Donnersbergkreis Aus dem Zug auf die Wanderroute
Nicht schlecht staunten die Reisenden der Deutschen Bahn, als sie bei der Einfahrt ihrer Regionalbahn am Sonntagmorgen mit den weithin hörbaren Klängen der Rockenhausener Jagdhornbläsergruppe begrüßt wurden. Fast 100 Interessierte hatten sich versammelt, um der Eröffnung des „Wanderbahnhofs“ beizuwohnen.
Stadtbürgermeister Karl-Heinz Seebald begrüßte die Auszeichnung als wichtigen Schritt, um die Wanderregion Nordpfalz mit ihrer abwechslungsreichen, geschichtsträchtigen und kulturellen Landschaft bekannt zu machen. Nicht nur Einheimische sollten die Hügel, Täler, Wiesen, Wälder und offenen Landschaften kennen und schätzen lernen. Seebalds besonderer Dank ging an die ehrenamtlichen Mitglieder des Teams III des Standortmarketings, allen voran Teamsprecher Joachim Neubrech. Seit rund zwei Jahren entwickelten sie Ideen wie die Anlage von Wanderwegen und die Bewerbung als Wanderbahnhof. Zusätzlich zu den bestehenden Wanderwegen sind acht neue Rundwege zwischen 7,2 und 24,1 Kilometern Länge entstanden, die alle Anforderungen an zeitgemäßes Wandern erfüllen. So können Wanderer mit ihrem Smartphone die QR-Codes auf der neuen großen Übersichtskarte am Bahnhof scannen, um alle relevanten Informationen zu Streckenführung, Attraktionen, Gastronomie, Schutzhütten sowie Aussichtspunkten und Streckenprofil mit den Höhenangaben unterwegs griffbereit zu haben. Die Routen heißen „Auf den Spuren der Römer“, „Appelbachhöhenweg“, „Wüstung Wittgemark“, „Katzenbacher Höhenweg“, „Orchideenweg“, „Vier-Bäche-Weg“ und „Rund um den Wachhübel“. Für die Erstellung der Tafel mit Wanderkarte, Informationen und Kontaktdaten dankte das Stadtoberhaupt Daniel Heinz. Auch lobte Seebald Walter Dusi vom Pfälzerwaldverein Rockenhausen, der bei der Wegplanung ganz vorne mit dabei gewesen ist. Er sei mit über 80 Jahren ein lebendiges Beispiel dafür, wie gesund wandern sei. Auch Verbandsgemeindebürgermeister Michael Cullmann freute sich über die Würdigung des Bahnhofs und die harmonische Zusammenarbeit der beim Projekt mitwirkenden Bürger aus vielen Teilen der VG. Landrat Winfried Werner bezeichnete das Wandern als eine der „Premiummarken“ des Tourismus im Donnersbergkreis. Nach der stressfreien Anreise mit der Bahn könne man in der Stille der Natur Wald, Wein und Geschichte genießen und vom Alltag entschleunigen, so Werner. Verbandsdirektor Michael Heilmann vom Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd zeigte sich erfreut über das große Engagement der Verantwortlichen. Er überreichte eine Plakette mit Piktogramm und der Aufschrift „Ausgezeichneter Wanderbahnhof im Rheinland-Pfalz-Takt“. Mit dem Winterfahrplan solle eine direkte Anbindung nach Koblenz und somit eine verbesserte Anbindung an den Fernverkehr geschaffen werden. Auch wolle man die Direktverbindung nach Mainz optimieren und künftig Touristenzüge etwa ins Elsass fördern, so Heilmann. |tnt