Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Zauberflöte an der Orgel

Johannes Fiedler an der Voit-Orgel in Wachenheim.
Johannes Fiedler an der Voit-Orgel in Wachenheim.

Alte Schätze wie die Voit-Orgel von 1883 der protestantischen Georgskirche Wachenheim können oft nur mit Spenden erhalten werden. Dafür gab Bezirkskantor Johannes Fiedler am Sonntag ein Konzert.

Mit den Orgelkompositionen des französischen Organisten Nicolas de Grigny lassen sich die Vielfarbigkeit der Wachenheimer Orgel sehr gut darstellen. Johannes Fiedler hatte dazu das fünfteilige Kyrie aus dem „Livre d'orgue“ (Orgelbuch) des Komponisten ausgewählt, das mit einer voll klingenden Registerkombination begann. Vor allem Johann Sebastian Bach war ein Bewunderer des jung verstorbenen de Grigny. Daher ließ Fiedler Bachs Variationenzyklus „Sei gegrüßet, Jesu gütig“ (BWV 768) folgen. Zu dieser elfteiligen Choral-Partita hatte der Bezirkskantor eine zwölfte als eigene Improvisation hinzugefügt. Das Werk gehört zu Bachs umfangreichsten Kompositionen aus der Zeit um 1705, als er von Organisten wie Dieterich Buxtehude inspiriert wurde.

Fröhliche Leichtigkeit erzeugt

Mit dem Andante für eine kleine Flötenuhr F-Dur KV 616 von Wolfgang Amadeus Mozart kam eine fröhliche Leichtigkeit in das Konzert. Mozart schrieb das Stück für Musikautomaten, sogenannten Flötenuhren, im Wiener Wachsfigurenkabinett. Diese Miniatur erinnert an Papageno und die Zauberflöte. Das Stück ist zur selben Zeit wie die Oper 1791 entstanden. Das spieltechnisch anspruchsvolle Werk wurde von Fiedler auf bewundernswert lockere Weise umgesetzt.

Franz Tunder gilt als einer der großen Vertreter der Norddeutschen Orgelschule und prägte als einer der ersten den Typus der norddeutschen Toccata. Fiedler hatte für sein Programm die dreistrophige Choralbearbeitung von „Jesus Christus, unser Heiland“, einem von Luther getexteten Kirchenlied, ausgewählt.

Das Konzert fand mit der viersätzigen Sonate c-Moll Op. 65/2 von Felix Mendelssohn-Bartholdy einen beachtenswerten Abschluss. Aus der Sonatensammlung von sechs Stücken enthält die Sonate Nr. 2 ein lebhaftes, festliches Allegro maestoso, das von Fiedler überzeugend dargeboten wurde. Abgerundet wurde das vom Publikum begeistert aufgenommene Konzert mit dem Abendlied als Zugabe.

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