Donnersbergkreis Besuchen Sie doch mal das Jüdische Museum

Das jüdische Museum in Winnweiler.
Das jüdische Museum in Winnweiler.

Leider soll das kommende Wochenende ja nicht mehr so schön werden wie das vergangene. Vor allem soll es am Samstag und am Sonntag immer wieder zu Regenschauern kommen. Ein längerer Aufenthalt im Freien ist da eher nicht zu empfehlen. Nun ja, sei’s drum. Dann müssen wir eben im Trockenen bleiben. Für Heuschnupfengeplagte ist das momentan ohnehin die bessere Wahl, denn in diesem Jahr sind die Pollen offenbar ganz besonders aggressiv. Wenn Sie zum Beispiel gerne ins Museum gehen, hätten wir eine besondere Anregung: Besuchen Sie doch mal das Jüdische Museum in Winnweiler in der Schlossstraße 37. Die haben dort gerade die Winterpause beendet und freuen sich über möglichst viele, möglichst interessierte Besucher. Der Hauptschwerpunkt des Museums ist, wie der Name schon sagt, natürlich Geschichte und Brauchtum der Juden in der Nordpfalz. Es geht um besondere historische Ereignisse, die zahlenmäßige Entwicklung, die beruflichen und sozialen Verhältnisse der nordpfälzischen Juden und auch um bedeutendere jüdische Persönlichkeiten mit Bezug zur Nordpfalz, außerdem um spezielle Aspekte jüdischen Glaubens und jüdischen Lebens. Ein Raum im Obergeschoss ist speziell dem Judentum in Winnweiler selbst gewidmet. Daneben gibt es reguläre Dauerausstellungen zur Orts- bzw. Regionalgeschichte (es gibt auch eine Gienanthabteilung und ein Ludwig-Götz-Kabinett). Darüber hinaus werden zeitlich begrenzte Sonderausstellungen gezeigt. Im Augenblick sind das zwei Ausstellungen mit dem Titel „1000 Jahre Ersterwähnung der Albusheim-Sippersfelder Waldmark“, und „Aus dem Sammelsurium eines Geheimrates“. Speziell für Sonntag (Beginn: 16 Uhr) ist eine öffentliche Themenstunde mit dem Titel „Vor 80 Jahren: Flucht aus der Unmenschlichkeit“ geplant, die sich mit einem Kindertransport von 28 jüdischen Kindern aus der Pfalz nach Frankreich befasst. Unter diesen Kindern befand sich auch das Geschwisterpaar Simon Herbert und Edith Mann aus Steinbach, 13 und neun Jahre alt. Beide Geschwister hatten das Glück, 1941 von Frankreich über Lissabon in die USA emigrieren zu können. Ihre Eltern und einen ihrer Brüder haben sie nie wiedergesehen – sie wurden in Auschwitz ermordet. Das Schicksal der Familie Mann wird unter anderem auch anhand von Bildern gezeigt. Geöffnet hat das Museum, das von einem Verein getragen wird, im Normalfall an jedem zweiten und vierten Sonntag im Monat von 14.30 bis 17.30 Uhr. Weitere Informationen zum Museum gibt es im Internet unter www.jüdisches-museum-winnweiler.de. | Anja Hartmetz

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