Donnersbergkreis Bürgerhaus zum Bersten gebracht
DIELKIRCHEN. Als „Comedy Jazz“ bezeichnen „The Busquitos“ ihre Show. Was so versprochen wird, halten die vier niederländischen Musiker gänzlich. In der „Majik Lounge“ in Dielkirchen spielten die aus dem niederländischen Harlem stammenden Künstler zum ersten Mal. Hoffentlich nicht zum letzten. Leider fanden nur wenige den Weg dorthin. Was wirklich sehr schade war, denn diese vier Männer verursachten Krämpfe und mit Sicherheit Muskelkater an der gesamten Lachmuskulatur.
„Es ist schon so lange her, dass meine Wangen vor Lachen geschmerzt haben“, freut sich eine Dame aus Gerbach, die an diesem Abend voll auf ihre Kosten kam. Zum ersten Mal ist sie in der „Majik Lounge“ – und wäre beinahe nicht gekommen, da sie erst in letzter Minute zufällig davon erfahren hatte. „The Busquitos“ haben das Bürgerhaus umgekrempelt, dann sich wieder ordnen lassen, um es dann mit einem großen Krachen zum Bersten zu bringen. Hauptsächlich spielen sie Jazz. Gelegentlich wenden sie sich dann aber in manchen Stücken dem Reggae, Country, Klassik, Rock’n’ Roll und Calypso zu. Selbst altbekannte Weihnachtslieder klingen dann schon mal anders als gewohnt. Ronald de Jong (Ronny) führt witzig durch das Programm. „Wenn wir dieses Lied auf einem Weihnachtsmarkt spielen, sage ich immer es wäre aus dem ,Jinglebook’“, erklärt er bei dem Lied „I wanna be like you“ aus Dschungelbuch. Munter wird es aber erst, wenn Jelle van Tongeren (Violine) und Thomas Streutgers (Saxophone) von der Bühne auf das Publikum zugehen. Als Zwei Paare mit einer halbstündigen Verspätung in den Saal eintreten, werden sie von den beiden gebührend empfangen. Da Streutgers gerade ein wenig Zeit hat, hilft er den Neuankömmlingen kurzerhand aus den Mänteln und ordert an der Bar gleich noch Getränke. Van Tongeren setzt noch eins drauf und dreht den vorderen Stuhl des einen Herren um und legt dessen Beine darauf. Schließlich soll er sich entspannen, da er sich doch so abgehetzt hat. Schlimmer, aber zur Erheiterung des restlichen Publikums, ergeht es da einer jungen Dame. Streutgers himmelt sie Saxophon-spielend an. Kaum eine Sekunde der Ruhe hat die junge Frau, aber sie nimmt es sportlich. Zum Abschluss des Konzertes kommt sogar die gesamte Band von der Bühne, rückt sämtliche Stühle beiseite und fordert sogar die neben der unfreiwilligen Hauptakteurin sitzenden Zuschauer auf, sich vom „Acker“ zu machen, um besagter Herzensdame ein gebührendes Abschlussständchen zu spielen. Als van Tongeren dann auch noch den Hochzeitsmarsch spielend mit der Dame des Abends in einen Nebenraum verschwinden möchte, läuft Streutgers mit „Saxophon Alarm“ hinter den beiden her in den Raum. Nach einer zu hörenden „Kampfszene“ kommt Jelle van Tongeren „schluchzend“ aus der Kammer. Gewinner ist das Saxophon, und so schmettert dieser nun den Hochzeitsmarsch. Auch wenn er nicht so forsch ist wie die anderen muss noch der vierte Mann zumindest Erwähnung finden. Frank Meester lässt Ronald de Jong nie alleine auf der Bühne zurück während die zwei anderen allerlei Unfug anstellen. In Bad Kreuznach, wo die „Ur“-Majik-Lounge vor ihrem Umzug nach Dielkirchen angesiedelt war, waren die Busquitos schon häufig zu Gast bei Kenny Legendre (Majiken). Bleibt nur zu hoffen, dass sie wieder den Weg nach Dielkirchen finden.