere Stimmung. In der Pause entschließen sich Legendre und sein Gast, ein Lied von Cat Stevens spontan vorzutragen. „Ohne Proben nach oben! Oder wie wir Musiker immer sagen: ,Wer probt, fällt seinen Kollegen in den Rücken’“, kündigt er das gemeinsame Stück an. Ohne Zugabe wollen die Dielkirchener Alexander von Wangenheim nicht gehen lassen. „Noch einen Boogie Woogie, bitte!“, fordert beispielsweise eine Frau. Gelassen setzt er sich wieder an das Klavier und trifft dann mit „Crocodile Rock“ von Elton John den Nerv des Publikums. Ganz alleine und verzückt singen alle die berühmte „Lala-Passage“ des Liedes. „Ich sagte doch schon, aus Ihnen könnte man einen Chor machen“, bestätigt Wangenheim.