Bad Dürkheim
Wurstmarkt: An der Spitze des Weindorfs steht jetzt eine Frau
Dass der Wurstmarkt nicht nur ein reines Schorlefest ist, und man dort auch ein gutes Glas Wein abseits vom großen Trubel genießen kann: Das will die neue Weindorf-Sprecherin Corina Schmitt nach außen transportieren. Sie hat ihr Amt am Freitag von Peter Döngi übernommen. Döngi hatte diese Rolle 20 Jahre ausgeübt.
„Ich trete damit in die Fußstapfen meines Schwiegervaters“, verwies die 52-Jährige auf Egon Schmitt, der sich vor Döngi um die Belange des Weindorfs gekümmert und dieses auch 1992 mit gegründet hatte. Seit 1994 steht die Ehefrau von Jochen Schmitt im Weindorfzelt auf dem Wurstmarkt. „Ich bin gerne Weindorf-Winzerin und begeisterte Wurstmarkt-Gängerin“, betonte Schmitt und fügte mit Blick auf ihr neues Amt hinzu: „Es wird Zeit für eine Frau an der Spitze.“ Schmitt ist überzeugt davon, eine eingeschworene Gemeinschaft hinter sich zu haben, die gewillt sei, das Weindorf weiterzuentwickeln.
An einem Strang gezogen
Davon ist auch Peter Döngi überzeugt: „Mir hat mein Amt auch deshalb so viel Spaß gemacht, weil wir alle immer an einem Strang gezogen haben“, sagte der 72-Jährige im RHEINPFALZ-Gespräch. 13 Weinzelte und vier Gastronomiebetriebe gehören dem Weindorf an. Als Döngi 2005 Weindorf-Sprecher wurde, kannte er das Weindorf schon als langjähriger Betreiber des Weindorf-Zelts des Weinguts Wegner. Von 2001 bis 2019 leitete er mit seinem Team dort den Ausschank. Als Sprecher war er das Bindeglied zwischen den Weindorf-Beschickern und der Stadtverwaltung. „Weil ich nicht in ein Weingut integriert war, war ich neutral, ich wusste aber trotzdem, um was es geht.“ So hatten seine Eltern einen Gastronomiebetrieb in Speyer geleitet und der ehemalige BASF-Werkschutzmeister Döngi konnte auch auf eine frühere Berufsausbildung in der Landwirtschaft sowie als Winzer zurückblicken.
Die Neuordnung des Weindorfs zog sich wie ein roter Faden durch seine Amtszeit. „So wie es jetzt ist, ist es eigentlich ideal“, findet Döngi. Stolz ist er auf das „Plaza-Zelt“ in der Mitte mit den Palmen sowie auf die Barriquefässer mit den von der Lebenshilfe gelieferten Tischplatten. Hier könnten sich beispielsweise all jene treffen, die sich nicht auf einen bestimmten Winzer festlegen und gerne verschiedene Weine gemeinsam probieren wollen. Schön sei jetzt auch die aufgelockerte, nicht mehr so enge Aufteilung des Platzes. Gut funktioniere weiterhin das rollierende System der Stände, das gleich bei der Gründung eingeführt worden sei, als es auf der Nord- und auf der Südseite jeweils eine Bühne gab und jeder mal näher dran sein wollte. Die Bühne ist zwar jetzt auf der Mitte des Platzes, rolliert wird im Weindorf weiterhin.
Viele Wechsel erlebt
Als Sprecher schloss Döngi Verträge mit den dort spielenden Bands, kümmerte sich um die Security und verhandelte mit der Gema. „Die ganze Bürokratie ging über meinen Tisch“, fasst Döngi zusammen. Neue Weingüter wie der Schönfelder Hof, Isegrim oder in diesem Jahr Fitz-Ritter wurden integriert. Außerdem hat die Gastronomie viele Wechsel erlebt.
Döngi ist überzeugt davon, dass das Weindorf eine wichtige Anlaufstelle für die Besucher bleibt. Zwar liebt er auch den Trubel bei den Schubkärchlern wie in diesem Jahr beim Literarischen Frühschoppen. Doch sich im Weindorf mal etwas anderes schmecken lassen zu können und dabei ein schönes pures Glas Wein oder einen Sekt zu genießen, sei doch einfach „sensationell“.