Bad Dürkheim / Wachenheim / Freinsheim RHEINPFALZ Plus Artikel Wo Wasser teurer wird

Investitionen sind ein Grund für die Preiserhöhung.
Investitionen sind ein Grund für die Preiserhöhung.

Kunden der Stadtwerke Bad Dürkheim müssen 2021 mehr fürs Trinkwasser zahlen. In Gemeinden der Verbandsgemeinde Wachenheim steigen die Wasserpreise ebenfalls. Der Zweckverband Friedelsheimer Gruppe hat die Erhöhung beschlossen. Der Grund sei eine „Investitionswelle“. Stabil bleiben die Preise dagegen in der VG Freinsheim und in der Stadt Wachenheim.

Warum das Trinkwasser für die Kunden der Dürkheimer Stadtwerke teurer wird, erklärt Geschäftsführer Peter Kistenmacher. Der Wasserpreis habe sich seit 2008 kaum verändert, mit der Anpassung sei er ab 2021 nur 2,3 Prozent höher als noch 2008, so Kistenmacher. Allerdings fällt der Preissprung von diesem Jahr höher aus. Die Bruttopreise liegen aktuell seit 2013 bis zum Jahresende bei 2,03 Euro pro Kubikmeter. Ab 2021 kostet Wasser 2,19 Euro pro Kubikmeter. Der jährliche Grundpreis für normale Zähler liege seit 2002 unverändert bei jährlich 38,52 Euro. Seit 2008 stiegen die Kosten für Personal, Material, Reparatur- und Handwerksarbeiten. Zudem sei 2013 die jährliche Abgabe von 100.000 Euro für die Wasserentnahme an das Land gekommen. Das sei bei der damaligen Preissenkung noch nicht bekannt gewesen.

Zuletzt knapp kalkuliert

Die zurückliegenden Jahre seien deshalb sehr knapp kalkuliert gewesen und hätten schon in den vergangenen beiden Jahren zu negativen Ergebnissen in der Sparte Wasser geführt. Ein „typischer Haushaltsverbrauch“ liege bei rund 120 Kubikmetern pro Jahr. Die Erhöhung um 0,16 Euro pro Kubikmeter bedeute also Mehrkosten von etwa 19 Euro im Jahr. „Ein Kubikmeter sind 1000 Liter: Und 1000 Liter Trinkwasser kosten nur 2,19 Euro“, hebt Kistenmacher hervor.

Teurer wird Trinkwasser auch bei der Friedelsheimer Gruppe. Dort wird die monatliche Grundgebühr um 1,07 Euro auf 7,49 Euro brutto steigen. Die Verbrauchsgebühr beträgt künftig 1,34 (zuvor 1,23) Euro brutto pro Kubikmeter Wasser. Dem Zweckverband gehören die Gemeinden Ellerstadt, Gönnheim, Friedelsheim, Maxdorf, Fußgönheim, Birkenheide, Lambsheim, Rödersheim-Gronau, Hochdorf-Assenheim, Meckenheim und Niederkirchen an. Der Verband stehe vor einer„Investitionswelle“ in vielen Bereichen, sagt Werkleiter Wilfried Weber. Das sei der Hauptgrund für die Preiserhöhung, zudem die geplante Darlehensaufnahme.

Zwei Millionen Euro sind beispielsweise für den Austausch von Leitungen eingeplant, die unter anderem auch in Friedelsheim investiert werden. Für knapp eine Million Euro soll in Maxdorf ein neuer Brunnen gebohrt werden, so Weber. Am Brunnen I habe sich im Vorfeld des Filters sehr viel Sand abgelagert. Die Brunnenarbeiten sollen im kommenden Jahr anlaufen. Am Brunnen III in Hochdorf müsse das Filterrohr ausgetauscht werden – Kosten: rund 60.000 Euro.

Wachenheim stabil

Den Wachenheimer Wasserkunden bleibt eine Preiserhöhung zunächst erspart. Wie der Chef der Wachenheimer Werke, Dieter Panzer, sagt, sind die Preise seit 2013 stabil. Allerdings stünden im kommenden Jahr Erneuerungsmaßnahmen an. Beispielsweise bekommen Hochbehälter eine neue Innenbeschichtung. Im Schnitt zahle eine vierköpfige Familie für das frische „Quellwasser“ aus der Wachenheimer Quelle im Jahr gut 300 Euro. Die Grundgebühr liegt bei monatlich 7,28 Euro brutto. Für den Arbeitspreis zahlt der Kunde brutto 1,81 Euro pro Kubikmeter.

VG Freinsheim unverändert

Auch bei den Freinsheimer VG-Werken bleiben die Preise für Frischwasser stabil. Sie liegen laut VG-Werk-Chef Stefan Dachsteiner ab 2021 bei brutto 1,42 Euro. Der Grundpreis beträgt monatlich 4,50 Euro brutto. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch bei den VG-Werken liege bei etwa 55 Kubikmetern. Momentan zahle der Kunde etwas weniger, weil seit 1. Juli 2020 der Gesetzgeber eine temporäre Absenkung der Umsatzsteuer bis Ende 2020 beschlossen habe. „Seit 2015 sind unsere Wasserpreise stabil“, sagt Dachsteiner.

Zur Sache: Zweckverband mit Investitionsvorhaben

Die Friedelsheimer Gruppe steht vor einer „Investitionswelle“, sagte Werkleiter Wilfried Weber bei der Verbandsversammlung. Der Zweckverband Friedelsheimer Gruppe hat die Bilanz 2019 und den Wirtschaftsplan 2021 beschlossen.

Die Investitionskosten kletterten unter anderem deswegen, weil immer mehr neue Wasserleitungen verlegt werden müssten. In den vergangenen Jahren seien im Schnitt etwa 1500 bis 2000 Meter Wasserleitung im Verbandsgebiet erneuert worden, für 2021 seien 6500 Meter vorgesehen, so Weber.

Die Bilanzsumme für 2019 beläuft sich auf über 16 Millionen Euro. Der Gewinn von etwa 140.000 Euro wird als Rücklage verbucht. In diese fließen außerdem rund 92.000 Euro von der Konzessionsabgabe, die 242.000 Euro beträgt. Fast 2,4 Millionen Kubikmeter Wasser sind 2019 verkauft worden, das waren etwa 33.000 Kubikmeter weniger als im Jahr 2018. Die Jahresbilanz wurde einstimmig gebilligt, wie der Wirtschaftsplan 2021, der die Aufnahme eines Kredits von 1,3 Millionen Euro vorsieht.

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