Winterspaziergang
Zwischen Haardt und Reben
Von hier führt ein befestigter Wirtschaftsweg längs des Grabens direkt auf den Haardtrand zu. Dieser Strecke folgt man, bis sie sich teilt. Geht man dort nach links, kommt gleich darauf eine Möglichkeit, wieder nach rechts abzubiegen. Auch dieser Weg führt westwärts an einem Graben entlang. Hier stehen allerdings kaum Gehölze, sodass die niedrige Böschung eher kahl wirkt.
Beim Blick nach rechts beherrscht der nahe gelegene Flaggenturm die Szenerie: Das achteckige Türmchen aus Sandstein krönt die Anhöhe in der Weinlage Fuchsmantel. Es wurde 1854 mit Hilfe großzügiger Dürkheimer Bürger erbaut und wird wegen seiner Form auch bildhaft „Kaffeemühlchen“ genannt.
Der Weg durch die Weinberge führt auf eine Böschung zu, hinter der ein Wochenendgebiet beginnt. Wer etwas kürzer als eine Stunde unterwegs sein will, biegt an dieser Stelle wieder nach rechts ab. Nun geht es an mehreren ansehnlichen Trockenmauern entlang.
Teilweise liegen sie unter dickstämmigem Efeu und Buschwerk verborgen. Während der stark verzweigte Efeu auch im Winter dichtes Laub trägt, sind andere Gewächse jetzt kahl. Dafür gibt es an den Zweigen der Sträucher und Bäume farbige Flechten zu entdecken.
Aufgeschrecktes Rotkehlchen huscht durchs niedrige Gezweig
Wo die Mauern nicht von Büschen bedeckt werden, können ihre freiliegenden Steine Wärme speichern und zum vorteilhaften Klima der Weinberge beitragen. In den vergangenen Tagen ging allerdings ein eisiger Wind über die Region. Derweil erlaubte die klare Luft eine gute Fernsicht über die weite Rheinebene bis hin zu den noch verschneiten Hängen des Odenwalds.
Vom Weg unterhalb des Flaggenturms sind die Übergänge von Haardtausläufern und Weinbergen gut zu sehen. Beim Blick nach Süden fallen im Stadtbild von Wachenheim der Kirchturm von St. Georg und das dekorative historische Gebäude des Bürgerspitals auf.
Nah am Weg raschelt es immer wieder im Bodenlaub. Amseln suchen in den alten Blättern nach Nahrung. Oder ein aufgeschrecktes Rotkehlchen huscht durchs niedrige Gezweig. Schon jetzt Mitte Februar stimmen viele Vögel ihren Reviergesang an und werben um eine Partnerin.
Es geht immer an der Böschung entlang, bis man den Wirtschaftsweg erreicht, der von der Schenkenböhlstraße in Bad Dürkheim her kommt. An dieser Kreuzung biegt man nach rechts ab und kommt so wieder zurück zum Ausgangspunkt.