Donnersbergkreis Bescherung für die Waldtiere
«Rockenhausen.»Ein Herz für Tiere zeigen Schüler der Rockenhausener Förderschule am Donnersberg zum Thema „Bescherung“. Ein Mädchen und neun Jungs der Klasse M3 sind der Einladung von Schulpatin Renate Bickmann aus Winnweiler gefolgt, auch die Tiere des Waldes symbolisch an den Freuden der Weihnachtszeit teilhaben zu lassen. Bickmann ist Pächterin eines Jagdreviers bei Münchweiler und Obfrau für Öffentlichkeitsarbeit der Kreisgruppe Donnersberg im Landesjagdverband.
Mit dem Schulbus „Bruno“ kommen die Neun- bis Zwölfjährigen zusammen mit Klassenleiterin Jutta Geister, ihrem Kollegen Markus Bickes und Integrationshelferin Anita Meyer am Morgen zum gut vorgeheizten Blockhaus des Lohnsfelder Schäferhundevereins auf dem Heuberg. Voller Stolz legen die Kids ihre mitgebrachten Gaben in einen Korb: Äpfel, Nüsse, Kartoffeln, Möhren. Doch zunächst darf sich die ganze Meute an dem von Linde Mayer vorbereiteten Frühstück stärken. Als die Schüler nach dem Frühstück für ein paar Minuten vor die Tür dürfen, wird das am Abend zuvor aufgebaute und bislang hinter einer Folie verborgene Diorama enthüllt. Schlagartig ist diese Ecke des Raumes in einen Kiefernwald mit allerlei wilden Tieren verzaubert. Davor stehen die als Gaben für die Tiere vorbereiteten Körbchen mit Eicheln, Kastanien, Haselnüssen, Sonnenblumenkernen, Mais, Weizen und eine Krippe mit Heu. Wow! – Was für eine Überraschung, als die Kinder nach der Pause wieder in die Hütte stürmen. Ihre Begeisterung kennt keine Grenzen. Aber beim Anblick der ausgestopften Tiere gibt es nicht nur viel zu sehen, sondern auch einiges zu erzählen. So hat bei Pasquale ein Marder die Reifen am Traktor angefressen, Marcel weiß, dass der Fuchs Hühner stiehlt, Alexander erkennt am bunten Gefieder der Stockente sofort den Erpel, Jasmin findet die Eule süß, und Leon möchte den Dachs am liebsten mit nach Hause nehmen, Leonard vermutet, dass das Heu für die Hirsche ist, und Leo hat gehört, dass Wildschweine im Garten die Kartoffeln ausbuddeln. Jarman sah zum ersten Mal ein Murmeltier, und Jaden erinnert sich, wie ein Specht mit dem Schnabel ein Loch in einen Baumstamm gehämmert hat. Aayan steht mit leuchtenden Augen vor den fremdartigen Tieren und ist vor Staunen sprachlos. Als die Gastgeberin zum Aufbruch in den Wald antreten lässt, können die Betreuer nur mit Mühe die Kinder vom Diorama loseisen. Schließlich trotten alle im Gänsemarsch mit den Gabenkörbchen in den Händen den Waldweg entlang, Leo vorneweg mit dem Weihnachtsstern. Auf einem riesigen, moosüberzogenen Baumstumpf, der sich wie ein natürlicher Gabentisch für die Bescherung der Tiere anbietet, stellen die Kinder sorgfältig das mitgebrachte Futter ab. Minutenlang betrachten sie andächtig ihr „gutes Werk“. Pasquale würde am liebsten warten, bis die Tiere zum Fressen kämen. Aber das könne bis zum Abend dauern, klärt ihn die Jägerin auf. Das war dem Jungen dann doch zu lange. Wegen des Fütterungsverbots für Schalenwild wurden am Ende der Zeremonie alle Körbchen wieder abgeräumt und lediglich ein wenig Futter für das Niederwild und die Waldvögel ausgelegt. Noch einmal zeigt sich Freude in den Gesichtern der Kinder, als sie nach der Rückkehr in der Hütte mit einem kleinen Nikolaus-Geschenk überrascht werden.