Donnersbergkreis Auftakt zu einer neuen Feuerwehr-Ära

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Es ist nicht nur ein personeller Wechsel, sondern zugleich eine strukturelle Neuausrichtung: Christian Füllert ist seit 1. Februar neuer Wehrleiter der Verbandsgemeinde Winnweiler. Damit ist die VG die erste im Kreis und eine der wenigen im Land, die diese Position hauptamtlich besetzt hat. Füllert tritt die Nachfolge von Robert Blanz an, der diese Aufgabe ehrenamtlich seit 1998 inne hatte und künftig als stellvertretender Wehrleiter fungiert.

Mit dieser vom VG-Rat getroffenen Entscheidung (wir berichteten) möchte sich die Verbandsgemeinde Winnweiler im Bereich des Brandschutzes und der technischen Hilfe schon frühzeitig auf die neuen Herausforderungen einstellen. Vorgenommen hat Füllerts offizielle Ernennung Verbandsbürgermeister Rudolf Jacob (CDU) im Beisein zahlreicher Feuerwehrleute in der Winnweilerer Feuerwache. Die Notwendigkeit zu diesem Schritt habe sich aus einer Risikoanalyse mit einem Brandschutzbedarfsplan ergeben, so Jacob. Das Ergebnis habe den Verantwortlichen deutlich gemacht, dass gehandelt werden muss. Bei der Abwägung hätten auch die vor Ort bestehenden Strukturen eine große Rolle gespielt – hier dankte der Bürgermeister den Mandatsträgern für die sachlichen Diskussionen und Gespräche. Er verwies darauf, dass die VG Winnweiler aus 13 Ortsgemeinden bestehe – da seien andere Überlegungen notwendig als bei einer Gebietskörperschaft mit nur einer handvoll angegliederten Kommunen. Acht Personen hätten sich auf eine Ausschreibung hin für das Amt beworben. In dem Auswahlverfahren habe sich Christian Füllert als der Kandidat heraus kristallisiert, der am besten für diese Aufgabe geeignet ist. Entpflichtet hat der VG-Chef den bisherigen Amtsinhaber Robert Blanz (Winnweiler) und seinen Stellvertreter Wolfgang Radlinger (Sippersfeld). Beiden dankte er für ihre erbrachten Leistungen zum Wohle der Allgemeinheit. Robert Blanz ist 1981 in die Winnweilerer Feuerwehr eingetreten, von 1990 bis 1993 war er ehrenamtlicher Gerätewart. Anschließend hat er diese Aufgabe hauptamtlich übernommen. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits die Laufbahnprüfung für den mittleren Dienst bei der Berufsfeuerwehr in Wiesbaden absolviert. Von 1996 bis 1998 war Blanz stellvertretender Wehrleiter, anschließend ehernamtlicher Wehrleiter. Seit 1999 ist er wieder bei der Berufsfeuerwehr in Wiesbaden tätig. Blanz habe an der Entwicklung des Feuerwehrwesens in der VG Winnweiler wesentlich mitgearbeitet, lobte Jacob. Auch Radlinger habe wertvolle Arbeit geleistet. Der Sippersfelder hat ebenfalls 1981 bei der Feuerwehr begonnen, war von 1990 bis 2005 Wehrführer in seiner Heimatgemeinde. Anschließend wurde er zu Blanz’ Stellvertreter gewählt und sei als solcher loyal und zuverlässig gewesen, betonte Jacob. Füllert (Jahrgang 1977) ist in Winnweiler aufgewachsen, wo er heute noch wohnt. Nach dem Abitur und dem Wehrdienst, den er als Fallschirmspringer in Zweibrücken leistete, absolvierte er eine Ausbildung zum Bauzeichner. Bei der Berufsfeuerwehr in Darmstadt legte er die Laufbahnprüfung für den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst ab, bei der Berufsfeuerwehr in Wiesbaden folgte der Aufstieg in den gehobenen Dienst. Im Alter von 16 Jahren ist er der Feuerwehr Winnweiler beigetreten, der er heute noch angehört. Im Jahr 2005 wurde er zum Wehrführer bestellt. Seit fünf Jahren ist Füllert stellvertretender Kreisfeuerwehrinspekteur. Zwischenzeitlich hat er berufsbegleitend einen Masterstudiengang im Bereich des vorbeugenden Brandschutzes an der Uni Kaiserslautern erfolgreich beendet. Hier ist er nebenberuflich noch als Dozent tätig. Die Entscheidung für die Einführung eines hauptamtlichen Wehrführers sei sicherlich von den örtlichen Strukturen abhängig, betonte Kreisfeuerwehrinspekteur Christian Rossel. In Winnweiler habe man so die Weichen für die Zukunft gestellt, dass sei in dieser VG seiner Ansicht nach auch der richtige Weg. Zu bedenken gab er allerdings, dass es auf diesem Sektor keine Patentlösungen gebe. Füllert selbst sagte, für ihn sei die neue Aufgabe eine besondere Herausforderung, die er mit viel Ehrgeiz angehen werde. In seine Arbeit wolle er die örtlichen Wehrleiter mit einbinden, werde aber auch bestrebt sein, die ehrenamtlich tätigen Personen zu entlasten. Kontakte will er sowohl zu anderen Hilfs- und Rettungseinheiten als auch zu benachbarten Wehren knüpfen. Er sei sich bewusst, dass er Verantwortung für mehr als 300 freiwillige Wehrleute und hohe Sachwerte habe. Der vorbeugende Brandschutz genieße bei ihm einen hohen Stellenwert, exakte Alarm- und Einsatzpläne sollen den Ehrenamtlichen die Arbeit erleichtern. lw |l

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