Donnersbergkreis Bedenken gegen Neubaugebiet

Ob es einen zweiten Bauabschnitt am Sonnenberg geben wird, hat der Imsbacher Gemeinderat in seiner Sitzung noch nicht entscheiden. Die baurechtlichen Voraussetzungen liegen laut Ortsbürgermeister Ingo Müller dafür vor. 16 Bauplätze seien dort vorgesehen. Müller sprach sich jedoch gegen eine weitere Erschließung des Neubaugebietes aus, auch Verbandsbürgermeister Rudolf Jacob riet davon ab.
Dem VG-Bürgermeister zufolge liegen die Erschließungskosten bei einem solchen Projekt zwischen 750.000 und einer Million Euro. Die Gemeinde müsste daher den Qua-dratmeterpreis bei mehr als 100 Euro ansetzen. Als in den 90er Jahren der erste Bauabschnitt geplant und verabschiedet wurde, habe es mehr als 15 Jahre gedauert, bis fast alle Bauplätze verkauft waren. Hanglage sei nicht sehr attraktiv. Die meisten Bauherren wollten die Kosten für einen Keller sparen, um die Baukosten minimal zu halten. Auch in Winnweiler war der Verkauf der Bauplätze zunächst schleppend angelaufen. Jacob sagte, er rate immer häufiger, den Fokus auf leerstehende Häuser im Ortskern zu legen. Es sei einfacher, ein neues Haus zu bauen, als ein altes zu sanieren. Blieben aber Gebäude im Ortskern leer, könnten die Immobilienwerte im Ortskern langfristig sinken. Auch Ortsbürgermeister Müller hatte Bedenken. Dem Statistischen Landesamt zufolge seien in zehn Jahren 47 Prozent der in Imsbach lebenden Menschen über 65 Jahre alt. Es werde künftig also immer mehr leerstehende Häuser geben, so Müller. Würde die Gemeinde Grundstücke kaufen, das darauf stehende Gebäude sanieren oder abreißen und das Grundstück mit oder ohne Gebäue zum Weiterverkauf anbieten, wären die Kosten für sie nicht ganz so hoch. Sanierungen von Altbauten könnten eventuell mit bis zu 70 Prozent gefördert werden. Ratsmitglied Martin Zöller sprach sich für den Erhalt des Ortskerns aus. Er fragte den VG-Bürgermeister in diesem Zusammenhang, welche Fortschritte es zum Thema DSL-Versorgung durch Inexio gebe. Laut Jacob sollen in der nächsten Woche Gespräche mit der Firma laufen, die die Leerrohre für die neuen Leitungen legen wird. Die nächste Bautrasse beinhalte die Orte Langmeil, Imsbach, Schweisweiler und Hochstein. Im direkten Anschluss gehe die Verlegung der Leerrohre dann in Lohnsfeld, Potzbach, Schmitterhof und Wartenberg-Rohrbach weiter. Ende 2016 sollen die Anschlüsse für die gesamte Verbandsgemeinde fertig sein. (gom)