Bad Dürkheim Zehn von zwölf Wohnungen in Villa Böhm weg
„Sind die pleite?“ Das ist die Frage, die sich einige gestellt haben in den vergangenen Monaten, wenn von der Villa Böhm in Wachenheim die Rede war. „Sind sie nicht“, muss man entgegenhalten. Aber: Die Fertigstellung des derzeit wohl größten Bauvorhabens in der Stadt verzögert sich um vier Monate bis Ende August 2017. Was dann entstanden sein wird, ist mit das exklusivste Wohnobjekt, das die Stadt zu bieten hat.
Vor zwei Jahren, im September 2014, ist Finanzplaner Christian Hick in die Vermarktung des 1891 erbauten Gebäudes eingestiegen. Die denkmalgeschützte Villa Böhm, in der seit 1975 Dr. Erich Wiedemann eine Arztpraxis betrieben hatte und in der er ansonsten mit seiner Mutter alleine lebte, hat zunächst nicht massenhaft interessierte Käufer angezogen. Nun sind zehn der zwölf Wohneinheiten nach Hicks Angaben aber verkauft. Angrenzend an die Villa entstehen gerade in Reminiszenz an die frühere Heimstätte des reichsten Weinkommissionärs entlang der Weinstraße ein sogenanntes Kelterhaus und ein Küferhaus. In jedem der drei Gebäude waren vier Wohneinheiten zu verkaufen. Lediglich zwei sind im kleinsten der drei Objekte, die sich um einen Innenhof mit plätscherndem Brunnen versammeln, noch zu haben. Sieben Millionen Euro wird die Investitionsfirma am Ende in das gesamte Projekt gesteckt haben, wie Hick sagt. Der Finanzplaner ist Teil der Villa Wachenheim GmbH und Co KG, zu der der Architekt Dieter Krahnert und der Bauingenieur Klaus Möller gehören, die wie Hick ihre Büros in Wachenheim haben. Dass die Vermarktung etwas schleppend voranging, habe mehrere Gründe. Teilweise hätten Leute echtes Interesse bekundet, die dann aber nie wieder zu erreichen gewesen seien. Das habe in einem Fall mehrere Wochen an Zeit gekostet. Die Möglichkeit der Denkmalabschreibung habe die Vermarktung überdies komplexer gemacht. Auch er habe zwischenzeitlich verwundert wahrgenommen, dass es Gerüchte gebe, dass die Investoren pleite seien. Inzwischen haben Notartermine mit den zukünftigen Besitzern stattgefunden. Entschieden haben sie sich für eine exklusive Wohnstätte, die viele Vorteile miteinander verbindet. 129 Quadratmeter misst die kleinste Einheit, die für 429.000 Euro verkauft wurde, die größte Einheit seit für „etwas über eine Million Euro“ zu haben gewesen. Meist seien es Zwei-Personen-Haushalte, die das Domizil zukünftig bewohnen. Zu Hicks Überraschung sind es bis auf zwei Ausnahmen letztlich Wachenheimer oder ehemalige Wachenheimer, die sich für den Kauf von Eigentum entschieden haben. Werbung in Ballungszentren außerhalb von Rheinland-Pfalz hätte sich der Vermarkter insofern fast sparen können, wie er selbst feststellt. Wichtig war den Investoren, dass etwa der Blick zur Wachtenburg von allen Gebäuden aus möglich ist. Wein spielt eine nicht unwesentliche Rolle, wie man an groß geplanten und modernisierten Gewölbekellern sehen kann, die kleine Empfänge mit Weinproben direkt in Fässern sitzend möglich machen. Bei einer Führung durch die Objekte zeigt Hick, wie sehr man auf Barrierefreiheit geachtet hat. Aufzüge, die von Wohnungen direkt in den Weinkeller und die unter dem Objekt entstandene Tiefgarage führen, sind beispielsweise vorgesehen. Auch die Autos selbst kommen per verglastem Autolift in die Tiefe. Fertig sein soll alles Ende August des kommenden Jahres. Der ursprüngliche Plan hatte den 30. April als Termin vorgesehen.