Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Wir über uns: Wer hat eigentlich diese Schauspieler ausgesucht?

Rebecca Singer
Rebecca Singer

Volontärin Rebecca Singer über ihren ersten Monat in der Bad Dürkheimer Redaktion

Landau, Ludwigshafen, Zweibrücken, Bad Dürkheim: Wir Volontäre sind sozusagen Journalisten in Ausbildung und lernen bei der RHEINPFALZ erst einmal alle Möglichen Lokalredaktionen kennen. Dort arbeiten wir jeweils zwei bis drei Monate, dann erwartet uns schon die nächste Station. Das hat Vor- und Nachteile: Wir lernen viele verschiedene Denk- und Arbeitsweisen, viele Kollegen und die unterschiedlichen Regionen der schönen Pfalz kennen. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, sich regelmäßig auf neue Arbeitsabläufe, lokale Besonderheiten und ein neues Team einzustellen, immer wieder irgendwo neu zu sein und sich erst einfinden zu müssen. Trotz Corona-Krise stand für mich ein solcher Ortswechsel Anfang April an: Von Zweibrücken in die Vorderpfalz nach Bad Dürkheim.

Quasi in Quarantäne

Doch wegen der Krise war dieser Ortswechsel ganz anders als sonst. Um uns gegenseitig zu schützen, wechseln wir uns zwischen Homeoffice und Redaktion ab. Die ersten Tage meiner Bad Dürkheimer Karriere verbrachte ich dementsprechend im Homeoffice – sozusagen in Quarantäne – damit ich keine potenziellen Viren aus der Westpfalz einschleppen konnte.

An meinem ersten Tag saß ich also am provisorischen Schreibtisch in meinem kleinen WG-Zimmer in Landau, mit Telefon und Laptop bewaffnet, und wartete auf die Telefonkonferenz. Nach kleineren technischen Schwierigkeiten fanden alle zusammen und ich konnte mich den unbekannten Kollegen vorstellen. Ein komisches Gefühl, sich nicht zu sehen und trotzdem kennenzulernen und gemeinsam an einem Produkt zu arbeiten. Doch trotz aller Unbekanntheit hat das erstaunlich gut funktioniert. Dennoch war ich froh, als ich nach etwa zwei Wochen das erste Mal die Redaktion betreten und die Kollegen nach und nach persönliche kennenlernen konnte. Wegen Urlaub und Homeoffice-Regelungen habe ich den Lokalchef, Alexander Sperk, erst nach vier Wochen persönlich getroffen, Dagmar Schindler-Nickel folgte sogar noch eine Woche später. Das war wie bei der Verfilmung des Lieblingsbuches: Die meisten habe ich mir irgendwie ein bisschen anders vorgestellt. Man hat ja ganz konkrete Bilder im Kopf, wie die einzelnen Charaktere aussehen – und kurz habe ich mich gefragt, wer eigentlich die Schauspieler ausgewählt hat. Das Gefühl verflog aber zum Glück ziemlich schnell. Und es ist doch irgendwie angenehmer, mit Kollegen zu arbeiten, von denen ich das richtige Bild im Kopf habe.

Nun bin ich seit einigen Wochen in Bad Dürkheim vor Ort und habe noch nicht besonders viel von der Stadt gesehen. Als Volontärin bin ich normalerweise viel unterwegs, lerne Menschen kennen und schreibe Geschichten. Doch in der Corona-Krise ist alles anders. Also auch das. Das meiste läuft per Telefon und die persönlichen Kontakte, die unseren Beruf ja eigentlich ausmachen, bleiben aus. Erst vor wenigen Tagen bin ich das erste Mal wirklich durch die Dürkheimer Innenstadt gelaufen: Die hübschen, kleinen, hügeligen Gässchen erinnern mich an meine Heimatstadt, einen kleinen Ort am Rande des Schwarzwalds.

Irgendwann ohne Krise

Von Bad Dürkheim hatte ich vor meiner Zeit hier schon viel gehört: Das Dürkheimer Riesenfass, lebendige Gässchen mit Cafés, Bars und vielen Touristen, der Kurpark und die Weinfeste. Ich freute mich, all das kennenzulernen. Doch stattdessen gab es zunächst leere Gassen, Menschen mit Schutzmasken und geschlossene Cafés mit rot-weißem Flatterband um die Stühle und Tische auf den Straßen. Zugegeben: dieser Tage füllt sich Bad Dürkheim nach und nach wieder mit Leben – zum Glück.

Und glücklicherweise bleibe ich noch bis Ende Juni hier in der Redaktion: Ich bin gespannt, ob ich zumindest zum Abschied Touristen in den Straßen und Menschen ohne Mundschutz in den Cafés am Römerplatz sehen werde. Letztendlich ist der Weg von Landau aber auch nicht allzu weit, und ich kann mich im Notfall ein anderes Mal durch die Speisekarte des Riesenfasses probieren und das richtige Dürkheim kennenlernen – ohne Krise.

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