Donnersberger Echo
Bahnübergang Imsweiler: Was sich ändert? – Erst mal gar nichts!
„Ein technischer Defekt am Bahnübergang in Imsweiler hat gestern Morgen in beide Richtungen für kilometerlange Staus auf der B48 gesorgt. Denn mitten im Berufsverkehr blieben die Bahnschranken zu. Einige Uneinsichtige haben dann sogar versucht, den Bahnübergang trotz geschlossener Schranken zu überqueren, teilt die Polizei mit. Polizisten haben dann den Techniker der Deutschen Bahn entgegen der Fahrtrichtung zum Bahnübergang gelotst, er konnte den Defekt schnell beheben. Es dauerte dann aber noch eine halbe Stunde, bis sich der Verkehr auf der B 48 wieder normalisiert hat.“
Diese Meldung von einer Störung am Imsweilerer Bahnübergang stammt nicht aus diesem Jahr. Auch nicht aus dem Vorjahr, dem Jahr vor dem Vorjahr oder nochmal ein Jahr davor. Nein, diese Meldung stand am 8. August 2012(!) – und damit vor fast zehn Jahren – in der Donnersberger Rundschau. Und es war sicher nicht der erste Zwischenfall dieser Art: Im Zusammenhang mit einer Folge unseres Luftbild-Rätsels hatte ein RHEINPFALZ-Leser im Februar desselben Jahres geschrieben: „Bei dem gezeigtem Bild handelt es sich um Imsweiler. Tausendmal durchgefahren und genauso oft geärgert – siehe Bahnübergang oder jetzt die Ampel“, ein anderer hatte sich ähnlich geäußert: „Wer als Pfälzer an diesem Bahnübergang noch keine Wartezeit verbracht hat, der kennt die Pfalz nicht.“ Also war das Problem zu dieser Zeit schon bekannt – vielleicht können sich die Großmütter und -väter unter Ihnen noch an den ersten Fall erinnern ...
Jedenfalls ist seit eingangs zitierter Meldung ein Jahrzehnt vergangen, eine Lösung aber noch immer nicht in Sicht. An dieser Stelle soll die Geschichte nicht zum zigsten Mal aufgerollt werden. Wenn aber der Konzernbevollmächtigte der Bahn für Rheinland-Pfalz und das Saarland auf Anfrage des früheren Bundestagsabgeordneten Gustav Herzog mitteilt, dass für eine vollständige Erneuerung des Bahnübergangs ein „Zeithorizont ab 2030ff“ lose angedacht ist, dann bedeutet dies: Räumt das Unternehmen der misslichen Angelegenheit die gleiche Relevanz wie bislang ein – sprich gar keine –, dann liegt die Betonung wohl weniger auf dem 2030 als vielmehr auf dem „ff“. Mit anderen Worten: Es steht zu befürchten, dass sich auch im neuen Jahrzehnt zunächst mal gar nichts ändert.
Und sehr gespannt darf man sein, worin die „präventive Instandhaltungsmaßnahmen“ bestehen, mit denen laut der Bahn in den kommenden Jahren versucht werden soll, das „Störgeschehen weiter zu reduzieren“. Denn präventiv ist an diesem Bahnübergang in jüngerer Vergangenheit offensichtlich nichts geschehen – allenfalls „kurativ“, wenn mal wieder der Verkehr durch den Westkreis von zwei Halbschranken blockiert wurde. Dass der Funktionär behauptet, der Bahnübergang habe „auch bei uns hohe Aufmerksamkeit“, muss mit Blick auf die Geschehnisse der vergangenen Jahre wie Hohn in den Imsweilerer Ohren klingen.