Bad Dürkheim
Wochenkolumne: Von sicheren Gondelfahrten und trockenen Tropfen
Wurstmarkt: Erst Ehen, dann Scheidungen?
Es war die vielleicht romantischste Nachricht der Woche: Die Evangelische Kirche der Pfalz will Paaren in diesem Jahr die Möglichkeit geben, sich auf dem Wurstmarkt trauen oder segnen zu lassen. Nach den Plänen der Kirche soll das vielleicht sogar in den Schubkärchlern möglich sein, auf jeden Fall aber auf dem Michelsberg, dem Ursprung des Wurstmarkts. Und im Riesenrad.
Der für den Wurstmarkt zuständige Beigeordnete Karl Brust (SPD), ein eher lebenslustiger Mensch, gab sich im Wurstmarktausschuss aber als Hochzeitsmuffel zu erkennen. Jedenfalls, wenn es um Eheschließungen im Riesenrad geht. Die Verwaltung sei noch nicht gefragt worden und habe auch noch ein Wörtchen mitzureden, sagte Brust. Die Schausteller hätten andere Sorgen, als Angebote für Heiratswillige zu machen, gerade das Riesenrad sei immer gut ausgebucht. „Am Schluss wollen sie sich auch noch im Riesenrad scheiden lassen“, ergänzte er.
Auf RHEINPFALZ-Nachfrage erklärte Brust, es gebe ja auch Paare, die im Guten auseinander gingen und zum Abschluss noch mit einem Riesenrad fahren wollten. Sollte es dann doch zum Streit kommen: Die Gondeln des Jupiter sind seit ein paar Jahren geschlossen. Also stünde einer sicheren Ehe-Abschiedsfahrt tatsächlich nichts im Wege.
Weinstraßen-Marathon: Erst Schweiß, dann Wein
Wer läuft, muss viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Das gilt besonders für Marathonis. Die Weine zum Marathon Deutsche Weinstraße am 7. April aber sind eher für die Erholungsphase nach den schweißtreibenden Kilometern gedacht. Dass die Marathonweine aus Bockenheim kommen, ist mittlerweile Tradition. „Wir sind wirklich froh über die Zusammenarbeit“, betont Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU). 2016 lieferte die Bockenheimer Bauern- und Winzerschaft erstmals einen Rebensaft für die Großveranstaltung. Initiator damals war Kurt Janson. Mittlerweile ist sein Sohn Kurt Janson junior federführend. „Der Marathon ist eben ein ganz besonderes Ereignis für Bockenheim“, sagt er.
Zuständig für den kellerwirtschaftlichen Teil der Herstellung sind Karl und Christian Schäfer vom Weingut Sonnenhof. Die beiden Marathon-Weine sind aber ein echtes Gemeinschaftsprojekt. Acht Winzer aus Bockenheim haben insgesamt 3000 Liter Most aus Rieslingtrauben und 700 Liter Dornfelder an das Weingut Sonnenhof geliefert.
Der Marathon-Riesling ist ein trockener Tropfen mit 12,0 Prozent Alkohol, acht Gramm Säure und sechs Gramm Restzucker. „Im Duft findet sich grüner Apfel, Löwenzahn und auch Mandelblüte“, stellt Karl Schäfer den 2023er vor und betont: „Er ist durstlöschend und belebend, ein isotonischer Marathon-Begleiter bei moderatem Alkoholgehalt.“ Für die Sieger gibt es einen Dornfelder des gleichen Jahrgangs. Ausgeschenkt werden die Weine während des Marathons übrigens nicht. Wer die Flaschen haben möchte, muss sich anmelden. Den Riesling hat man dann sicher. Für den Dornfelder muss man sogar zu den besten Läuferinnen und Läufern gehören. Startplätze gibt es laut den Organisatoren noch.