Kreis Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Wirkt sich die Schweinepest an der Fleischtheke aus?

Bei drei Hausschweinen in Gerolsheim wurde das Schweinepest-Virus nachgewiesen.
Bei drei Hausschweinen in Gerolsheim wurde das Schweinepest-Virus nachgewiesen.

Vergangene Woche wurde erstmals ein Schweinepest-Fall in der Pfalz nachgewiesen. Reagieren die Verbraucher auf die Tierkrankheit?

In der Traditionsmetzgerei Tempel in der Bad Dürkheimer Innenstadt ist die Afrikanische Schweinepest kein Thema. „Klar, Kunden fragen immer mal wieder nach, woher unsere Schlachttiere kommen, aber das machen sie immer, auch bei Rind und Geflügel. Wir hatten bislang noch keine Nachfrage in Bezug auf die Schweinepest“, konstatiert Fleischer Marc Tempel. „Ich glaube, die Leute sind ein Stück weit immun gegenüber solchen Nachrichten, ASP ist für den Menschen ungefährlich, und der Teller blieb auch bei der Maul- und Klauenseuche und bei Corona nicht leer“, vermutet Marc Tempel.

Der Familienbetrieb mit Stammkundschaft bekommt wöchentlich rund 30 bis 40 Schweine von einem Züchter aus dem hessischen Groß-Umstadt geliefert. „Die Tiere werden vor Ort beprobt, auf die Ergebnisse verlassen wir uns“, sagt Marc Tempel. Er und sein Vater Gerhard Tempel, mit dem er die Metzgerei gemeinsam führt, haben keine Probleme, an Schweinefleisch heranzukommen, auch die Preise seien stabil. Wildschwein-Produkte hat die Metzgerei nicht dauerhaft im Angebot, in der Weihnachtszeit werden Bestellungen an einen Jäger weitergegeben.

Vertrauen in lokale Metzgereien

„Ich bin selbst überrascht, dass noch kein Kunde bei uns im Laden nach der Schweinepest gefragt hat“, sagt auch der Wachenheimer Metzger Klaus Hambel. Er führt das auf das große Vertrauen zurück, das die Kunden seinem Betrieb und den lokalen Metzgereien allgemein entgegen bringen. In seiner Metzgerei wisse man, wo die Schweine aufgewachsen sind und könne bei Bedarf die Züchter nennen. So etwas verschaffe den Metzgereien einen Vertrauensbonus, ist Hambel überzeugt. Auch bei seinem Sohn, der im nördlichen Rheinland-Pfalz eine Metzgerlehre absolviert, sei die Seuche kein Thema. Im Einkauf hätten die Preise für Schweinefleisch minimal nachgegeben. Händler führten dies aber eher auf die Urlaubszeit als auf die Schweinepest zurück.

Weniger Wild-Absatz im Herbst?

Und wie ist die Situation im Supermarkt? Auch hier sei die Schweinepest bei den Kunden offenbar kein Thema, berichtet Sven Stiegler, der Edeka-Märkte unter anderem in Bad Dürkheim und in Freinsheim betreibt. In seinen Märkten werde auch nicht weniger Schweinefleisch verkauft als sonst. Er könne sich allerdings vorstellen, dass der Absatz von Wildfleisch im Herbst in seinen Märkten unter der Schweinepest leiden, sollte die Krankheit bis dahin nicht eingedämmt worden seien. „Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Schweinepest auch zu uns nach Deutschland kommt. Aber ich vertraue der Arbeit unserer Behörden“, betont Sven Stiegler.

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