Donnersbergkreis Anspruchsvolle Dynamik

Dass Chorleiter nicht nur dirigieren, sondern (natürlich) auch selbst hervorragend singen können, davon haben sich zahlreiche Besucher am Samstagabend im voll besetzten Winnweilerer Festhaus überzeugen können: Der Chorleiterchor der Pfalz hat sein 30-jähriges Bestehen gefeiert und aus diesem Anlass seine Kollegen aus dem Chorverband Rheinland-Pfalz zu einem gemeinsamen Konzert eingeladen. Unter dem Motto „Rheinland trifft Pfalz“ haben die beiden Ensembles den begeisterten Zuhörern ein Programm aus traditioneller, deutschsprachiger Literatur geboten.
Im Gegensatz zu vielen anderen, von sintflutartigen Regenfällen heimgesuchten Gemeinden im Westkreis war Winnweiler am Samstag wettertechnisch auf der Sonnenseite. Und auch die Darbietungen der hauptsächlich aus Chorleitern bestehenden Chöre war zum Strahlen angetan. Bei den Pfälzern waren auch ein paar Chorleiterinnen zu entdecken, die dem Tenor – im Vergleich zum reinen Männerchor – eine etwas weichere Klangfarbe verliehen. Ekaterina Kronibus und Eva Maria Leonardi (beide Sopran) ergänzten das Programm mit Liedbeiträgen. Der Chorleiterchor der Pfalz wird von Harald Kronibus dirigiert, der als Bassbariton ebenfalls solistisch überzeugen konnte. Eva Maria Leonardi machte einen Abstecher in die Filmmusik mit ihrer Vocalise aus dem Film „Die 9 Pforten“. Der rheinland-pfälzische Chorleiterchor präsentierte unter Leitung von Musikdirektor Johannes Klar zwei Gospels in ihrer eigenen Version. Ekaterina und Harald Kronibus begleiteten sich gegenseitig am Klavier bei ihren Beiträgen. Für Gelächter sorgte Ekaterina Kronibus mit einer Tanzeinlage bei ihrem Stück „Heia, in den Bergen“ von Emmerich Kálmán. Harald Kronibus würzte die „Telefonbuchpolka“ von Georg Kreisler mit einem ausgeprägten Minenspiel, was ebenfalls Heiterkeit auslöste. Die Aktiven haben eindrucksvoll bestätigt, was Verbandsbürgermeister Rudolf Jacob eingangs gesagt hatte: „Ich denke, wir erleben einen großen Genuss des Chorgesanges.“ Wie sollte es auch anders sein, wenn mehr als 20 gestandene Chorleiter auf der Bühne stehen. Diese wissen schließlich ganz genau, worauf es beim Singen im Chor ankommt – und diese Kenntnisse haben sie vorzüglich umgesetzt. Dabei haben sie auch unter Beweis gestellt, dass sie verschiedene Stile beherrschen: Angefangen bei Musik aus dem 18. Jahrhundert bis hin zu Stücken, die aus der Feder von Komponisten unserer Zeit stammen. Einige Stücke erforderten vom Publikum viel Aufmerksamkeit, da sie eine anspruchsvolle Dynamik hatten. Der „Nachtgesang im Walde“ von Franz Schubert verlangte einige Tempo- und Lautstärkenwechsel vom Chorleiterchor Pfalz. Auch enge Tonabstände wie beim „Lied der Viehtreiber“ waren für ihre Kollegen kein Problem. Am meisten Freude schien den Sängern der Vortrag des rheinland-pfälzischen Sängergrußes „Du Land der Burgen“ zu bereiten, den sie natürlich auswendig konnten: Dies war zugleich das Geburtstagsständchen für den Chorleiterchor Pfalz. Walter Paul führte in Reimform durch das zweistündige Programm. Dem Publikum gefielen die heiteren Ankündigungen, auch die Sänger auf der Bühne mussten bei so manchem Vers schmunzeln. Zum rundum gelungenen Abend beigetragen haben auch die vielen fleißigen Helfer der gastgebenden Sängervereinigung Winnweiler. Diese zeigte sich sehr erfreut, dass der Chorleiterchor Pfalz Winnweiler als Veranstaltungsort für sein Geburtstagskonzert gewählt hatte. Gleiches galt für das Publikum, das gar nicht nach Hause gehen wollte. So sind die Besucher als Krönung in den Genuss einer gemeinsamen Zugabe der beiden Chöre gekommen. (cwa)