Bad Dürkheim Zur Sache: Renaissance eines alten Schädlings
Die aus Nordamerika stammende Reblaus wurde in den 1860er Jahren nach Europa eingeschleppt. Die europäischen Ertragsreben waren nur widerstandsfähig gegen die hier bekannte Blattreblaus, erklärt Joachim Eder vom DLR. Das Problem sei biotechnisch gelöst worden: Zur Bekämpfung wurden reblaustolerante „Unterlagsreben“ aus Amerika mit einheimischen Ertragsreben veredelt. So kann der Fortpflanzungszyklus der Reblaus unterbrochen werden. Es gibt jedoch Probleme, wenn die Unterlagsrebe Triebe bildet, zum Beispiel bei wilden Reben, die am Wegesrand oder in Böschungen wachsen. Auch Unterlagenreben an Rebbögen oder anfällige Zierreben an Häusern oder Gärten sind betroffen. „Wenn sie von der Blattreblaus befallen wird, droht die Gefahr, dass der Schädling von dort aus in Ertragsanlagen verschleppt wird, wo er sich an den Wurzeln der Ertragsrebstöcke festsetzen kann“, erläutert Eder. Durch den Klimawandel und das vermehrte Auftreten neuer Schädlinge seien die Rebstöcke sowieso schon sehr gestresst. Erkennbar sei ein Befall durch eine Ausbuchtung des Blattes auf der Blattunterseite, die nach oben geöffnet ist. Der Fachmann spricht von Reblaus-Blattgallen. „Die Reblaus sticht das Blatt an und legt in die Ausbuchtung ihre Eier“, erläutert Eder. Wer sich über einen Befall unsicher sei, könne sich an das DLR wenden. Abhilfe könne nur geschaffen werden, in dem man die befallenen Zierreben entfernt und durch Sorten mit höherer Widerstandskraft gegen die Reblaus ersetzt.
