Donnersbergkreis Blickpunkt: DER RHEINLAND-PFALZ-TAG in ALZEY: Hier schlägt das Herz des Landes

Dunkle Wolken, aber auch blaue Lücken, hin und wieder mal ein Schauer: Das Wetter war gestern Abend zum Start des Rheinland-Pfalz-Tages besser als befürchtet, in Alzey war mächtig was los. Erst gegen 22 Uhr fing es an zu schütten. Der Platz an der RPR1-Bühne war schon früh so voll, dass keine Menschen mehr drauf durften. Überfüllt war die Stadt jedoch nicht. Alles in allem ein äußerst stimmungsvoller Start des Landesfestes.
Der Dank des Stadtbürgermeisters geht an die Ministerpräsidentin. Christoph Burkhard ist bereits kurz nach der Eröffnung schwer begeistert vom Landesfest in seinem Alzey. „Es hat sich gelohnt, dass wir es nach Alzey bekommen haben“, sagt Burkhard bei der Eröffnung des Radiosenders RPR1 auf dem Sportgelände der Gymnasien, wo bereits um kurz nach 18 Uhr mehrere Tausend Menschen sind. „Gigantisch“, schiebt Burkhard nach. Und dann kommt der Dank an Malu Dreyer. Dafür, dass die „heimliche Hauptstadt Rheinhessens“ den Rheinland-Pfalz-Tag ausrichten darf. „Hier schlägt in diesen Stunden das Herz von Rheinland-Pfalz“, dröhnt es immer wieder aus den Boxen an der gigantischen Bühne von RPR1. Auf dieser hat ab 20.45 Uhr Max Giesinger die Massen im Griff. Diese wiederum warten auf dessen Hit „80 Millionen“. Und natürlich wird der Wunsch erfüllt. Das Publikum singt lautstark mit. Welch eine Stimmung! Alzey feiert! Natürlich nicht nur auf dem Schulgelände, sondern in der ganzen Stadt auf zehn Bühnen. Zum Beispiel am Obermarkt, wo SWR-Moderator Martin Seidler um kurz nach acht mit dem Publikum zum letzten Mal den Applaus probt. Das steht dicht gedrängt um die große Bühne und wartet auf den Start der eineinhalbstündigen Liveshow des Senders. Für die sind zum Auftakt des Landesfests einige musikalische Größen nach Alzey gekommen: „Pop-Poet“ Laith Al-Deen gibt gleich mehrere Songs zum Besten, die brasilianisch-deutsche Sängerin Be Ignacio stimmt mit südamerikanischen Rhythmen auf Olympia in Rio ein. Und als Altrocker Chris Thompson mit rauchiger Stimme „Davy`s on the road again“ singt, stimmen auf dem ganzen Platz Fans mit ein. Aber auch die Rheinland-Pfälzer kommen nicht zu kurz. Und so darf etwa die achtjährige Zoe Herzog aus Ramstein – immerhin Weltmeisterin im Kickboxen – Moderator Seidler einen Seitkick beibringen. „Man braucht sehr viel Power“, erklärt Zoe. Fast vergessen scheint zu dieser Zeit, dass noch am Nachmittag, als sich Alzey für seine Besucher noch rüstete, immer wieder bange Blicke gen Himmel geschickt wurden. Doch trotz aller Bedenken die Straßen von Alzey füllten sich nach und nach. Nicht nur von den großen Bühnen bekommen die Besucher jetzt einiges zu hören. Auch noch weniger bekannte Gruppen wie die Blind Foundation aus Frankfurt – zwei der vier Musiker sind blind – machen Rheinhessen auf sich aufmerksam, die mit einem Weingläschen in der Hand stehen bleiben und lauschen. „Wegen Überfüllung geschlossen“ heißt es bei der Lichtinstallation in der Nikolaikirche. „Die Erschaffung der Welt“ – Illuminationskunst im Dialog mit der „Toccata und Fuge in D-moll“ an der Orgel lockt Hunderte von Besuchern. „Da geht gar nichts mehr“ sagt ein Security-Mitarbeiter. „Ist ja heute in der Kirche nicht unbedingt üblich“. Auch am Samstag heißt es hier wieder „Farbe bekennen“, um 23 Uhr gar mit einer Late-Night-Modeschau mit der Designerin Anja Gockel – „Let the colours move“. Pünktlich zum Konzert von Rea Garvey setzt gegen 22 Uhr der Regen ein. „Ein typisch irischer Frühlingstag“, hatte der Sänger, der ja aus Irland stammt, schon vorher geflachst. Wohl ahnend, was da noch vom Himmel kommen wird. Der Stimmung auf dem brechend vollen Sportgelände der Gymnasien tut das keinen Abbruch. Alzey feiert auch bei Regen, feiert den Star, feiert sich selbst. So soll es ja sein beim Landesfest. (jgl/kth/ssl/rgb))