Donnersbergkreis Alzey: Rafik Schami erhält Elisabeth-Langgässer-Preis

Seit 22 Jahren freundschaftlich verbunden: Schriftsteller Rafik Schami (links) und SWR-Redakteur Wolgang Niess. Letzterer hielt
Seit 22 Jahren freundschaftlich verbunden: Schriftsteller Rafik Schami (links) und SWR-Redakteur Wolgang Niess. Letzterer hielt eine fast einstündige Laudatio.

Der im Donnersbergkreis lebende Schriftsteller Rafik Schami ist am Samstag in Alzey mit dem Elisabeth-Langgässer-Preis ausgezeichnet worden. Alle drei Jahre vergibt die Stadt Alzey diesen Preis, in diesem Jahr zum elften Mal. Er gehört zu den wichtigsten literarischen Auszeichnungen in Rheinland-Pfalz. Frühere Preisträger sind unter anderem Peter Härtling, Hanns-Josef Ortheil, Ulla Hahn, Christa Wolf, Ursula Krechel, Rolf Hochhuth und Luise Rinser. Gut 400 Besucher waren bei der Preisverleihung in der Mensa der Alzeyer Gymnasien dabei.

Ein „großartiger Erzähler mit Visionen“



Schami, der 1946 in Damaskus geboren wurde und seit 1971 in Deutschland lebt, gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller. 64 Bücher hat er geschrieben, die in 29 Sprachen übersetzt wurden. Der Elisabeth-Langgässer-Preis ist die 34. Auszeichnung für Schami. Die fast einstündige Laudatio übernahm Wolfgang Niess. Der leitende Redakteur beim SWR begleitet Schami freundschaftlich seit 22 Jahren. Niess nahm die Zuhörer mit in Schamis bewegte Lebensgeschichte, die ihn von Syrien nach Deutschland geführt hat, verharrte hier und da länger bei einem seiner Bücher, stellte ihn als einen der markantesten Schriftsteller vor, der in einem Atemzug mit Thomas Mann oder Umberto Eco zu nennen sei: „Seine Bücher mit dem unverwechselbaren Ton sollen Leser süchtig machen, seine Geschichten sind Jungbrunnen. Er ist ein großartiger Erzähler mit Visionen, ein Menschenfreund und unbestechlicher Demokrat. Er hat die deutsche Literatur ungemein bereichert.“

Schami: „Deutsche Sprache hat mir meine Zunge befreit“



Schami bedankte sich nach der Preisübergabe bei allen Beteiligten und dafür, dass ihm die deutsche Sprache ein freies, ein freiheitliches Schreiben ermögliche: „Die deutsche Sprache hat mir meine Zunge befreit. Und ich freue mich sehr über den Preis. Preise, sage ich immer, sind Oasen auf meiner literarischen Reise.“

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