Bad Dürkheim
Wurstmarkt: Helmut Darting nimmt Abschied vom Weindorf
„Er wird uns fehlen“, sagt Weindorf-Sprecher Peter Döngi bedauernd zu Helmut Dartings Ausscheiden. Seit Beginn des Weindorfs 1992 ist das Weingut Darting dort vertreten. Nach dem Ende des Wurstmarkts 2024 ist Schluss. Darting setzt sich als Winzer zur Ruhe. Seine 25 Hektar Rebfläche hat er an zehn verschiedene Betriebe verpachtet, denn seine Bemühungen, das Weingut zu verkaufen, waren erfolglos geblieben.
Weil er sich um seine Rebflächen nicht mehr kümmern muss, sondern nur noch den Verkauf der noch vorhandenen Darting-Weine steuert, verspürt der 62-Jährige an diesem Wurstmarkt eine Art entspannte Zufriedenheit. Denn gleichzeitig Weinlese und Standbetrieb, das sei in den letzten 15 Jahren, in denen Herbst und Wurstmarkt immer zusammenfielen, doch ein großer Stress gewesen. „Das ist für alle Betriebe hier eine Riesenbelastung“, sagt er. Ständig habe er das Wetter in den Blick nehmen müssen und auch kurzfristig bei einem Termin auf dem Platz entschieden, ob jetzt ein Wingert gelesen wird oder nicht.
Viele Helfer aus der Familie
Ohne viele helfende Hände sei diese Doppelbelastung gar nicht zu stemmen, sagt Darting, der sich auch in diesem Jahr auf die Hilfe seiner Familie verlassen kann. Seine Schwester Heike Gerstenhöfer steht hinter der Theke und am Wochenende kommen Dartings Sohn und Tochter auch hinzu.
Ein gutes Händchen wird bei der Zusammenstellung der Weinkarte gebraucht. Schließlich ist sie das Aushängeschild des jeweiligen Betriebes. Dartings Lieblingswein ist der trockene Spielberg-Riesling. „Auf einem Kalkboden gewachsen mit Aromen von Aprikose sowie exotischen Noten“, umschreibt er ihn. Auf die Karte würden Weine genommen, die man selbst als interessant erachte und solche, von denen man wisse, dass sie gut bei der Kundschaft ankommen. So würden bei der eher kalten Witterung auch die Rotweine nachgefragt. Einen Spätburgunder und einen Schwarzriesling hat Darting auf der Karte. „Der Wurstmarkt ist schon eine bedeutende Werbeplattform. Die Leute, die man hier im Stand gesehen hat, trifft man dann später auf dem Weingut“, erzählt er.
Keine Warteliste mehr
Wer „sein“ Weindorf-Zelt 2025 übernimmt, sei noch nicht entschieden. „Es gibt ja keine Warteliste mehr“, sagt Darting. Entscheidend bei den Betrieben sei, wer die „Manpower“ dafür habe. Letztlich sei dies Sache des Wurstmarktausschusses, erläutert Döngi. „Hauptsache, das Qualitätsniveau kann gehalten werden“, fügt er hinzu. Es sei auch denkbar, dass ein Winzer aus den Schubkärchlern hinüber ins Weindorf wechsle. Wobei dies dann aber eine Premiere sei. Bei mehreren Bewerbern sei die Anzahl beziehungsweise die Größe der Rebflächen mit Dürkheimer Lagen entscheidend bei der Vergabe.
Das Amt des Wurstmarktwinzermeisters, das Darting 2018 von Kurt Freund übernommen hat, sei eine schöne Abwechslung, an der er erst einmal gerne festhalten wolle. „So lange mich die Winzer wollen, mache ich das“, sagt Darting . Das dazugehörige Werkzeug, ein Küferhammer sowie ein Zapfhähnchen, habe er von seinem Großvater übernommen.
Kein Darting-Riesling zur Eröffnung
Damit wird sowohl bei der Eröffnung als auch bei der Pressekonferenz auf dem Vigilienturm das kleine Fässchen mit Riesling angezapft. Es ist auch in diesem Jahr kein Darting-Riesling gewesen – so weit reichen die Einflüsse des Wurstmarkt-Winzermeisters dann doch nicht. Traditionell ist dieses kleine Holzfass mit Riesling von der Dürkheimer Winzergenossenschaft Vier Jahreszeiten gefüllt.
In diesem Jahr gab es auf Dartings Wunsch aber zum ersten Mal einen trockenen und keinen halbtrockenen Riesling. Es habe ihn gewundert, dass noch niemand daran gerüttelt habe. Seiner Ansage: „Dann ändern wir das jetzt mal“, habe sich keiner widersetzt.