Donnersbergkreis Auf der Suche nach der „Tagtigall“
WINNWEILER. Wer kennt nicht die Nachtigall, die Königin des Gesanges? Wer freut sich nicht über ihr melodisches, nächtliches Lied? Im Donnersbergkreis kommt die Nachtigall recht häufig vor, weil es viele Büsche gibt, in denen sie leben kann. 2005 hatte die Nabu-Kreisgruppe Donnersberg mit Hilfe der Bevölkerung die Vögel gezählt. Über das Ergebnis freuten sich die Vogelschützer sehr: 253 singende Männchen in 65 Gemeinden deckten den Landkreis fast ganz ab. In diesem Frühjahr wollten einige Nabu-Mitglieder wissen, wie sich der Nachtigallenbestand seither entwickelt hat. Als Probefläche für den Kreis wählten sie Winnweiler aus. Zwei Vogelkundler waren vormittags zwischen 8 und 10 Uhr unterwegs und lauschten an Gebüschen auf der Suche nach dem unüberhörbaren Gesang. In diesem Zeitraum war die Nachtigall sangeslustig, obwohl sie damit ihrem Namen keine Ehre machte. So präsentierte sie sich eher als „Tagtigall“. Vom 14. April bis zum 6. Juni wurden so 40 singende Männchen „verhört“. Ein Tag blieb den Vogelkundlern bei ihrer Suche besonders in Erinnerung: der sonnige, warme Vormittag des 5. Mai. 15 Sänger trillerten in den Gebüschen. Vor allem in den Büschen an der Umgehungsstraße (B 48) bei Winnweiler scheinen sich die Vögel wohlzufühlen. Die Pflanzen bilden eine Art grünes Band und sind in den vergangenen Jahren zu einem idealen Lebensraum für Nachtigallen herangewachsen. Vom Bahnhof Winnweiler bis zur Auffahrt der Autobahn 63 ließen sich auf einer Strecke von 2,2 Kilometern 17 Revierinhaber hören. Insgesamt zählten die Nabu-Mitglieder 40 Männchen – eine Zahl, die alle Erwartungen übertraf. Schon die 30 vom Vorjahr waren herausragend gewesen. Eine solche Zunahme innerhalb eines Jahres kann einerseits durch häufigere Kontrollen erklärt werden. Das gilt auch für die Zahlen von 2008 mit zehn und von 2005 mit fünf Sängern. Sie stammen aus einer größeren Erhebung, bei der nicht so viel Zeit für Winnweiler verwendet werden konnte. Andererseits hat sich die Umgebung der Vögel geändert. Die Hecken an der Umgehungsstraße waren damals noch kein Lebensraum für Nachtigallen. So können die Nabu-Vogelkundler feststellen, dass die Anzahl der Nachtigallen in Winnweiler und auch im Donnersbergkreis in den vergangenen elf Jahren deutlich zugenommen hat. Damit liegt der Kreis im Deutschlandtrend: Bundesweit verzeichneten Ornithologen von 1990 bis 2007 eine „starke Zunahme“ der Vögel. Der Raum Winnweiler dürfte aber das Nachtigallen-Zentrum des Kreises sein – umso mehr, als die Nabu-Forscher nebenbei noch 16 Sänger bei Langmeil und Münchweiler/Neumühle registrierten. |as