Donnersbergkreis Blick für Linien und Formen
WINNWEILER. „Gebäude der Macht“ ist das Thema einer imposanten Ausstellung in den Räumen der Verbandsgemeindeverwaltung Winnweiler. Gezeigt werden Werke des Künstlers Wilfried von Nowicki. Bedeutende Gebäude der Bundeshauptstadt Berlin hat Nowicki in ein Licht gerückt, das selbst der beste Berlin-Kenner so noch nicht gesehen hat.
Gerne präsentiere die Ortsgemeinde Winnweiler im Rahmen der Veranstaltungen zum 1125-jährigen Jubiläum diese Bilderserie, betonte Ortsbürgermeister Rudolf Jacob (CDU). Das Rathaus mit seinen hellen Wänden sei bestens geeignet, solche Kunstwerke zu zeigen. „Das Rathaus ist ein Stück der kleinen Macht“, bemerkte Jacob, der sehr gerne Kunst in das öffentliche Gebäude holt. Er zeigte sich beeindruckt von der Verbindung mehrerer Kunstrichtungen. Durch Licht und Perspektive habe Wilfried von Nowicki die Befähigung, nicht nur Gebäude der politischen Macht, sondern auch Häuser von Wirtschaftsunternehmen in ein anderes Licht zu rücken. Die Ausstellung wird bis Ende des Jahres im Rathaus zu sehen sein. Helmut Puschmann aus Bielefeld würdigte Leben und Wirken von Nowickis. Der 1941 in Wuppertal geborene Künstler hat sich schon in jungen Jahren der Malerei und Grafik, der Werbung und dem Fotodesign gewidmet. Das macht sich in seinen nun ausgestellten Bildern bemerkbar. Seit mehr als 40 Jahren gibt er sein Wissen und seine Fähigkeiten in Seminaren an interessierte junge Leute weiter. Nowickis Bilder im Rathaus benötigen keine Titel oder hinweisende Texte, sie sind aussagekräftig genug, um verstanden zu werden. Da gibt es die moderne Kuppel des Bundestages, in besonderem Licht über dem Altbau, dem Reichstag, zu bewundern. Er zeige den Potzdamer Platz mit unterschiedlichen Aufnahmen. Dabei stellt der Künstler die Metallgestänge in den Vordergrund und lässt das damit verbundene Gebäude in einer ganz anderen Perspektive erscheinen. 1991 gründete Wilfried von Nowicki die Falkensteiner Foto-Freunde, den heutigen Fotoclub Winnweiler. Zudem ist er Mitglied der Gruppo Fotografico de Gruppo Italiano Amici della Natura di Volterra. Er gehört auch dem DVF, dem Deutschen Dachverband für Fotografie, an. Einen Ehrentitel hat der Künstler für seine außergewöhnlichen Arbeiten von der Federation Internationale de I`Art Photographique (FIAP) erhalten. Bereits im Jahr 1977 wurde der Künstler Landes-Fotoleiter der Naturfreunde-Fotografen in Rheinland-Pfalz, schon bald danach Bundes-Fotoleiter und letztlich internationaler Fotoleiter. Er hat diesen Blick fürs Wesentliche, bringt er doch das Motiv immer wieder ganz einfach auf den Punkt. Deshalb regiert bei ihm oftmals die Schere, die Unwichtiges abschneidet. „Er hat einen unnachahmlichen Blick für Formen, Linien, Flächen und Proportionen“, sagte Puschmann. Und das schönste sei, dass er sein Wissen nicht zurückhalte, sondern bereitwillig die Menschen daran teilhaben lässt. Sein Leitspruch zu dieser Bilderserie lautet „Lust am Entdecken beim Betrachten“. Besonders gefallen die Ausschnitte der Hochhäuser mit den ungewöhnlichen Perspektiven. Auf einigen seiner Bilder scheinen Stufen direkt in den Fotohimmel zu führen. Neben schnurgeraden Linien gibt es an anderer Stelle geschwungene Bögen, die das ganze Ensemble zusammenhalten. Dem Künstler gehe es nicht um Auszeichnungen, sondern um die Fotografie, betonte Puschmann. Dennoch freute er sich über eine Botschaft aus Österreich von Kurt Batschinski, einem Vorstandsmitglied der FIAP. Die Organisation wünscht sich noch viele Jahre Bilder von Wilfried von Nowicki. (llw)