Donnersbergkreis „Armselig und verachtenswert, aber nicht muslimisch“

„Ich bin über die jüngsten Ereignisse in Frankreich gegen das Magazin Charlie Hebdo erschüttert. Mein Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Familien“, schreibt der Eisenberger Ender Önder in einer persönlichen Stellungnahme an die RHEINPFALZ. Önder ist Vorsitzender des Türkisch-Deutschen Unternehmerverbands Pfalz und sitzt für die SPD im Eisenberger Stadtrat.
In Europa entbrenne derzeit ein Streit darüber, ob der Islam für die Terroranschläge in Frankreich verantwortlich ist, so Önder. „Der Islam verbietet das Töten“, schreibt er weiter. „Die Attentäter von Paris haben dem Islam geschadet, um ihrem Hass und ihrer Mordlust eine lausige Begründung zu verpassen. Das ist armselig und verachtenswert, aber nicht muslimisch. Das hat mit Islam nichts zu tun“, findet Önder. Islamischer Fundamentalismus richte sich dabei nicht nur gegen Juden und Christen, sondern vor allem gegen Muslime. Im Stadtrat habe er im Zusammenhang mit möglichen Anhängern des Islamischen Staats aus Eisenberg bereits Handlungsbedarf angemahnt. „Die demokratischen Parteien müssen handeln, damit nicht rechtspopulistische, ausländerfeindliche Personen sich dieser Thematik zum Stimmenfang bemächtigen“, findet der Eisenberger. Auf die von ihm im November gestellten Anträge sei von der Stadtspitze bis dato keine Reaktion gekommen (Önder hatte den Ausbau der Kinder- und Jugendarbeit und die Bekämpfung des – bei Migranten beliebten – Glücksspiels gefordert – Anm. d. Red.). „Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass diese Anträge in Ausschüssen abgearbeitet werden und vom Stadtrat einstimmig beschlossen werden“, schreibt Önder. Eine Kundgebung gegen Terror und für Pressefreiheit, wie sie gestern in Kirchheimbolanden stattgefunden hat, sei ein wichtiger Schritt für die Zukunft in Eisenberg. Önder appelliert, gemeinsam mit Parteien, allen Religionsgemeinschaften, Unternehmen, Gewerkschaften und Vereinen im Donnersbergkreis zu einer solchen gemeinsamen Demonstration aufzurufen. „Wir müssen ein gemeinsames Zeichen, eine kollektive Aktion gegen Hass, Intoleranz und Gewalt setzen“, ergänzt er. „Die Kundgebungen sollen nicht nur in Großstädten, sondern in Städten wie Kirchheimbolanden, Eisenberg, Rockenhausen und Grünstadt stattfinden.“ Die allermeisten in Eisenberg und Umgebung lebenden Muslime fühlten sich als Teil von Deutschland und orientierten sich an den Grundwerten der Bundesrepublik wie Demokratie und Pluralität, glaubt Önder. „Eisenberg ist eine multikulturelle Stadt. Für Ausgrenzung und Ausländerfeindlichkeit ist in unserer Stadt kein Platz“, schreibt er. (red)