Kirchheimbolanden
Bistro Italy: Neues Restaurant im ehemaligen Da-Caruso-Gebäude
Wer in den vergangenen Monaten abends durch die Kirchheimbolander Gartenstraße gefahren ist, dürfte es bemerkt haben: In den früheren Räumen des italienischen Restaurants Da Caruso ist wieder Leben eingekehrt. Seit 30. Oktober hat das neue Bistro Italy geöffnet. Eigentlich sollte der Start früher erfolgen, ein Wasserschaden sorgte jedoch für eine Verzögerung von mehreren Wochen. Betreiber Francesco Caruso konnte dem Termin dennoch etwas Gutes abgewinnen: Die Eröffnung sei gewissermaßen ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk gewesen, wie er sagt.
„Es wäre schade gewesen, diese gute Lage weiter leerstehen zu lassen“, erklärt Caruso. Die Namensgleichheit zum vorherigen Gastronom ist kein Zufall: Er ist der Cousin von Giuseppe Caruso, Chef des traditionsreichen Restaurants, das vor rund zwei Jahren an seinen neuen Standort gegenüber der Volksbank umgezogen ist.
Täglich drei Stunden pendeln zur Arbeit
Im Alter von 18 Jahren kam Francesco Caruso im Jahr 2000 aus Italien nach Deutschland. Zunächst hat er im Lokal seines Cousins gearbeitet, wechselte aber später in eine andere Branche nach Bad Dürkheim und stieg damit vorübergehend aus dem Familienbetrieb aus. Im Alter von 43 Jahren kehrte er in die Gastronomie zurück. Caruso ist zwar in Kirchheimbolanden verwurzelt, pendelte aber für seine Arbeit lange Zeit täglich rund drei Stunden. „Irgendwann musste damit Schluss sein“, sagt er.
Die Entscheidung für ein eigenes Restaurant sei zwar kein langgehegter Traum gewesen, aber völlig spontan sei sie auch nicht gefallen. „Ich habe mit meinem Cousin gesprochen und mich dann dazu entschlossen, das Lokal zu eröffnen.“ Aktuell arbeitet Caruso noch parallel in seinem bisherigen Beruf. Falls sich das Bistro Italy wie erhofft stabilisieren wird, könnte dann Francesco Caruso endgültig auf diese Karte setzen.
Zunächst bewusst keine Werbung gemacht
Der Start sei vielversprechend verlaufen, die Resonanz überwiegend positiv – sowohl von langjährigen Da-Caruso-Gästen als auch von neuen Besuchern aus der Region. „Wir hatten Gäste aus Biedesheim, Göllheim und anderen Orten“, berichtet er. Bewusst habe er anfangs kaum Werbung gemacht. Zunächst habe er sehen wollen, wie das kleine Team mit größerem Andrang zurechtkomme. Derzeit arbeiten vier Personen in dem Restaurant, das über 14 Tische verfügt und rund 60 Gäste gleichzeitig aufnehmen kann. Die Speisekarte ist absichtlich etwas kompakter gehalten. Pizza spielt – wie auch im Da Caruso – eine zentrale Rolle. Entscheidend ist für Francesco Caruso dabei vor allem die Qualität der Zutaten. Einen Teil davon bezieht er direkt aus Italien – unter anderem aus Kalabrien, wo noch Familienangehörige leben. Das spiegele sich auch im Feedback der Gäste wider: Viele bescheinigten dem Bistro eine Pizza „wie aus dem Steinofen“. Sein persönlicher Favorit sei die Pizza Parma mit marinierten Champignons, Rucola und Parmaschinken – wenn er nicht gerade einem guten Steak den Vorzug gebe, wie Caruso erzählt.
Für die Zukunft hat der Gastronom weitere Ideen. Geplant sind unter anderem Gourmet-Pizzen mit besonderen Zutaten wie Burrata, einer weichen und cremigen Mozzarella-Variante. Inspiration hole er sich häufig im Internet – auch auf Instagram ist das Bistro aktiv. Bedarf in Kirchheimbolanden sieht Caruso an Angeboten für jüngeres Publikum. Mit der Schließung des Connemara Irish Pub und der Traditionskneipe Zum Jule seien die abendlichen Ausgehmöglichkeiten in der Kleinen Residenz sehr überschaubar geworden. Das Bistro Italy will hier eine Lücke füllen: Geplant sei ein wöchentlicher Cocktailabend, um einen zusätzlichen festen Treffpunkt in der Stadt zu schaffen.