Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Bahnhof Winnweiler: Konzept für soziale Nutzung

Der gemeinnützige Träger „Meilenstein“ interessiert sich dafür, den Bahnhof nach dessen Sanierung als Familien- und Jugendberatu
Der gemeinnützige Träger »Meilenstein« interessiert sich dafür, den Bahnhof nach dessen Sanierung als Familien- und Jugendberatungszentrum mit generationsübergreifenden Angeboten zu nutzen. Foto: Sebastian Stollhof

Die mögliche Zukunft des ehemaligen Bahnhofsgebäudes in Winnweiler hat Architekt Alexander Blanz jetzt vorgestellt. Das Haus ist Eigentum der Gemeinde und soll einer neuen Nutzung zugeführt werden. Auch dafür gibt es schon sehr konkrete Vorstellungen.

Blanz, der in der Vergangenheit schon mehrfach für die Gemeinde tätig geworden ist, erläuterte dem Gemeinderat zunächst die Ergebnisse der Untersuchung der Bausubstanz. Dabei zeigte er auch unterschiedliche Gebäudeansichten, die er vom Winnweilerer Historiker Werner Rasche zur Verfügung gestellt bekommen hatte. Sie belegten, dass das Gebäude seit seinem Bau mehrfach neu gestaltet und immer wieder verändert wurde. Der Bahnhof sei zudem ähnlich einem Pfahlbau gegründet.

Sanierung wirtschaftlich sinnvoll

Es sei wirtschaftlich sinnvoll, das dreigeschossige Gebäude zu sanieren, sagte der Architekt. Dies gelte aber nicht für den Anbau, die ehemalige Lagerhalle am Bahnhof, führte er aus. „Da das Gebäude in der jüngeren Zeit nicht genutzt wurde, dringt Feuchtigkeit ein“, sagte Blanz. Im Klaren müsse sich die Gemeinde auch darüber sein, dass das Gebäude stets eine Doppelfunktion habe, da es im Umfeld des Bahnhaltepunkts in Winnweiler steht. Die Sanierung des Hauptgebäudes sei wirtschaftlich zu machen und zumindest „mit einer schwarzen Null“ zu bewältigen. Dazu gehöre unter anderem auch, dass das bestehende Treppenhaus entfernt und ein neuer Zugang geschaffen werden sollte.

Für ein „soziales Konzept“ gebe es bereits einen potenziellen Nutzer, so Blanz: der gemeinnützige Träger „Meilenstein“, der im Bahnhof ein Familien- und Jugendberatungszentrum mit generationsübergreifenden Angeboten einrichten wolle. Unter anderem sei auch eine Tagesbetreuung für Senioren vorgesehen, denen so die Chance eröffnet werden soll, weitgehend in ihrem gewohnten sozialen Umfeld bleiben zu können und nicht in ein Seniorenheim umziehen zu müssen. „Das Raumkonzept ist bereits mit ’Meilenstein’ abgestimmt, benötigt werden rund 400 Quadratmeter“, so Blanz, der dem Gemeinderat drei mögliche Varianten vorstellte, wie das Gebäude künftig aussehen könnte.

Drei Sanierungs-Varianten

Die geschätzten Kosten wurden mit 1,9 Millionen Euro beziffert für die kleinste Variante, die nur einen kurzen Anbau nach dem Abriss der Lagerhalle vorsieht. Die größte Variante, die auf der Fläche der Lagerhalle wieder eine komplette Nutzung vorsieht, würde mit etwa 2,6 Millionen Euro zu Buche schlagen. Hinzu kämen zu den Summen noch jeweils rund 25 Prozent für Planungsleistungen.

„’Meilenstein’ hat sich uns gegenüber für die dritte Variante ausgesprochen“, sagte nach dem Vortrag Ortsbürgermeister Rudolf Jacob (CDU), der erwartet, dass zusammen mit dem Träger eine für die Gemeinde wirtschaftlich sinnvolle Nutzung möglich sei. Es werde am 15. Oktober erste Abstimmungsgespräche mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) geben, kündigte er außerdem an. „Die Investitionen, die von der Gemeinde zu tätigen wären, lassen sich über die erzielbare Miete refinanzieren“, zeigte sich Jacob überzeugt. Er betonte aber auch, dass das Projekt derzeit einen noch weitgehend abstrakten Planungscharakter habe und die Höhe möglicher Zuschüsse noch unklar sei. Allerdings seien diese bei seinen Berechnungen auch nicht berücksichtigt, betonte Jacob.

Knobloch erntet Widerspruch

Anders sah dies Oskar Knobloch (SPD), der die Idee ins Spiel brachte, das Bahnhofsgebäude zu einem symbolischen Preis an „Meilenstein“ zu übertragen, damit der gemeinnützige Träger den Bau in Eigenregie bewältigen könne. Damit erntete er nicht nur Widerspruch von Jacob. Auch aus seiner eigenen Fraktion wurde deutlich gemacht, dass dieses Vorgehen nicht Intention des Gremiums ist. „Unser Wille war es in den vergangenen Jahren immer, dass die Gemeinde bei solchen Projekten die Hand auf der Entwicklung hält“, widersprach Christa Mayer (SPD) und wies den Vorstoß von Knobloch damit deutlich zurück.

Jacob sicherte dem Rat zu, nach der Abstimmung mit der ADD über die weitere Entwicklung des Projekts zu informieren, eine Beschlussfassung durch den Gemeinderat war nicht erforderlich.

x