Bad Dürkheim Zoff in der Almhütte
Der Jahreswechsel steht vor der Tür und in einer abgelegenen Almhütte sind zwei Parteien, die sich vorher gar nicht kannten, durch einen dummen Zufall gezwungen, Silvester miteinander zu verbringen. Das birgt Zündstoff. Und den breiten die Darsteller der Theatergruppe des TV Gönnheim – darunter eine Pfälzische Weinhoheit – in der Komödie „Die Silvesterparty“ genüsslich vor ihren Zuschauern in der Festhalle des TVG aus.
Die Eltern Heidi und Josef und Tochter Katja Habermann dürfen in der Almhütte von Josefs Chef Urlaub machen. Nach der Ankunft gibt es das durchaus verbreitete Geplänkel zwischen Heidi und ihrem Mann über die Größe und die generelle Notwendigkeit der Koffer, die in die Hütte geschleppt werden müssen. Ihre Tochter Katja ist um Ausgleich bemüht. Die Familie richtet sich ein und geht zu Bett. Plötzlich treffen der Sohn des Chefs, Mark Faltinger, und seine Freundin Tanja überraschend in der Hütte ein. Schnell wird klar, dass Tanja eine verwöhnte Göre ist, sie will in dem „Kuhstall“ ohne Mikrowelle und dem Klo über den Hof auf gar keinen Fall Silvester feiern. Sie macht Mark deswegen die Hölle heiß und der reagiert zunehmend genervt. Beim ersten Aufeinandertreffen „verteidigen“ Heidi und Katja ihren Platz in der Hütte recht handfest gegen die vermeintlichen Eindringlinge. Als wäre das nicht genug, schafft es Josefs Mutter, Hertha Habermann, vor dem Unwetter auch noch in die Hütte und das, wie es scheint, unter für Heidi und Josef äußert kostspielen Umständen. Das lässt die Wahrscheinlichkeit noch weiter steigen, dass es bei der Silvesterfeier ordentlich krachen wird, aber nicht aufgrund von Böllern… Dass Tanja sichtlich etwas Übles im Schilde führt, macht es im zweiten Akt spannend. Natürlich aber hat die Geschichte ein Happy End – wie sich das in Gefühlsdingen gestaltet, deutet sich recht schnell an. Angelika Merz vermittelt als Heidi Habermann das Bild einer resoluten Frau, die sich nicht aus dem Konzept bringen lässt. Ihr Mann Josef ( Andreas Gutermann) ist ein gutmütiger Zeitgenosse, der nur seine Ruhe haben will. Tochter Katja – die Pfälzische Weinprinzessin Katharina Weisbrodt aus Deidesheim gibt in dieser Rolle ihr Debüt – ist eine ganz Liebe, sie kann aber auch die Zähne zeigen, wenn es sein muss. Die Rolle der schlitzohrigen Oma Hertha ist wie geschaffen für Anni Bentz, herrlich komisch sind ihre treffend-bissigen Kommentare Richtung Tanja. Frank Meinhardts Mark Faltinger ist ein eher leutseliger Mensch, der erst in der Hütte richtig erkennt, wie seine Freundin wirklich tickt. Tanja ist mächtig auf Krawall gebürstet, Christine Adam spielt sie entsprechend laut und selbstverliebt. Regie führt Ruprecht Döring, für die Technik ist Wolfgang Bentz zuständig. Die Gönnheimer Theatergruppe sucht dringend Nachwuchs – die Truppe musste schon für diese Aufführung ein Stück mit nicht allzu großer Besetzung aussuchen. Info Die Premiere der Komödie „Die Silvesterparty“ ist heute (19.30 Uhr), es gibt noch Karten an der Abendkasse. Weitere Vorstellungen sind am Samstag, 29. Oktober und 5. November, 19.30 Uhr (Einlass 19 Uhr).