Adventskalender RHEINPFALZ Plus Artikel Adventstürchen (10): Ein barocker Willkommensgruß – die Tore von Göllheim

Am 10. Dezember werden die Torbögen von Göllheim näher angeschaut.
Am 10. Dezember werden die Torbögen von Göllheim näher angeschaut.

Wer Göllheim kennt, kennt auch seine imposanten Tore: das Kerzenheimer und das Dreisener. Beide entstanden in der Zeit der Regentschaft von Carl-Christian von Nassau Weilburg (1753-1788). Er ließ sie an Stellen errichten, an denen ursprünglich zwei von fünf Wehrtürmen gestanden hatten, die im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden waren.

„Besonders beeindruckend ist das zweigeschossige Kerzenheimer Tor. Dessen Erbauer ist wohl Johann Jost Sebastian aus Dreisen“, erläutert Doris Bugiel, die Vorsitzende des Göllheimer Kulturvereins. „Zusammen mit der lebensgroßen Symbolfigur des Nachtwächters davor begrüßt es aus dem Süden kommende Besucher mit seinem barocken Charme. Es hat zwei breite Seitenflügel und der aufragenden Mittelbau trägt ein fein geschwungenes Haubendach. Dieses ist sogar von einer goldenen Kugel gekrönt. Die Rückseite mutet dagegen eher bescheiden an. Offensichtlich sollte nur die Front des Tores Besucher des Ortes architektonisch beeindrucken.“

An dieser Stelle finden Sie ein Video via YouTube.

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Der Kulturverein, den es in dieser Form seit 2005 gibt, kümmert sich um Erhalt und Pflege der Tore. Doch das ist nur ein Teil seiner Aufgaben. Andere Aktivitäten, die beispielsweise mit Literatur und Bildender Kunst zu tun haben, gehören ebenfalls zum Wirkungsbereich der Mitglieder.

„Wir freuen uns deswegen besonders, dass das Kerzenheimer Tor seit ein paar Jahren eine kleine, feine Galerie beherbergt, in der schon viele Künstlerinnen und Künstler ihre Werke präsentiert haben“, fährt Bugiel fort.

Sicherlich hätte das ebenfalls dem offensichtlich kunstsinnigen Carl-Christian von Nassau-Weilburg sehr gefallen, der dafür gesorgt hat, dass Göllheim heute noch auf einige weitere wunderbare Gebäude stolz sein kann wie das alte Rathaus und das Schiff der evangelischen Kirche.

Am Kerzenheimer Tor beginnt die Hauptstraße, die für sehr lange Zeit bis in die 2000er Jahre die Lebensader der Gemeinde war und die sich am Marktplatz vorbei zum anderen Ende des Ortskerns bis zum kleineren Dreisener Tor schlängelt.

„Auch dieses ist durchaus imposant, obwohl es in früherer Zeit einmal als Gefängnis diente“, berichtet Bugiel. „1974 überstand es sogar einen Angriff auf seine Grundfesten durch die hochgestellte Ladefläche eines durchfahrenden Lkws. Das Tor war zwar schwer angeschlagen, überstand diese Attacke jedoch wahrlich wehrhaft.“

Doris Bugiel vor dem Kerzenheimer Tor.
Doris Bugiel vor dem Kerzenheimer Tor.
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