Bad Dürkheim Zum Wiedereinzug ein Grillfest

Den Brand können sie jetzt hinter sich lassen: Karl-Heinz und Ruth Herch vor ihrem neuen/alten Haus.
Den Brand können sie jetzt hinter sich lassen: Karl-Heinz und Ruth Herch vor ihrem neuen/alten Haus.

Zwei Jahre hat es gedauert, bis die Eheleute Ruth und Karl-Heinz Herch wieder in ihr Haus in Wachenheim einziehen konnten. Am 18. Mai 2016 wurde es bei einem Brand schwer beschädigt. Ihren Wiedereinzug feierte die Familie jetzt mit einem Grillfest.

Der 18. Mai hat einen festen Platz im Kalender der Herchs. Sie feiern ihn als zweiten Geburtstag ihres Enkels Elias, der dank des beherzten Eingreifens des Polizeibeamten Michael Lantz aus dem brennenden Wohnzimmer gerettet wurde (wir berichteten mehrfach). Lantz war deshalb auch der wichtigste Gast des Grillfestes. „Der ganze Schaden ist doch völlig egal, Hauptsache dem Kleinen geht es wieder gut“, sagte Karl-Heinz Herch vor zwei Jahren. Daran hat sich für den 61-Jährigen nichts geändert. Nur ein paar Tage hatte Elias in einer Mannheimer Klinik verbringen müssen. Heute lebt er mit seinen Eltern und seiner Schwester in Tiefenthal. Das Haus wurde gerade gebaut, als der Brand in Wachenheim passierte. Nach den Sommerferien steht Elias’ erster Schultag an. Eine eingeschaltete Herdplatte, auf der unglücklicherweise gerade ein Kaffeevollautomat abgestellt war, hatte vor zwei Jahren den Brand ausgelöst. Rund 130 Rettungskräfte waren im Einsatz. Die Polizei schätzte den Schaden damals auf rund 500.000 Euro. Das Ehepaar kam nach dem Brand bei Herchs Mutter in der Wachenheimer Burgstraße unter. Keiner rechnete damit, dass es zwei Jahre dauern würde, bis das Haus Am Hauenstein wieder bewohnbar sein würde. Weiterhin ist Herch ziemlich entspannt, wenn es darum geht, über die Schäden an seinem Haus und den Wiederaufbau zu sprechen. Er habe sich auch nie um die Kosten gekümmert. „Das ist Sache der Versicherung“, meint er. Nur Wünsche, die über den früheren Zustand des Gebäudes hinausgehen, habe er selbst finanziell schultern müssen. Beispielsweise den Balkon über der Terrasse. „Es ist schön, aber eben anders schön“, meint seine Frau Ruth beim Rundgang durch das Haus, das eigentlich ein Neubau ist. Bis auf die Kellerdecke wurde alles abgetragen. „Eigentlich ist nur die Garage erhalten geblieben“, erzählt ihr Mann. Nach dem Grundriss des vor über 30 Jahren „Am Hauenstein“ erbauten Hauses wurde es nach dem Brand wieder aufgebaut. „Die Wände sind dicker, statt Holzböden haben wir jetzt überall Fliesen, und die Fenster sind dreifach verglast“, zählt Herch ein paar Neuerungen auf. Die Einrichtung ist noch provisorisch. Der obere Stock soll zum Teil als Ferienwohnung vermietet werden. Von dort wie von der Terrasse hat man eine unverbaubare Sicht auf die Wachtenburg. Die Eheleute haben vor, ihr zweites Leben im neuen-alten Haus zu genießen. Spezielle Brandschutzvorkehrungen haben sie außer den vorgeschriebenen Rauchmeldern nicht getroffen. „Wozu auch?“, meint Herch mit viel Humor.

In den Trümmern Ende November 2016.
In den Trümmern Ende November 2016.
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