Rockenhausen
Ausbau der Wiesenstraße: „Feuerwehr-Frage“ ist geklärt
Die Sanierung der Wiesenstraße ist organisatorisch und finanziell ein Großprojekt: Seit März dieses Jahres werden auf mehr als 300 Metern Länge die Fahrbahn sowie Wasser- und Kanalleitungen erneuert, ferner Hausanschlüsse zur Breitbandversorgung per Glasfaser hergestellt. Veranschlagt sind Kosten von 1,1 Millionen Euro. 630.000 Euro zahlen die Bürger über wiederkehrende Beiträge, das Land steuert 250.000 Euro bei. Die Kostenerstattung der VG-Werke beläuft sich auf 32.000 Euro, sodass der Eigenanteil der Stadt bei 170.000 Euro liegt.
Nicht einfacher werden Planung und Durchführung durch den Umstand, dass die Straße zweigeteilt ist: Der größere Abschnitt beginnt an der Industriestraße bei der Firma Adient, kreuzt die Straße „Am Weidengarten“ und trifft nach etwa 290 Metern senkrecht auf die kürzere Strecke. Entlang Letzterer – auch das ist bei den Arbeiten zu beachten – sind gleich drei „Blaulicht-Organisationen“ angesiedelt: Polizei, Feuerwehr und der Katastrophenschutz mit der Schnelleinsatzgruppe (SEG) Sanitätsdienst. Und schließlich liegt an der Ecke zwischen beiden Etappen das Seniorenheim des Evangelischen Diakoniewerks Zoar – dessen Erreichbarkeit muss durchgängig gewährleistet werden.
Seniorenheim ist durchgängig erreichbar
Aus diesem Grund befindet sich an dieser Stelle auch die Grenze zwischen den beiden Bauabschnitten: So ist die Wohnanlage – je nachdem, wo gerade gearbeitet wird – von der einen oder der anderen Seite der Wiesenstraße zugänglich beziehungsweise anzufahren. Begonnen hat die ausführende Firma Jung aus Sien (Landkreis Bad Kreuznach) die Erneuerung jedoch am anderen Ende des längeren Teilstücks – allerdings nicht an der Industriestraße, sondern „Am Weidengarten“. Grund: Der nördliche, vom Rest der Wiesenstraße durch Poller abgetrennte Zipfel wurde bereits vor einigen Jahren saniert und ist somit nicht Bestandteil der aktuellen Arbeiten.
Diese stehen nach Auskunft des ersten Stadtbeigeordneten Werner Dietz zwischen Weidengarten und Seniorenheim vor der Fertigstellung: „Die Tragschicht ist schon eingebaut, gerade ist die Firma dabei, den Bürgersteig zu pflastern.“ Dann ist dieser Teil schon wieder zu befahren – die abschließende Deckschicht wird vermutlich in der gesamten Wiesenstraße erst am Ende der Maßnahme sozusagen aus einem Guss aufgebracht.
Bei Sperrung wird über „Wörth“ ausgerückt
Somit könnte demnächst der Ausbau des 120 Meter langen „Blaulicht-Abschnitts“ starten. „Das hängt vor allem an der Witterung. Wenn sie es zulässt, wollen wir auf jeden Fall in diesem Jahr noch anfangen“, informiert Dietz. Über Winter – in dieser Zeit macht die Firma acht Wochen Betriebsurlaub – werde die Fahrbahn dann so hergerichtet, dass der Verkehr rollen kann. Klar ist: Wenn gearbeitet wird, ist zumindest phasenweise eine Vollsperrung erforderlich.
Was für die dort ansässigen Organisationen unterschiedliche Auswirkungen hat: Während die Polizei „hintenrum“ über die Kreuznacher Straße ausrückt und somit von den Arbeiten weniger betroffen ist, befinden sich die Gebäude von Feuerwehr und Katastrophenschutz am unteren Ende der Wiesenstraße. Dietz: „Wir haben mit allen Beteiligten gesprochen und eine Regelung gefunden. Wenn an der Baustelle gearbeitet wird, rücken die Fahrzeuge über den Wörth aus.“ Dieser mündet in den Weidengarten, der zur Kreuznacher Straße und damit wieder auf die übliche Einsatzroute führt. Ist dagegen die Zufahrt durch die Wiesenstraße – etwa während der Winterpause – zur Kreuznacher Straße offen, läuft für Feuerwehr und SEG alles wie gehabt. Bis Ende nächsten Frühjahrs soll die komplette Maßnahme abgeschlossen sein.