Hochstein
Auch zweites Konzept für Kupferschmelz-Gelände abgelehnt
Im vorigen Oktober 2020 hatte Schlunz im Festhaus zum ersten Mal ein Konzept für die künftige Nutzung des Kupferschmelz-Geländes in einer gemeinsamen Sitzung des Ortsbeirats Hochstein und des Gemeinderats Winnweiler präsentiert. Bereits dort hatten beide Gremien erheblichen Änderungsbedarf gesehen. Vor allem das fehlende Verkehrskonzept, die geplante Bauschuttaufbereitung sowie das vorgesehene Kunststoff-Recycling auf dem Gelände der früheren Eisengießerei, die im Jahr 2004 ihre Produktion eingestellt hatte, waren damals auf Ablehnung gestoßen.
Daraufhin hat der Planer sein Konzept überarbeitet und vor allem eine in Teilen neue Verkehrsführung vorgeschlagen. Seine Idee: Der abfließende Schwerverkehr solle über einen Forstweg, der derzeit parallel zur B 48 verläuft, kurz vor der Eisenschmelz auf die Bundesstraße geführt werden. Doch auch diese Idee hat der Ortsbeirat in seiner jüngsten Sitzung verworfen, informierte Winnweilers Ortsbürgermeister Rudolf Jacob (CDU) im Nachgang.
Drei Nutzungszonen: Misch-, Gewerbe-, Industriegebiet
Des weiteren hatte Schlunz vorgesehen, das Gebiet in mehrere gleich große Nutzungszonen zu gliedern: Im vorderen, Richtung Hochsteiner Wohnbebauung gelegenen Bereich hätte ein so genanntes Mischgebiet entstehen solle – dieses hätte kleine, nicht störende Gewerbebetriebe, aber auch eine wohnliche Nutzung auf einer Fläche von rund einem Hektar zugelassen.
Im Anschluss Richtung Nordosten sollte sich nach Schlunz’ Vorstellungen ein reines Gewerbegebiet anschließen, ebenfalls mit einer Größe von einem Hektar. Dort wäre dann die Ansiedlung von Betrieben möglich gewesen, die nicht unter den Begriff Industrie fallen.
Im dritten und nördlichsten Abschnitt entlang der B 48 hätte nach Vorstellung des Planers ein Industriegebiet entstehen können. „Dort befinden wir uns derzeit rechtlich in einer Grauzone. Zwar war durch die vorhergehende industrielle Nutzung der Gießerei der Bestand als Industriegebiet im Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde verankert. Aber ein ausgesprochener Bebauungsplan, der die Details einer Nutzung regeln würde, den gibt es momentan nicht“, erläutert Jacob.
„Es gibt jetzt die Forderung der Kreisverwaltung an den neuen Eigentümer, im gesamten Gebiet Kupferschmelz baurechtlich einwandfreie, rechtssichere Regelungen zu schaffen“, so der Ortschef weiter. Dazu gebe es auch einen städtebaulichen Vertrag zwischen der Gemeinde Winnweiler und Eigentümer Karsten Schäfer aus Dörnbach, der laut Jacob vor einigen Jahren die Industriebrache erworben hat.
Recycling-Anlage ist der Knackpunkt
Auf Ablehnung im Ortsbeirat stieß neben der Verkehrsführung vor allem das vorgesehene Industriegebiet. Knackpunkt ist, dass bereits jetzt direkt neben der B 48 eine Bauschutt-Recycling-Anlage betrieben wird, die weder Ortsbeirat noch Anlieger auf Dauer dulden wollen. Bis Ende Juni will Planer Hans-Werner Schlunz, der im Auftrag des Eigentümers agiert, erneut eine Planung vorlegen.
Bereits im Vorfeld der Sitzung hatten Anlieger der Hochsteiner Werkstraße um Rederecht gebeten. Sie stören sich vor allem an der Bauschutt-Aufbereitungsanlage, die für massiven Lärm und reichlich Staub sorge. „Eine solche Anlage darf so nah an einem Wohngebiet nicht errichtet werden“, monierte einer der Anlieger.
Kritisch aufgenommen wurden ferner die Aussagen des Planers, der von je zehn Ein- und Ausfahrten von Lastwagen pro Tag zum Gelände der Kupferschmelz sprach. „Es sind 70 bis 80 Lkw, die täglich einfahren“, so die Aussage eines Anliegers. „Auch für mich ist es schwer zu erleben, wie sehr die Anlieger uns ablehnen“, versuchte Ronnie Rösske – einer der Investoren der Firma RR Lohnunternehmen, welche die Anlage betreibt – den aufgebrachten Bürgern seine Situation zu erklären. Schon lange suche er nach einer Fläche, auf die er eine Recycling-Anlage bauen könne.
Bis das erneut überarbeitete Konzept vorliegt, soll überprüft werden, wie viele Lkw tatsächlich täglich in die Werkstraße rollen. Das Ordnungsamt wird eine entsprechende Zähleinrichtung installieren, hatte Jacob den Bürgern in der Sitzung zugesagt.