Donnersbergkreis Beste Grüße von den Mars-Aliens
Kerwe nach alter Sitte wurde an diesem Wochenende in Sippersfeld gefeiert, wo sich das Geschehen in der Dorfgemeinschaftshalle sowie am und im Bürgerhaus abspielte. Musik, Umzug und Kerwerede – und dazu ein Kerweplatz mit Fahrgeschäften und Verkaufsständen bildeten den Rahmen.
Den Auftakt machte der Fußball-Club „Eiche“ am Freitag. Ein Kerweturnier für Altherren-Mannschaften gewann die Spielgemeinschaft Donnersberg/Pfrimm in allerletzter Minute durch einen Treffer von Christian Buhrmann in der Begegnung gegen die Spielgemeinschaft Winnweiler/Imsbach und verteidigte damit den Titel. Zunächst gewann die Spielgemeinschaft Winnweiler/Imsbach mit 1:0 gegen den Turn- und Sportverein Münchweiler und danach trennten sich Münchweiler und Donnersberg/Pfrimm 2:2 unentschieden. Mit Einbruch der Dunkelheit trat die Straußjugend in Aktion und grub die Kerwe aus. Zum Kerwerock in der Dorfgemeinschaftshalle am Samstag spielte die Band „Midnight Special“. Weiter ging es am Sonntag bei der Feuerwehr mit einem Frühschoppen. Nach dem Kerweumzug und der Kerwerede spielte Alleinunterhalter Wolfgang Bayer. Den Frühschoppen am Montag gestaltete Alleinunterhalter Horst Dech und danach wirkte das Trio „Nimm 3“. Die Seniorenkerwe am Dienstag der Ortsgemeinde Sippersfeld rundete das Kerwegeschehen ab. Die Straußburschen von Sippersfeld lassen es sich nicht nehmen, den mit vielen bunten Bändern geschmückten Kerwestrauß auf Schultern durch die Ortsstraßen zu tragen. So geschehen auch an diesem Wochenende. Etwas besonderes hatte sich die Straußjugend einfallen lasen. Zunächst zauberten sie einen großen Schirm auf ihren Wagen. „Egal wie das Wetter beim Umzug sein wird, wir sind beschirmt“, verriet eine junge Dame aus dem Kreis der Straußjugend. Letztlich stellte er sich als Sonnenschirm heraus. Darunter hatten sie eine Grillstation installiert. Fleißig grillten Kerweredner Moritz Bechberger und sein Mundschenk Leon Scholl kleine Würstchen, die sie an die Kerwebesucher verteilten. Eine klare Aussage und somit ein Bekenntnis an ihren Heimatort Sippersfeld konnte den T-Shirts entnommen werden. „Die Nasa sucht seit Dessjohr Leit fer uff de Mars, abber mer bleiwen lieber in Sibberschfeld un hebben es Glas“. Zu diesen Zeilen bauten sie eine Rakete auf ihren Motivwagen. Aufsteigender Nebel verdeutlichte, dass das Fluggerät sich gerade in der Startphase befindet. Am höchsten Punkt des Flugobjektes winken zwei Alien-Hände den Kerwebesuchern zu. Gute Stimmen stellten die Straußjugend unter Beweis, indem sie auf einem Kerwewagen sitzend ständig Stimmungslieder sangen. Die vielen Einheimischen und Gäste versorgten sie aus ihrem „Weinwagen“ heraus mit einem edlen Getränk. Zukünftige Marschmusik spielte der Musikverein Winnweiler und für fetzige Klänge sorgten die Guggemusiker aus Ramstein. Die Sippersfelder Kerwe ist für ein amerikanisches Ehepaar ein besonderes Fest. Lange Zeit wohnten sie in der Nordpfalzgemeinde und lernten das Brauchtum Kerwe kennen und schätzen. Deshalb reisen sie alljährlich über den großen Teich und beteiligen sich am Umzug. Meist mit einem aktuellen Thema ihres Heimatstaates. Diesmal war es der amerikanische Wahlkampf, und so präsentierten sie beiden Präsidentschaftskandidaten mit ihren Wahlprogrammen. Es ist für den Fußballclub „Eiche“ nicht nur das Jubiläumsjahr, sondern auch die Saison des Aufstieges. So machte der Fußballclub auf seine Vereinsgründung vor 70 Jahren aufmerksam und die Fußballer feierten ihren Erfolg noch einmal, diesmal auf einem Umzugswagen. Immer für eine Idee gut sind die „Pfrimmtal-Hobbyisten“, die in diesem Jahr als „Elwetritcher“ den Sippersfelder Kerweumzug aufwerteten. Zu Gast waren die Straußjugend aus Dreisen und Börrstadt. Ein Pferdegespann zog eine prächtige Kutsche mit dem stolzen Kutscher auf dem Bock durch die Ortsstraßen. Es hat sich wieder einiges im Dorf abgespielt, wie Kerweredner Moritz Bechberger berichtete. Da war der Aufstieg der Fußballer, den die Spieler zünftig auf einem Schiff in Köln feierten. Die meisten jedenfalls, einer verschlief nämlich die gesamte Feierlichkeit. Dafür war ein Spielkamerad um so aktiver, und zwar in einem Taxi. Ähnlich turbulent muss es „auf Malle“ bei einem Kurzurlaub von vier Sippersfelder zugegangen sein. Eine verschlossene Zimmertür brachte die Nordpfälzer nicht aus der Ruhe. Sie erreichten ihre Behausung, indem sie über die Balkone des Hotels kletterten. Und dann war da noch jener Freund, der sich anbot, seine Kumpels vom Flughafen abzuholen. Den Parkplatz für sein Auto wählte er dabei rein nach finanziellen Aspekten – und so wurde der Heimflug um etliche Stunden und um einen Fußmarsch une eine Fahrt mit Bus und Bahn verlängert. Mit der Kerwe war auch wieder eine Ausstellung im Haus der Vereine verbunden, die vom örtlichen Kulturverein organisiert wurde und gut besucht war. Gezeigt wurden Gemälde der 14-jährigen Celine Orthöfer aus Dirmstein. |llw