Börrstadt / Steinbach
Alte Gleise, neue Pläne: Zwei Pfälzer Dörfer wollen einen gemeinsamen Bahnhaltepunkt
Es war die langersehnte Nachricht für alle Ausflügler: Ab Mai wird die Zellertalbahn wieder zwischen Monsheim und Langmeil unterwegs sein. Zunächst nur bis Oktober an Sonn- und Feiertagen. Aber es gibt noch unausgeschöpftes Potenzial, das nun auch die Gemeinden Börrstadt und Steinbach für sich erkennen.
Im derzeit geplanten Ausflugsverkehr sind bisher nur Haltepunkte in Monsheim, Harxheim, Albisheim, Marnheim, Dreisen und Münchweiler vorgesehen. Wenn es aber nach Börrstadts Ortsbürgermeister Torsten Windecker und seinen Steinbacher Amtskollegen Dirk Schneider geht, dann kämen zumindest für den künftig anvisierten Regelverkehr, also die regelmäßige Aufnahme der Strecke Kaiserslautern nach Worms in den Rheinland-Pfalz-Takt, noch weitere Haltepunkte dazu: allen voran ein gemeinsamer für Börrstadt und Steinbach.
„Müssen noch unsere Hausaufgaben machen“
„Das ist unser nächster Schritt, um uns für die Zukunft zu rüsten“, beschreibt Torsten Windecker die Überlegungen. Einen ersten Schritt in Sachen Zukunftsfähigkeit sind die Börrstadter bereits gegangen: Derzeit warten sie auf den Startschuss für den Bau eines Nahversorgungsmarktes, von dem die Nachbardörfer profitieren dürften. Auch beim Thema Bahnhaltepunkt ist Torsten Windecker optimistisch. Aus seiner Sicht spreche wenig gegen die Kooperation von Steinbach und Börrstadt. Immerhin hat ein früheres Gutachten bereits ergeben, dass die Strecke zwischen Kaiserslautern und Worms von Pendlern gut frequentiert werden würde. Hinzu kommt, dass dringend eine Umleitungs- und Entlastungsstrecke her muss, wenn auf der Hauptstrecke zwischen Kaiserslautern und Neustadt angesetzte wichtige Sanierungsarbeiten erfolgen.
Doch bis es wirklich soweit ist, „haben wir noch unsere Hausaufgaben zu machen“, sagt Steinbachs Ortschef Dirk Schneider und meint damit, dass beide Gemeinden noch über einen Grundsatzbeschluss für den gemeinsamen Haltepunkt in den jeweiligen Ortsgemeinderäten abstimmen müssen. „Sprechen sich beide dafür aus, liegt die Karte bei der Verbandsgemeinde Winnweiler“, so Schneider weiter. Diese werde dann mit der Suche nach geeigneten Grundstücken entlang der Bahnstrecke beauftragt. „Sie bringen die jeweiligen Eigentümer und die Preise in Erfahrung.“
Direkter Anschluss an Fahrradweg
Denn ein geeigneter Standort für den Bau eines neuen, künftigen Haltepunktes entlang der Gleise muss ebenfalls erst gefunden werden. Zwar gibt es noch eine frühere Bahninfrastruktur – der ehemalige Börrstadter Bahnhof außerhalb der Ortsgemeinde, der entlang der Landstraße 401 in Richtung Steinbach liegt. Allerdings sind Gebäude und Gelände mittlerweile in Privatbesitz. Eine Reaktivierung hält Schneider deshalb für eher unwahrscheinlich. Ideen zu Alternativen hat er bereits: „Denkbar wäre, den Haltepunkt auf dem Gelände in Richtung der Silos zu errichten.“ Noch schöner fände er es aber, wenn eine aktuell genutzte Weidefläche in der Nähe genutzt werden könnte. „Dort gibt es dann direkt eine Anbindung zum Fahrradweg. Aus touristischer Sicht gäbe es hier den Anschluss ans Pfrimmtal, ein direkter Weg zur Börrstadter Gartenbahn und nach Steinbach. Mit dem E-Bike kann man von dort aus im Prinzip überall hinfahren.“
Auch die Kostenfrage für den Bau müsste noch geklärt werden, ergänzt Torsten Windecker. Ein Großteil davon übernehme voraussichtlich das Land, „den Rest gilt es zwischen der Kreisverwaltung und den beiden Ortsgemeinden aufzuteilen“, so Windecker weiter. Bis es soweit ist, seien aber noch einige Fragen zu klären.