Donnersbergkreis An der Zukunft arbeiten

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Sie haben sich zum Ziel gesetzt, Regionen, aber auch Unternehmen zu entwickeln: die Mitarbeiter des Winnweilerer Büros Entra. Experten sind sie unter anderem, was das EU-Förderprogramm Leader betrifft. Für die Lokale Aktionsgemeinschaft (LAG) Donnersberger und Lauterer Land übernimmt das Büro die Geschäftsführung.

Stefan Dietz nimmt einen Schluck aus der Kaffeetasse und blickt aus dem Fenster der Villa Scheurer in Winnweiler. Schön haben sie es hier, die Mitarbeiter des Büros Entra. „Wenn ich an die erste Zeit denke“, sinniert der Geschäftsführer. In diesem Moment redet er über die Anfänge, auch seine Anfänge als Dorfentwickler. Noch gut kann er sich daran erinnern, wie er beispielsweise im Bürgerhaus in Marienthal mit Kindern und Erwachsenen darüber redete, wie sich der Rockenhausener Stadtteil entwickeln könnte. Damals noch mit seiner Aufwind-Agentur. Jahrzehnte ist das her. Damals waren es erste Überlegungen, die aufgestellt wurden. Wenn er nun durch Marienthal fährt, wenn er sich nun Projekte wie die erst im vergangenen Jahr eingeweihte Spielscheune betrachtet, dann freut ihn das. Auch wenn er damals nur beim Anstoß dabei war. Dass Projekte nicht nur angestoßen werden, sondern auch umgesetzt, so etwas wünschen sich Dietz und auch Sandra Heckenberger, die gemeinsam die Geschäftsführung des Firmenbereichs Regionalentwicklung innehaben. Das gilt auch für das Leader-Fördergebiet Donnersberger und Lauterer Land. Hinter dem Begriff Leader verbirgt sich ein Förderprogramm der Europäischen Union. Ziel ist es, den ländlichen Raum zu stärken. „Die bürokratischen Abläufe sind extrem kompliziert“, sagt Heckenberger mit Blick darauf, wie man an die Fördergelder kommt. Die Entra-Mitarbeiter stehen in diesem Fall mit Rat und Tat zur Verfügung. Was alles Leader-förderfähig ist, lasse sich so genau übrigens nicht sagen. „Das ist total breit. Es geht um den Innovationsgrad des Projektes und die Wirkung für die jeweilige Gemeinde und die Region“, berichtet die Geschäftsführerin. Im Bereich Regionalmanagement ist Entra nicht nur für die LAG Donnersberger und Lauterer Land tätig, sondern hat Konzepte für weitere Regionen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg erstellt. Grundsätzlich handele es sich bei Regionalentwicklung um ein „partizipatives Modell“. Es gehe darum, die Bürger mit einzubinden, sie für den Prozess zu begeistern, sagt Heckenberger. „Es gibt gute und schlechte Moderationsmethoden“, weiß Dietz. „Das sieht einfach aus, ist aber eine Technologie für sich.“ Er ist froh, in seinem zehnköpfigen Team in Winnweiler mittlerweile auch Fachleute aus verschiedenen Bereichen zu haben. Die sind auch nötig in anderen Gebieten. Beispielsweise Stadtentwicklung oder Wirtschaftsförderung für Städte. Auch hier ist Entra aktiv. Und bei der Zukunftsinitiative des Landes „Starke Kommunen – Starkes Land“ betreut das Büro drei Modellregionen – unter anderem die Verbandsgemeinden Meisenheim und Alsenz-Obermoschel. Mit Blick auf die Zukunft kann sich Heckenberger zudem vorstellen, dass Entra noch stärker für Kommunen tätig sein wird. Etwa, um bestimmte Projekte umzusetzen. Die Entwicklung von Regionen oder Kommunen ist nur ein Teilbereich, um den sich Entra kümmert. Ein anderer ist die Unternehmensberatung. Das wird nicht nur in Winnweiler, sondern auch im nordrhein-westfälischen Lengerich betrieben. Ein großes Feld ist hier laut Dietz die Personalentwicklung. „Das wird in den Unternehmen immer wichtiger.“ Der Fokus liege auf mittelständischen Unternehmen zwischen 30 und 500 Mitarbeitern. „Man kann viel dafür tun, dass man sein Bild als Arbeitgeber verbessert“, sagt Dietz. Von Workshops bis hin zu intensiven Coachings reiche die Palette. „Es gibt viele Leute, die heute Führungskraft sind, aber nie gelernt haben, richtig zu führen“, erzählt der Geschäftsführer. Weitere Themen bei der Unternehmensberatung seien Stressresistenz oder Gesundheit. „Man kann eine Menge dafür tun, dass das weniger oft passiert“, berichtet Dietz mit Blick auf stressbedingt erkrankte Mitarbeiter. Ganz wichtig in einem Unternehmen sei das Betriebsklima. „Wenn man sich für seine Mitarbeiter engagiert, zahlen diese einem das auch zurück“, sagt der Geschäftsführer. Wenn man es dann auch noch schaffe, dass diese weitere Mitarbeiter für das Unternehmen werben, sei das der ideale Weg. Rund 25 Berater arbeiten freiberuflich für Entra. Für Stefan Dietz und Sandra Heckenberger ist das, was sie mit ihrem Unternehmen machen, ein spannendes Feld. Gerade, weil sie die Möglichkeit haben, an der Zukunft mitzuwirken – von Unternehmen und Regionen. (ssl)

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