Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Wurstmarkt: Wie Besucher vor Gefahren gewarnt werden

Der neue Mast ermöglicht Durchsagen, die weite Teile des Platzes erreichen.
Der neue Mast ermöglicht Durchsagen, die weite Teile des Platzes erreichen.

Der Wurstmarkt lockt Tausende Menschen gleichzeitig auf den Festplatz. Jetzt nutzt die Stadt zwei neue Möglichkeiten, um diese vor Gefahren zu warnen.

Der Mast gegenüber des Trafohäuschens sieht unscheinbar aus: Vier Boxen an einer Metall-Stange, das Ganze ummantelt von einem Betonrohr. Wenn Fritz Reinhardt einen Hebel umlegt, reckt sich die Metallstange sechs Meter hoch in den Himmel – und mit ihr die gesamte Sicherheitstechnik, die aus Lautsprecherboxen und einer Videokamera besteht. Die Konstruktion, die der Nachrichtentechniker aus der Südpfalz mit seiner Firma r-tronic entwickelt hat, wird das erste Mal auf dem Wurstmarkt eingesetzt.

Über die vier jeweils 2800 Watt starken Boxen können zentrale Bereiche des Platzes zwischen Weindorf und Riesenrad mit Durchsagen beschallt werden – auch, wenn Hochbetrieb herrscht. „Wir könnten damit die Besucher informieren, dass wir wegen eines plötzlich aufkommenden Unwetters den Festbetrieb einstellen müssen“, erklärt Marcus Brill, Chef des Organisationsteams, eine Anwendungsmöglichkeit. Bislang waren etwa 60 Lautsprecherboxen auf dem Festgelände verteilt, um im Notfall Durchsagen zu verbreiten. Ihre Anzahl werde nun verringert. Wenn sich der Mast bewähre, könnten zwei oder drei zusätzliche solcher Konstruktionen die Lautsprecher in den kommenden Jahren gänzlich obsolet machen.

Übertragen werden die Durchsagen aus der alten Polizeiwache über eine UKW-Frequenz. Das stelle sicher, dass die Technik auch dann funktioniere, wenn das Mobilfunknetz zusammengebrochen ist, erklärt Reinhardt. Im Notfall komme seine Konstruktion auch ohne Strom aus. Ob die Polizei die Kamera für Videoüberwachung nutzen wolle, sei noch nicht klar, sagt Brill.

Wurstmarkt über Katwarn

Für die Information der Besucher auch außerhalb des Festplatzes gibt es eine weitere Neuerung: Die Stadt will über die Wurstmarkttage einen sogenannten Themenkanal über die Warn-App Katwarn einrichten. Nutzer der App können diesen kostenlos abonnieren und erhalten dann Nachrichten zum Fest. „Zum Beispiel können wir die Leute auf dem Festplatz informieren, wenn ein Bus vom Schienenersatzverkehr ausfällt. Dann können sie noch länger auf dem Festgelände bleiben“, erklärt Brill. Auch Nachrichten von DRK, Polizei oder Feuerwehr will die Stadt über den Kanal verbreiten. „Da geht es auch viel um Beruhigung, etwa, wenn ein Einsatzfahrzeug über den Platz fährt“, ergänzt Florian Moritz, Leiter des Ordnungsamts.

Sobald der Kanal freigegeben ist, kann er über die Katwarn-App abonniert werden. Wer die App erstmals installiert, wählt im Startmenü zunächst den Ort „Bad Dürkheim“ aus und kann anschließend über die Rubrik „Themen“ den Kanal „Dürkheimer Wurstmarkt“ aktivieren. Zusätzlich will die Stadt auf dem Eingang zum Festgelände Hinweise mit QR-Codes aufhängen, die zu dem neuen Service führen. Wichtige Gefahrenmeldungen werden den Nutzern übrigens laut Stadtverwaltung auch dann angezeigt, wenn der Themenkanal nicht abonniert ist.

Wurstmarkt-Bad Dürkheim-2023

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