Donnersbergkreis
Bildungsserver überlastet: Fernunterricht startet mit Problemen
Neben Moodle war auch das für Videokonferenzen genutzte Programm Big Blue Button von den Störungen betroffen. „Wir haben Kollegen, die im Moment gar nichts machen – weil nichts geht“, sagte der Schulleiter der Integrierten Gesamtschule (IGS) Rockenhausen, Dirk Melzer, am Vormittag auf Anfrage der RHEINPFALZ. Für ihn nicht überraschend: „Ich habe am Sonntagabend meinen Kollegen über Moodle Nachrichten geschickt und dabei ständig signalisiert bekommen, dass es keine Verbindung zum Server gibt – da war schon absehbar, dass das ein größeres Problem wird.“
Bei Big Blue Button sei das auch nicht verwunderlich, weil dort die Kapazität ohnehin begrenzt ist. „Eine Kollegin hat heute mit ihrer Klasse eine Konferenz gemacht, das hat – je nachdem, wie die Internetverbindung der Schüler war – mehr oder weniger gut geklappt.“ Besser funktioniere es, wenn die Kamera ausgeschaltet sei – „das verstehen aber wiederum manche Schüler nicht“, so Melzer.
Allerdings hätten die Lehrkräfte alternative Möglichkeiten, den Schülern ihre Arbeitsaufträge zu vermitteln. „Wir haben ein digitales Klassenbuch, in dem sie nachschauen können, und eine Cloud, in der unabhängig vom zentralen Server Materialien hochgeladen werden“, erläutert der Schulleiter. Über eine schuleigene Cloud verfügt auch die Gutenbergschule in Göllheim, an der deshalb laut Leiterin Christina Zils gestern reibungslos gearbeitet werden konnte.
Versetztes Einsteigen sinnvoll
Wenig verwundert über den holprigen Start zeigte sich auch Torsten Edinger, Rektor der Albert-Schweitzer-Realschule (ASR) plus in Winnweiler: „Wir dachten uns schon, dass es eng werden könnte, wenn am Montag plötzlich Hunderttausende auf den Server zugreifen wollen.“ An der ASR plus wird nicht mit Moodle, aber mit Big Blue Button gearbeitet. „Am ersten Tag sollten zunächst nur die Klassenleitungen mit ihren Schülern Kontakt aufnehmen, am Dienstag kommen dann die Hauptfächer dazu“, erläutert Edinger den Stufen-Plan.
Eine Kollegin habe berichtet, dass sie im ersten Versuch keine Verbindung zu ihren Schülern herstellen konnte – 15, 20 Minuten später habe es dann funktioniert, sieht Edinger in dem zeitversetzten Einsteigen die beste Lösung. Generell stehe er aber dem Fernunterricht über Big Blue Button positiv gegenüber: „Ich bin froh, dass es dieses System gibt, die Anlaufschwierigkeiten werden sicher auch rasch überwunden sein.“
Fehlersuche läuft
Auch am Nordpfalzgymnasium in Kirchheimbolanden hat es vereinzelte Rückmeldungen von Schülern und Lehrern gegeben, die am Montagmorgen vergeblich auf den Server zugreifen wollten. Weil viele Lehrer im Homeoffice seien, fehle aber ein genauer Überblick, hieß es im Sekretariat der Schule. Unberührt von den Problemen blieb die Georg-von-Neumayer-Schule in Kirchheimbolanden: Sie nutzt für das Homeschooling die Plattform Microsoft Teams.
Das Bildungsministerium wollte am Montagvormittag zunächst noch keine Angaben zur Ursache der Probleme machen. Man sei mit dem Pädagogischen Landesinstitut derzeit auf Fehlersuche, hieß es.