Donnersbergkreis Am Rande: Zusammenspiel der Generationen

«Winnweiler.» Tischtennis sei eine generationenübergreifende Ertüchtigung. In Fachkreisen wird man nie müde, das zu betonen. Als Jan-Ove Waldner, der gepriesene Mozart des schnellsten Rückschlagsports der Welt, 2016 sein letztes Profi-Spiel in Schweden bestritt, war er zarte 50 – und scheuchte, trotz Bäuchlein, athletische Buben um die Platte, die zu Beginn seiner Glanzzeit nicht mal geboren waren. Wer heute in die Kreisligen der Region blickt, dem offenbaren sich ähnliche Szenarien: auf der einen Seite Tischtennis-Greise, oft über 70 und geplagt von kalkigen Gelenken, auf der anderen Pimpfe, die an jahrzehntelanger Routine verzweifeln. Der kleine Plastikball ist eben für alle da – Jung und Alt. Auch im Donnersbergkreis. Da stellte Bezirksligist TTC Winnweiler II am Samstag ein Doppel, dessen zwei Hälften ganze 52 Jahre trennen. „Wir dachten, er ist der Jüngste und kann noch was lernen“, erzählt Klub-Boss Gunter Franck. Am Tisch stand der 63-Jährige mit B-Schüler Henri Sefrin, grüne elf Jahre jung. Die Erste hatte eine Personallücke beklagt, die Zweite musste ihre Männer nach oben abstellen. Zeit für Klein Henris großen Auftritt. „Er hat besser gespielt, als ich dachte. Das hätte ich ihm nicht zugetraut. Er hat eine gute Technik“, analysiert Franck, in diesem Falle der Tischtennis-Opa. Gegen Top-Verein Ramstein-Miesenbach gewannen die beiden ihr Doppel – in seinem zweiten Einzel unterlag Sefrin hauchdünn mit 9:11 in Satz fünf. Nur mal zur Verdeutlichung: Als Sefrin zur Welt kam, war Angela Merkel längst im Amt und der süße Eisbär Knut begeisterte die Berliner. Gar nicht mal so lange her. Und Franck hatte bereits die 50 passiert. Was mal wieder zeigt, dass Tischtennis ein Sport ohne Grenzen ist.