Donnersbergkreis Ammoniak tritt bei Bischoff aus – und zwei Menschen sind in Gefahr

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„Ammoniakaustritt in Brauerei Bischoff“: So lautete die knappe Meldung an die Feuerwehr. Damit war die Aufgabe der Abschlussübung für 16 junge Feuerwehrleute, deren 20-wöchige Ausbildung damit in die Endphase ging, auch schon beschrieben. In einer rund zweistündigen Übung mit etlichen Einsatztrupps einer Feuerwehr zeigte der Nachwuchs auf dem Betriebsgelände seinen ausgereiften Ausbildungsstand.

Damit die Übung so realistisch wie möglich vonstatten gehen konnte, platzierte Marcel Huschitt auf dem Brauereigelände ein Gefahrgut-Übungsfahrzeug, aus dem die giftige Flüssigkeit in Form von sauberem Wasser austrat. Auch die weiteren Übungsteile entsprachen der Realität, erforderten hohe Konzentration und fundiertes Fachwissen. Die Gefahrgutübung am Donnerstag rundete eine Woche mit etlichen und vielfältigen Prüfungen ab, berichtet Marcel Huschitt, Ausbilder von der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen. Im Laufe dieser Woche gab es eine Höhenrettung, Wasser- und Grubenrettung sowie eine Industrieübung. Aber auch die Bekämpfung eines Fahrzeugbrandes und eine Hilfeleistung nach einem Verkehrsunfall standen an. Seit Montag hielten sich die Wehrmänner in Ausbildung in Winnweiler auf, wo sie auch untergebracht waren. Sie gehören zu den Feuerwehren Ludwigshafen, Speyer und Frankenthal, auch zwei Gäste aus Baden-Württemberg haben sich in der Pfalz die nötigen Kenntnisse für ihren Beruf angeeignet. Nun hatten sie die letzte Gelegenheit, Erlerntes in die Tat umzusetzen. Schon vor Beginn bescheinigte ihnen Huschitt einen guten Ausbildungsstand und lobte Bereitschaft und ihren Einsatzwillen. Kaum war der Notruf abgesetzt, fuhr auch schon das erste Einsatzfahrzeug in den Hof der Brauerei. Sammelparkleiter Robert Kraut informierte den Truppführer über zumindest eine Person, die sich noch im Brauhaus aufhalten müsste. Anhand eines Rettungsplanes zeigte er den Helfern den kürzesten Weg in die vermutete Ecke. Das war zugleich das Signal für den Atemschutztrupp. Vier Wehrmänner statteten sich mit schwerem Gerät aus, um das Gebäude zu betreten. Nicht lange, dann signalisierten sie über Funk: zwei Personen gefunden. Ein Mitarbeiter wurde im Tragetuch vor das Gebäude gebracht, ein zweiter im Huckepack zweier Wehrmänner. „Das DRK ist verständigt“, war über Funk zu vernehmen. Die Wehrmänner fungierten zunächst als Ersthelfer, brachten die Verletzten in stabile Seitenlage, überwachten ihre Atmung. Im großen Wagen der Einsatzleitung liefen derweil alle Informationen zusammen. Dort war Einsatzleiter Rudolf Jacob, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Winnweiler, ebenso anzutreffen wie Oberbrandrat Stefan Bruck, stellvertretender Leiter der Berufswehr Ludwigshafen. Aufgrund der eingehenden Informationen gingen Befehle an die Rettungskräfte vor Ort. Ein Löschtrupp baute eine Wasserversorgung von der anderen Straßenseite her auf, und damit der Verkehr nicht zum Erliegen kam, wurde eine Schlauchbrücke installiert. Zwischenzeitlich war auch der Gefahrstoffzug des Landkreises eingetroffen, um sich dem Austritt der gefährlichen Flüssigkeit Ammoniak zu widmen. Zunächst rüsteten sich die Einsatzkräfte mit Chemikalienschutzanzügen aus, die die Bewegungsfreiheit doch sehr stark einschränken. Schweren Schrittes machten sie sich auf den Weg zum Leck, das noch immer bewässert wurde, um das ausströmende Ammoniak zu binden. Nicht lange darauf die positive Meldung: Das Leck ist geschlossen. Parallel dazu begaben sich Mitglieder der Messeinheit an verschiedene Punkte rund um den Einsatzort, um Luftmessungen vorzunehmen. Zuvor war in der Einsatzzentrale anhand Windrichtung und ausgetretener Menge der Ausbreitungspfad errechnet worden. Schließlich schädigt das hochgiftige Ammoniak Atemwege und ruft Verätzungen hervor. Die Messwerte, zeigte sich, lagen innerhalb der Toleranz. Ein Gefahrgutunfall sei der personalintensivste Einsatz, resümierten Jacob und Bruck. 50 Wehrleute waren im Einsatz. Besonders wurde das vorbildliche Miteinander von Hauptamt und Ehrenamt hervorgehoben. Die nicht alltägliche Situation sei vorbildlich gemeistert worden, und der Ausbildungsstand befinde sich im oberen Bereich. Einen Dank gab es für die Unternehmen und Betriebsleiter, die nach den Worten von Huschitt ihre Objekte für die Ausbildungsübungen spontan zur Verfügung gestellt hatten. (llw)

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