Bad Dürkheim
Wurstmarkt 2025: So lief das erste Wochenende (mit Bildergalerie)
„Der Trend der vergangenen Jahre, dass die Leute früher kommen, setzt sich fort“, so die Beobachtung von Wurstmarktchef Marcus Brill, Leiter des Fachbereichs Kultur und Tourismus der Stadtverwaltung. Am Samstag und Sonntag sei der Platz schon mittags gut besucht gewesen und am Freitag sei schon vor der offiziellen Eröffnung viel Betrieb gewesen. „Am Freitag war ein superschöner Auftakt“, schwärmt Brill. Allerdings habe es sowohl am Freitag wie Samstag zu einem ungünstigen Zeitpunkt, jeweils zwischen 22 und 23 Uhr, angefangen zu regnen. „Da bleibt die letzte Welle weg“, weiß der Wurstmarktchef. Ein Teil der Gäste gehe nach Hause, sobald es regnet. Doch die Hardcore-Fans „bleiben trotzdem bis 3 Uhr, die stört der Regen nicht“, so die Erfahrung von Brill.
Froh ist er, dass von Polizei und Rotem Kreuz keine größeren Vorfälle gemeldet worden seien. Brill erzählt, dass am Freitag einige etwas nervös gewesen seien, weil sie nicht gewusst hätten, ob sie mit den Bussen, die als Ersatz für Züge bis nach Deidesheim fahren, auch wirklich nach Hause kommen. „Doch es scheint besser zu klappen, als gedacht, ich habe nichts Negatives gehört“, sagt Brill.
Der Regen habe sich vor allem bei den Schubkärchlern und Schaustellern ausgewirkt, im Weindorf mache sich das weniger bemerkbar, so der Wurstmarktchef. „Angesichts der Rahmenbedingungen sind wir sehr zufrieden“, lautet sein vorläufiges Resümee. Sein Tipp für die weiteren Wurstmarkttage: „Früher kommen und später gehen.“
Es wird weniger Wein getrunken
„Es ist insgesamt etwas schwächer wie die vergangenen Jahre“, sagt Rolf Bart, Sprecher der Schubkärchler. Das gelte sowohl für die Anzahl der Besucher als auch für den Umsatz und liege nicht nur am Wetter. Am Samstag sei es allerdings durch den Regen „ungemütlich geworden und der Platz war schnell geleert“, erzählt Bart.
Gründe für den Rückgang im Vergleich zu den vergangenen Jahren sind nach Meinung von Bart auch, dass „die Leute weniger trinken“, teils weil gespart werde, teils weil Alkohol verstärkt als ungesund gelte. Den Rückgang bei den Besucherzahlen führt Bart auch auf die Probleme mit den Bahnverbindungen zurück: „Da hat sich sicher mancher gedacht, ich bleibe lieber zu Hause“.
„Es wird zunehmend Traubensaft getrunken“, so eine Beobachtung von Bart. Ansonsten werde in den Schubkarchständen zu 95 Prozent Schorle verlangt, „natürlich der überwiegende Teil trockener Rieslingschorle“. Sein Fazit? „Auch wenn es insgesamt etwas weniger ist, wir sind trotzdem zufrieden“, sagt Bart.
Schaustellern macht der Regen nicht zu schaffen
Rundum zufrieden seien die Schausteller, sagt deren Sprecher Rudolf Barth. „Der Freitag war voll und der Samstag war sehr gut“, berichtet Barth. Auch finanziell sei es für die Schausteller „sehr gut gelaufen“. Am Samstag seien sehr viele Amerikaner auf dem Wurstmarkt gewesen, beobachtet Barth. Soweit nichts Ungewöhnliches – Wurstmarktkenner wissen, dass alljährlich an den Samstagen viele Amerikaner aus dem Raum Kaiserslautern das größte Weinfest der Welt besuchen. Der Regen sei so spät gekommen, dass er für die Schausteller keine großen Auswirkungen gehabt habe, so Barth. Positiv sei, dass alles friedlich und die Stimmung sehr gut sei.
„Es hat sich wieder normalisiert, es wird nicht mehr so auf das Geld geschaut, wie in den Jahren nach der Pandemie“, so der Eindruck von Peter Döngi, Sprecher der Weindorf-Wirte. Die Anzahl der Besucher entspreche etwa der, der vergangenen Jahre. „Freitag war ein sehr starker Abend“, so Döngi. Insgesamt würden die Leute abends lange bleiben, „viele sind richtig sesshaft“, sagt Döngi. Was bevorzugt getrunken werde, könne er noch nicht sagen.
Zu dritt eine Schorle trinken?
„Es ist ein gutes Wochenende“, sagt Ilona Böhm, Wirtin des Hamel-Zelts. Der Renner sei wie immer Schorle. „Riesling- und Weißherbstschorle, es wird aber zunehmend Schorle mit alkoholfreien Weinen verlangt“, berichtet Böhm. Als es angefangen hat, zu regnen, seien viele Leute zum Hamel-Zelt gekommen. „Aber bei uns war voll, ich konnte niemanden mehr hereinlassen“, sagt Böhm. Viele hätten dann unter den Vorzelten gestanden.
Voll sei es immer von etwa 20.30 Uhr bis Mitternacht. „Um Mitternacht muss die Musik aufhören, dann ist das Zelt innerhalb einer halben Stunde leer“, sagt Böhm. Sie wünscht sich, dass trotz der Probleme mit Nachbarn eine Stunde länger Musik erlaubt würde. „Das Platzgeld und die Gebühren werden immer höher, das geht nur, wenn wir länger Umsatz machen können“, sagt Böhm. Während der Öffnungszeiten könne der Umsatz nicht gesteigert werden, denn „die Leute schauen mehr auf’s Geld“. Manche würden zu dritt eine Schorle trinken, „das hat es früher nicht gegeben“.