Donnersbergkreis Bierbestellung per SMS noch nicht möglich
Dass auch in den kleinen Gemeinden ausgiebig Kerwe gefeiert werden kann, hat der Winnweiler Ortsteil Potzbach am Wochenende eindrucksvoll bewiesen. Es war ein Fest der Dorfgemeinschaft für die Dorfgemeinschaft. Dessen Höhepunkt war der Umzug und die Kerwerede am Sonntag.
Angeführt wurde der Zug von einem bunten Kerwestrauß, der an einem Schlepper befestigt war. Das Schmuckstück wurde nach der Kerwerede am Bürgerhaus angebracht. Zwei imposante Friesen zogen eine Pferdekutsche, in der es sich Kerweredner Lothar Günther und sein Mundschenk Niklas Nist bequem gemacht hatten. Für musikalische Klänge sorgte Walter Blanz mit seinem Akkordeon. Durstige am Wegesrand wurden von der Straußjugend aus einem Handwagen heraus mit Getränken versorgt. Auch eine rollende Discothek war beim Kerweumzug mit dabei. Zwei Damen hoch zu Ross machten deutlich, dass man sich auf dem Land befindet und die Pferdehaltung hier willkommen ist. Die Nordpfälzer Fans der „Haderlumpen“ präsentierten sich mit einem eigenen Umzugswagen. Sie schenkten zu den Klängen der Zillertaler Musikgruppe regionalen Gerstensaft aus. „Alles nur Theater“ war das Motto beim Unterhaltungs- und Karneval-Verein „Fidelia“ Lohnsfeld. Dazu präsentierten sie auf ihrem Umzugswagen eine Theaterkulisse, und aufgelistet waren die Ausreden der Mitglieder für ihr Fernbleiben bei Arbeitseinsätzen. Stimmgewaltig stellte sich die Straußjugend aus dem benachbarten Höringen vor. Herbstlich dekoriert war ein großes Fass auf Rädern, das von einem historischen Bulldog gezogen wurde. Kerweredner Lothar Günther stieg nach dem Umzug einmal mehr mit seinem Aktenordner auf die Leiter, um über Geschehnisse zu berichten, die bislang teils noch verborgen waren. Zum Beispiel darüber, dass auf dem Dorf noch miteinander geredet wird. Diese Erkenntnisse mussten sogenannte „Neureiche“ bei der letzten Kerwe machen. Ihre Bierbestellung per SMS fand beim Bedienungspersonal keine Beachtung, so dass sie doch das Wort ergreifen mussten, um nicht zu verdursten. Die Tour der Fangruppe zu ihren Idolen, den Haderlumpen, war ein Erlebnis. Bestens vorbereitet machten sie sich auf den Weg. Dieser war allerdings deutlich schwieriger, als angenommen. Grund hierfür war das gescheiterte Ziel des Reiseleiters, die kürzeste Strecke zu fahren. Letztlich haben die Potzbacher dann über viele Umwege ihr Ziel erreicht. Wegen chronischer Erkrankungen suchte ein Kleintierhalter Unterstützung beim Ausmisten der Hasenställe. Trotz „fürstlicher Belohnung“ war die örtliche Jugend dazu jedoch nicht bereit. Letztlich erbarmte sich ein Ingenieur und übernahm die Säuberung. Dafür musste der Tierhalter tief in die Tasche greifen. Immerhin wurde ein „akademischen Preis“ fällig. Auftakt der Kerwefeierlichkeiten war am Freitag auf den zu Potzbach gehörenden Leithöfen. Zum Kerwetanz am Samstag im Bürgerhaus spielten die „Lamnek-Brüder“. Mit einem Frühschoppen an gleicher Stätte begannen die Aktivitäten am Sonntag. Dem Umzug und der Kerwerede folgte ein gemütliches Beisammensein. Mit einem weiteren Frühschoppen klang das Fest gestern aus. Veranstalter war der noch junge Verein „Dorfgemeinschaft Potzbach-Leithöfe“. (llw)