Bad Dürkheim
Wurstmarkt: Blitz und Donner zur Eröffnung
Als Bürgermeister Christoph Glogger (SPD) – unterstützt von mehreren Weinhoheiten und Staatssekretärin Petra Dick-Walther sowie Staatssekretär David Profit – um 18.39 Uhr den 606. Wurstmarkt für eröffnet erklärte, brandete Jubel vor der Saline auf. Den Gästen – ob auf oder vor der Bühne – und auf dem Festplatz war die Euphorie darüber deutlich anzumerken, dass die fast dreijährige Wurstmarkt-Abstinenz nun vorbei ist. Zwischen Riesenfass und Riesenrad könne endlich wieder das Schoppenglas kreisen, sagte Glogger. „Wir feiern heute auch unsere Freiheit“, nahm der Dürkheimer Bürgermeister Bezug auf den Ukraine-Krieg.
Kurz nach Eröffnungsspiel, Fassanstich und der kurzen Begrüßung durch die Deutsche Weinprinzessin Saskia Teucke, die Dürkheimer Weinprinzessin Lea Baßler und eben Bürgermeister Christoph Glogger übernahm Petrus die Regie: Blitz, Donner und Gewitterregen prägten die ersten Stunden des Eröffnungsabends des Wurstmarktes.
Erste Ausläufer am späten Nachmittag sorgten wohl dafür, dass sich der Platz erst gegen 19 Uhr richtig füllte. Doch ausgerechnet dann zog ein neues Gewitter auf, das die Besucher in die Schubkärchler, unter die Zelte im Weindorf und in die Festzelte trieb. Auffallend leer waren die Parkplätze rings ums Festgelände und auch vom Bahnhof her war am Abend noch kein großer Besucherandrang festzustellen.
Mackenbacher ziehen durch Schubkärchler
Gut gefüllt waren die Stände im neu gestalteten Weindorf. In den Schubkärchlern zogen die Mackenbacher wieder ihre Runden und waren ein beliebtes Fotomotiv. Auch hier füllten sich die Reihen erst etwas später als sonst an einem Eröffnungsfreitag. Ruth Bart, Zäpflerin am Schubkarchstand ihres Weinguts, war darüber auch etwas verwundert. „Schon heute Mittag waren einige Gäste hier, aber da waren so manche Essensstände noch geschlossen“, berichtete sie. Probleme hatten so manche Schubkarchstandbetreiber mit der neuen Regelung, Wein - und Getränkekisten aus Sicherheitsgründen neben den Schubkarchständen sicher zu verschließen.
Optimistische Schausteller
Verhalten war wegen des Wetters auch der Betrieb bei den Schaustellern. Riesenradbetreiber Rudolf Barth vom Jupiter war trotzdem optimistisch. Bei Regenwetter lohnten sich die 2018 neu angeschafften geschlossenen Gondeln. „Die ganze Familie und auch die Mitarbeiter freuen sich, wieder hier zu sein“, sagte er. Der Wurstmarkt sei für ihn das wichtigste Volksfest im Jahr.
Zwei Fahrgeschäfte fallen durch die Prüfung
Zwei Fahrgeschäfte waren am Freitagnachmittag durch die Prüfung von Tüv Süd und Kontrolleuren der unteren Bauaufsichtsbehörde beim Kreis gefallen: „Hot Shot“ und das genau daneben platzierte Karussell „Turbine“ wiesen bei der Kontrolle Mängel auf und durften nicht öffnen. Die „Turbine“ war erst kurzfristig von der Stadt als Ersatz für das eingeplante Karussell „Pandora“ gefunden worden, das wegen technischer Probleme abgesagt hatte. „Hot Shot“, das zwei Fahrgäste an zwei Seilen in die Höhe schleudert, ist bereits seit vielen Jahren auf dem Wurstmarkt vertreten. Die Mängel könnten die Betreiber über das Wochenende oder zu Beginn der kommenden Woche beheben, teilte die Kreisverwaltung mit.
Treu über die Corona-Zeit
Für Lothar Langer und Burghard Schubert aus Hannover hat der Wurstmarkt seit 35 Jahren im Kalender einen festen Platz. Sie waren am Freitag erst zum mehrstündigen Weinprobieren in der Vinothek bei den Vier Jahreszeiten Winzern und setzten ihre Weinverkostung dann auf dem Platz fort. Erste Station waren wie immer die Schubkärchler. „Es ist einfach toll hier, wir kennen viele Dürkheimer, haben auch viele Freundschaften geknüpft. Man kriegt einfach schnell Kontakt, die Leute sind so kommunikativ“, schwärmte Lothar Lange bei einem Glas halbtrockenem Riesling. Er hat Bad Dürkheim sogar in der Corona-Zeit die Treue gehalten.



