Donnersbergkreis Aussteller und Besucher trotzen der Kälte

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Zwar bewegten sich die Temperaturen den Sonntag über lediglich um die vier Grad – dennoch herrschte großes Interesse am Frühlingsfest, das die Werbegemeinschaft Winnweiler exakt am Tag des kalendarischen Frühlingsbeginns im Ortskern veranstaltet hat. Bereits kurz nach der Eröffnung am Vormittag füllte sich die verkehrsberuhigte Zone zwischen Markt- und Schlossplatz. Hier wartete an mehr als 30 Ständen ein breit gefächertes Angebot und buntes Programm auf die zahlreichen Besucher. Auch haben die ansässigen Geschäftsleute ihre Leistungsfähigkeit demonstriert.

Die richtige Tätigkeit hatte sich angesichts der kühlen Witterung Thomas Wasem ausgesucht: Schon früh entzündete der Alsenbrück-Langmeiler das Feuer im historischen Backofen, während sein Mitstreiter Andreas Münch den Teig vorbereitete. Diesen stellen die beiden Bäcker aus Mehl, Wasser und Sauerteig her. „Wir bieten heute verschiedene Brot-Varianten an“, sagte Wasem und zeigte auf Zutaten wie Walnüsse, Speck und Kümmel. Bevor die geformte Teigmischung in den heißen Ofen geschoben wurde, haben die Backexperten noch mit einem scharfen Messer ein Muster aufgebracht – „damit wir die Brotsorten unterscheiden können“. Bei 250 Grad ist aus der 500 Gramm schweren Masse ein knuspriges Brot geworden. Die verschiedenen Sorten fanden viele freudigen Abnehmer. Ergänzt wurde das Frühlingsfest um einen Flohmarkt, bei dem etliche Kinder ihre Spielsachen und Plüschtiere feilgeboten haben. Aber auch Bücher und kleine Spielfahrzeuge wechselten für wenig Geld ihren Besitzer. Daneben haben die Mütter gut erhaltene Kleidungsstücke angeboten. Mitten in der sonntäglichen Ruhe ertönte plötzlich ein lautes Knattern. Schnell richteten sich alle Augen auf einen hoch stehenden Baumstumpf. Dort hatte Ralf Schlarp seine Kettensäge in Betrieb gesetzt und damit begonnen, kleine Holzstücke aus dem Stamm zu trennen. „Was soll das werden?“, wurde aus den Reihen der neugierigen Zaungäste gefragt. „Vielleicht ein weiteres Indianergesicht, wie hier schon eines steht“, antwortete eine Frau und bestaunte die weiteren Kunstwerke des Mannes aus Bolanden. Das Rätselraten hielt noch eine Zeitlang an, bis die Konturen eines Greifvogels zu erkennen waren. Einblicke in das Bürstenbinderhandwerk gewährte Ute Minatel aus Bisterschied. Sie zog kleine Büschel Haare durch die Löcher des Holzes, das letztlich den Besen oder die Bürste bildet. „Das ist der klassische Weg“, erläuterte sie den Betrachtern. Meistens verwende sie Dachshaar, auch beim Herstellen von Rasierpinseln. Weder Aussteller noch Besucher ließen sich von den niedrigen Temperaturen die Laune verderben. Von innen wärmen konnte man sich beim Probieren der zahlreich angebotenen Liköre. Die kleinen Gäste ließen sich von der Feuerwehr im Korb in luftige Höhe fahren, von wo aus sie einen schönen Blick über Winnweiler werfen konnten. Was des öfteren zu hören ist: Der Winnweilerer Frühlingsmarkt ist nicht nur eine Verkaufsveranstaltung, sondern für die Besucher auch ein Ideengeber. Beispielsweise der Haus- und Hofdesigner Rolf Basczok aus Obrigheim: Seine Stelen aus Metall und einer Schale aus Stahlblech eignen sich prima zur Gestaltung von Freiflächen sowohl vor dem Haus als auch auf öffentlichen Plätzen. Die aufgesetzten Wannen können dann bepflanzt oder anderweitig genutzt werden. Die Blicke auf sich gezogen haben auch die ausgestellten Neufahrzeuge, die den Markt entsprechend aufwerteten. Fahrerisches Talent war beim Segway-Fahren erforderlich. Mutige konnten dabei ihr Können zwischen gelb-schwarzen Pylonen und beim Steuern über eine Wippe beweisen. Dagegen hat der Nachwuchs lieber auf dem Kinderkarussell Platz genommen. Für musikalische Klänge sorgte Alleinunterhalter Fred Weber aus Gonbach. Zu ihrer Guggenmusik marschierten die Altlußheimer „Rhoigeischder“ durch die am Nachmittag sehr belebte Einkaufsmeile, in der auch RHEINPFALZ-Maskottchen Nils Nager fröhlich winkend unterwegs war und ein beliebtes Fotomotiv darstellte. Auch kulinarisch kamen die Gäste voll auf ihre Kosten – vom Pfälzer Teller bis hin zu südeuropäischen Spezialitäten. Zufrieden mit der Resonanz zeigte sich Gunter Franck, erster Vorsitzender der Werbegemeinschaft Winnweiler. Seit der Premiere im Jahr 2014 habe die Veranstaltung jedes Jahr eine Steigerung erfahren. Sie habe mittlerweile schon einen gewissen Anziehungscharakter. Ziel der Mitgliedsvereine sei es, neue Kunden zu gewinnen und die vorhandenen fester an sich zu binden. „Mit diesem Fest wollen wir uns präsentieren und die Geschäftswelt von Winnweiler noch bekannter machen“, so Franck. (mwl)

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