Donnersbergkreis Bisschen Bierchen – bisschen babbeln
„Vielerorts sterben Kneipen, Wirtschaften und Orte zum Einkehren weg. Wir stemmen uns dagegen.“ Dieses Motto haben sich die Schnorres-Betreiber zum Anliegen gemacht. In der Schlossstraße lädt die Bier-Brauerei um den Winnweilerer Mitgründer Martin Leister morgen ab 10 Uhr zur Neueröffnung der „Schnorres Bierschänke“ ein.
Einfach zusammensitzen, ein frisch gezapftes Bierchen trinken und einen Treffpunkt zum „babbeln“ haben. Dem Kneipensterben entgegenwirken. Die Bar, Stehtische, gebaut aus Holz-Paletten – eine rustikale Einrichtung. Ein Riesenbild vom Donnersberg ziert die Wand, Bilder vergangener Veranstaltungen und Feste verschönern die Theke. „Damit wollen wir Heimatverbundenheit und einen Wiedererkennungswert schaffen. Die Größe der Ladenfläche ist optimal für eine schöne Atmosphäre“, sagt Leister. Vor einem halben Jahr wanderten hier noch Teigwaren der Bäckerei Schmidt über die Theke. Das Innere des Gebäudes, wo früher der Discounter „Markant“ zu finden war, nutzt Schnorres schon seit einiger Zeit als Lager. Nun schließt sich der Kreis. Mit der Bierschänke rückt der Gründerort Winnweiler wieder in den Vordergrund. Vor etwa vier Jahren wurde im Keller des Elternhauses von Martin Leister, der Schnorres mit Kumpel Christoph Przygoda gründete, in der Donnersbergstraße die ersten größeren Mengen an Bier gebraut – damals ein Fassungsvermögen von 100 Liter. Nur 18 Monate später folgte die Eröffnung der Craftbeer-Brauerei in Mehlingen, heutiger Sitz der Unternehmergesellschaft, mit einer Lagerkapazität von rund 10.000 Liter. Die Ausstattung dort besteht aus dem Blocksudwerk, dem „Herzstück“, sowie aus zwei Gärtanks und sieben Lagertanks mit je 1000 Liter Volumen. Die Abfüllung wird komplett per Hand, ohne jegliche Automatisierung, erledigt. Mit der Herstellung und Vermarktung seiner Produkte unterstützt Schnorres neben der regionalen Wirtschaft auch soziale Projekte (Zoar-Gemeinschaft Rockenhausen, Fußballvereine usw…). Ein weiteres Markenzeichen: ein ausrangiertes Feuerwehrauto Baujahr 1978, zu einem mobilen Ausschankwagen umgebaut. „In Mehlingen haben wir bereits eine Art Kneipe. Da kommen auch einige Winnweilerer hin, können aber dann nicht heimlaufen. Mit der Zweigstelle Bierschänke freuen wir uns nun, direkt im Geburtsort unser Bier regelmäßig anzubieten“, betont der 29-jährige Leister. Damit reagierte Schnorres auch auf die Tatsache, dass der Eiskellerverkauf an der Eisenschmelze in Hochstein aus Rücksichtnahme auf die Anwohner als Treffpunkt für den Donnersbergkreis in diesem Jahr nicht mehr stattgefunden hat. Vorerst wird der Brauereiausschank in der Schlossstraße jeden Mittwochabend von 18 bis 22 Uhr geöffnet sein. „Der Mittwoch hat bei uns Tradition. Da ist Bergfest, und viele Gastronomen in Winnweiler haben geschlossen. Den Tag wollen wir nutzen“, so Leister. Bürgermeister Rudi Jacob wertet die Bierschänke als „Aufwertung für den Ortskern. Ich finde es super, dass diese Ladenfläche nun wieder Nutzung findet und Schnorres zurück zu den Wurzeln kehrt. Auch wenn es nicht täglich geöffnet hat – für die Gemeinde ist das eine schöne Sache.“ Morgen um 10 Uhr öffnet die Bierschänke erstmals die Eingangstür. Nicht nur weil Winnweilerer Kerwesamstag ist, wird ordentlich was los sein, Schnorres veranstaltet hinter dem Lokal im Lager auch die 3. „Beerpong“-Meisterschaften. Rekordverdächtige 32 Teams (64 Teilnehmer) werden an den Start gehen und an acht Tischen in einem WM-Modus um den Sieg spielen.